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Die besten smarten Überwachungskameras

01.03.2017 | 11:52 Uhr |

Wir stellen pfiffige Überwachungskameras vor, mit denen Sie Ihr Zuhause vom Smartphone aus kontrollieren. Mit WLAN, Gesichtserkennung und auch für draußen.

Die Einbruchszahlen schnellen in die Höhe. Da sind smarte Überwachungskameras oder Überwachungskamera-Sets mit zahlreichen Sensoren und Bewegungserkennung für Besitzer eines Hauses, einer Wohnung oder eines Ladengeschäfts ein begehrtes Kontrollmittel, das zugleich auch zur Beruhigung dient. Dank Anbindung an das Smartphone wissen Sie immer, was bei Ihnen zu Hause los ist. PC-WELT nahm sechs smarte Überwachungskameras beziehungsweise WLAN-Überwachungskameras sowie auch wetterfeste Überwachungskameras für draußen unter die Lupe.

Überwachungskameras im Preisvergleich

Während vor ein paar Jahren noch mühseliges Verkabeln und die Suche nach passenden Speichermedien die Anwender plagte, ist heute laut den Herstellern smarter Überwachungskamera-Sets alles viel einfacher. Funktionen wie WLAN, Gesichtserkennung, die Steuerung per App oder eine automatische Speicherung in der Cloud sind nur einige Möglichkeiten, die garantieren sollen, dass Sie immer benachrichtigt werden, wenn zuhause Gefahr droht.

PC-WELT stellt fünf Kandidaten vor, die nicht mit smarten Funktionen geizen.

Omna 180 Cam: Raum-Überwachung via iPhone und Homekit

„Siri, ist in meinem Büro alles in Ordnung?“ Für Nutzer der Omna 180 Cam sind solche Fragen bald Realität. Denn die smarte Überwachungskamera von D-Link ist die erste, die mit dem Apple HomeKit und Apple TV beziehungsweise einem iPad zusammenarbeitet (die beiden Apple-Geräte dienen als Hub für die Kamera). Ein schneller Blick ins Büro oder Wohnzimmer per Sprachbefehl oder das Einschalten des Lichts bei Bewegungen werden so möglich.

Hinstellen und los geht´s - lange Schraubarbeiten sind bei der Oma 180 Cam nicht notwendig.
Vergrößern Hinstellen und los geht´s - lange Schraubarbeiten sind bei der Oma 180 Cam nicht notwendig.
© D-Link

Auch die Hardware kann sich sehen lassen. Videos speichert die Kamera in Full-HD und stellt sie remote zur Verfügung. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten liegen diese nicht in der Cloud, sondern auf eigenen, bis zu 128 GB-großen MicroSD-Karten.

Die D-Link Oma 180 Cam ist für rund 230 Euro in Apple Retail Stores und im Apple Store erhältlich.

Empfehlung: Ideal für Besitzer eines Apple TV oder eines iPad.

Arlo: Outdoor-Kamera mit mehreren Streams, Bewegungssensor & Nachtsicht

Arlo von Netgear zählt zu den smarten Sicherheitssystemen der ersten Stunde und bringt alles mit, was man für die Smart-Home-Überwachung braucht: Eine kabellose Anbindung, eine fixe Ersteinrichtung sowie die notwendige Robustheit gegen Sturm und Regen.

Die Arlo App kann sich durchaus sehen lassen. Auf einen Blick zeigt das Dashboard zwei Kameraaufnahmen.
Vergrößern Die Arlo App kann sich durchaus sehen lassen. Auf einen Blick zeigt das Dashboard zwei Kameraaufnahmen.
© Netgear

Sobald die Linse eine Bewegung erkennt, benachrichtigt die Arlo App den Nutzer: unterwegs oder zuhause auf dem Endgerät der Wahl. Alle Bewegungen stellt die Kamera als Stream über den kostenlosen Cloud-Speicher des Anbieters bereit. So lassen sich bis zu vier Videostreams gleichzeitig auf verschiedenen Geräten überwachen.

Das System gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Einstiegsvarianten mit zwei Kameras und einer zentralen Steuereinheit liegen derzeit auf Amazon knapp über 300 Euro.

Lese-Tipp: Sicherheitskamera Netgear Arlo im Test

Empfehlung: Gut geeignet, wenn Sie auch outdoor überwachen wollen.

