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Apple und Hollywood: Pläne noch inkonkret

21.04.2017 | 11:19 Uhr |

Will Apple Netflix, Amazon Prime und Hulu Konkurrenz machen und im großen Stil eigene Inhalte produzieren? Viele Zeichen deuten darauf hin, konkret ist aber noch wenig.

Apple hat seinen Blick auf Hollywood gerichtet, um Personal für eigene Shows anzuheuern, berichtet Mashable . Das ist im Prinzip keine Neuheit, nur scheinen derzeit weder Hollywood noch Apple zu wissen, wohin die Reise gehe. Anscheinend sei der Konzern noch in der Findungsphase, die beiden Apple-Music-Originale "Planet of the Apps" und "Carpool Karaoke" sind kaum mehr als Versuchsballons einzuschätzen.

Apples Repräsentanten sprächen aber schon seit geraumer Zeit mit Studios, Regisseuren, Autoren und Agenten, trieben sich auf Filmfestivals herum und hätten Büros in Los Angeles bezogen. Die Strategie sei aber noch unklar, auch die Verantwortlichkeiten im Top-Management noch nicht festgelegt. Apple sei noch nicht so weit, um etwa Kategorien zu definieren, für die man Shows konzipieren und produzieren wolle. Apple visiere gewissermaßen ein "bewegliches Ziel" an, verrät ein Insider der Publikation. In Hollywood würden aber Gerüchte die Runde machen, ein anderer Big Player mit gut gefüllter Geldbörse plane eine Content-Offensive, das "nächste Netflix" sei also gewissermaßen im Entstehen.

Apple hat bereits einige Erfahrungen mit exklusiven Inhalten für Apple Music gesammelt, diese waren aber bisher nicht weit vom Kerngeschäft des Musik-Streaming-Dienstes entfernt, etwa ein Konzertfilm von und mit Taylor Swift oder eine Dokumentation über die Rhythmusmaschine Roland TR-808 passen dabei ebenso in dieses Bild wie der Spin-Off von James Cordens Carpool Karaoke oder die Dokuserie "Planet of the Apps". Das soll sich aber ändern, raunen Insider, Apple will sich mit künftigen Produktionen nicht mehr auf die Thematik rund um Popkultur und Technik einschränken.

Immerhin habe Apple bereits zwei prominente und erfahrene Programmmacher engagiert, Ben Silverman, einst Produzent von "The Office" und Ben Winston, Produzent der "Late Show with James Corden"; Shiva Rajaraman bringt dazu Erfahrungen von Youtube und Spotify mit ein. Selbst große Übernahmen könnte sich Apple leisten, dass die Niederlassung in Los Angeles aber nur einen Steinwurf von Sony Entertainment entfernt ist, das angeblich einen Käufer sucht, ist vermutlich nur Zufall.

Es sei auf alle Fälle Geduld gefragt, bis Apple ein "Big Player" im Geschäft mit TV-Inhalten werde, auch Netflix und Amazon hätten sich vor Jahren auf diversen Filmfestivals herumgetrieben und fahren erst jetzt die Ernte in Form von Emmys und Oscars ein. Bis Apple-Vertreter auf kalifornischen Bühnen Preise entgegen nehmen können, wird es wohl noch etliche Jahre dauern, falls das überhaupt passiert.

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