Flir FX: Aufzeichnungen im Zeitraffer ansehen

Zeit ist in unserer smarten Welt ein rares Gut. Das haben die Entwickler der Flir FX erkannt. Die smarte Kamera spielt die gesamten Ereignisse des Tages innerhalb weniger Sekunden im Zeitraffer ab - unterwegs auf dem Smartphone oder am Abend zuhause. Möglich ist das nur, weil Flir FX nicht alle Ereignisse aufzeichnet.

Eine intelligente Bewegungserkennung ermöglicht, dass nur bei bestimmten Bewegungen eine Aufzeichnung initiiert und der Anwender benachrichtigt wird. Neben einem 160 Grad-Blickwinkel gibt es Wifi und ausreichend Akkukapazität für das schnurlose Erlebnis. Die Kamera erfasst aber nicht nur Bewegtbilder. Sensoren für die Feuchtigkeit, Temperatur und ein Mikrofon übermitteln Informationen für fast alle Sinne.

Videos speichert die Kamera in der Flir Cloud. Hier gibt es verschiedene Varianten. Wer auf den vollen Umfang zugreifen möchte, landet schnell bei knapp 15 Euro im Monat. Ab rund 220 Euro erhält man aber eine schnurlose HD-Kamera, die nicht mit Features geizt.

Lese-Tipp: Flir FX im Test

Empfehlung: Für Menschen mit wenig Zeit und hohem Kontrollbedürfnis.

Übrigens: Flir ist vor allem für seine Wärmebildkameras für Android-Smartphones und iPhone bekannt.

Netatmo Welcome: Kamera mit Gesichtserkennung

Speicherplatz für unnötige Aufzeichnungen von den eigenen Mittbewohner zu verschwenden ist nicht der Sinn von Überwachungssystemen. Hersteller wie Netatmo setzen daher auf eine Gesichtserkennung. Laut dem Hersteller zeichnet die Überwachungskamera Welcome auf Wunsch nur Personen auf, die sie nicht kennt. Das spart Speicherplatz und vermeidet vor allem unnütze Alarme auf dem Smartphone.

Welcome von Netatmo - schicke Optik, aber Potential bei der Gesichtserkennung.
Vergrößern Welcome von Netatmo - schicke Optik, aber Potential bei der Gesichtserkennung.
© Netatmo

Obwohl der Ansatz vielversprechend klingt, beklagen einige Nutzer, dass das in der Praxis bisher nicht immer zuverlässig funktioniert. Darüber hinaus fehlen der Kamera auch eine Geräuscherkennung und Cloud-Sicherung - Features, die bei vielen Herstellern bereits Standard sind. Die Bedienung, Optik und Bildqualität, auch bei Nacht, werden hingegen von den Anwendern gelobt.

Mit rund 160 Euro rangiert die Kamera auf dem gleichen preislichen Niveau wie die Smartcam HD Pro von Samsung (siehe unten).

Lese-Tipp: Netatmo Welcome im Test

Empfehlung: Wenn die Gesichtserkennung wichtig ist.

Amaryllo iSensor HD: Preiswerter Newcomer mit durchdachter Steuerung

Kompakt, preiswert, mit Gesichtserkennung und verschlüsselt - das niederländische Unternehmen Amaryllo hat mit der iSensor HD eine vielversprechende Überwachungskamera im Portfolio. Besonders die Steuerung mit dem Smartphone macht Lust auf mehr. Mit bekannten Gesten drehen oder vergrößern Sie die eingehende Live-Übertragung. Bis zu 240 Grad sind möglich.

Damit Ihre Aufzeichnungen auf dem Weg in die Cloud keiner abfischt, nutzt die iSensor HD für die Übertragung die 256 Bit-Verschlüsselung von Skype. 24 Stunden freier Cloudspeicher sind inklusive.

Die Variante mit einem Blickwinkel von 180 Grad ist bereits für rund 130 Euro lieferbar. Die Ausführung mit 240-Grad-Blickwinkel verlangt noch etwas Geduld, kann aber bereits vorbestellt werden.

Empfehlung: Wenn Sie die Kamera intuitiv mit dem Smartphone steuern wollen.

Smartcam HD Pro: Preiswerte Kamera mit vielen Funktionen

Auch Samsung will seinen Fuß in den Smart Home-Markt bekommen. Mit der Smartcam HD Pro SNH-P6410BN hat der südkoreanische Hersteller eine Kamera im Portfolio, die mit rund 160 Euro preislich am unteren Ende angesiedelt ist.

Smartcam HD Pro SNH-P6410BN im Preisvergleich

Trotz des vergleichsweise niedrigen Preises bietet die SNH-P6410BN Full-HD-Auflösung, Nachtsicht durch Infrarottechnik und eine schnelle Inbetriebnahme im Browser lesen sich gut. In der Praxis scheint es jedoch nach den Käufer-Urteilen auf Amazon Luft nach oben zu geben. So alarmiert die dazugehörige App den Nutzer bereits, wenn draußen der Wind die Äste bewegt.

Auch die Qualität der Verarbeitung und Updatepolitik des Herstellers bemängeln einige User. Als günstiges Einstiegsmodell ist Samsungs Smartcam HD Pro aber durchaus einen Blick wert.

Empfehlung: Auch wenn die Kamera wohl noch einige Schwächen zu haben scheint, ist sie ein preiswerter Einstieg in die Welt der smarten Überwachungskameras.

Fazit

Noch nie war es leichter, mit dem Smartphone zuhause nachzusehen, ob alles stimmt. Doch die schnelle Einrichtung und der ortsunabhängige Zugriff von smarten Überwachungskameras haben auch ihren Preis.

Nicht selten sind solche Features nur im Zusammenspiel mit der herstellereignen Cloud möglich. So können in bestimmten Fällen auch nach dem Kauf noch Kosten für die Nutzung eines externen Speichers anfallen.

Sicherheit: Starke Passwörter, Verschlüsselung und Verzicht auf Cloud

Speziell bei Überwachungskameras spielt das Thema Schutz vor Hackern eine wichtige Rolle. Denn wenn Hacker Zugriff auf die Überwachungskamera bekommen, können sie den perfekten Zeitpunkt für einen Einbruch ermitteln. Und natürlich die Privatsphäre der Besitzer ausspähen.

Gegen das erste Problem helfen hoffentlich starke, individuelle Passwörter und eine Verschlüsselung der übertragenen Bilddaten – Apple setzt bei Homekit standardmäßig auf Verschlüsselung. Im Idealfall verzichten Sie darauf Bilder und Videos in irgendwelche Online-Speicher hochzuladen. Speichern Sie diese stattdessen besser auf der SD-Karte in der Kamera und lassen Sie sich Bilder nur bei bestimmten Aktionen, zum Beispiel wenn die Bewegungserkennung eine Bewegung feststellt, zumailen.

Gegen das zweite Problem wäre die ideale Lösung, dass der Benutzer die Kameralinse mechanisch abdecken kann. Diese Funktion fehlt aber in der Regel. Deshalb sollten Sie die Kamera besser vom Strom trennen/ausschalten, wenn Sie sich in der Wohnung aufhalten. Oder aber die Linse abdecken.

Recht am eigenen Bild, Recht auf informationelle Selbstbestimmung, Persönlichkeitsrecht

Darüber hinaus sollten Sie sich vor dem Kauf genau informieren, in welche Cloud (Standort) die Aufnahmen übertragen werden und wie es um den Datenschutz steht. Und um den Schutz der Privatsphäre. Das gilt besonders dann, wenn sich Gäste oder Familienmitglieder im Aufnahmebereich Ihrer Kamera befinden. Schalten Sie in solchen Fällen die Kamera aus und nehmen Sie diese erst in Betrieb, wenn der überwachte Bereich leer ist.

Oder Sie holen von allen von der Kamera erfassten Personen deren Zustimmung ein: "Wenn die betroffenen Familienmitglieder und Gäste davon wissen und sich einverstanden erklären, ist die Installation problemlos. Die Überwachung beispielsweise des Babysitters ohne dessen Kenntnis ist jedoch mit dem Datenschutzrecht nicht zu vereinbaren und ist auch ohne Aufzeichnung als Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht unzulässig", wie Rechtsanwalt Oliver J. Süme erklärt.

Zudem dürfen Sie keine öffentlichen Flächen filmen.

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