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Emojis auf dem iPhone, iPad und Mac: So geht's

10.10.2016 | 15:20 Uhr |

Sie sind bunt, sie sind niedlich und nützlich noch dazu: Wir zeigen Ihnen, wie Sie Emojis auf iPhone, iPad und Mac verwenden.

In iOS 10 hat Apple vor allem die Nachrichten-App ausgebaut. Nicht nur lässt sich iMessages nun mit anderen Apps verbinden, so dass man den ganzen Tag das Kommunikationstool eigentlich nicht mehr verlassen muss, Emoticons bekommen mehr Gewicht. Verschickt man sie in Sprechblasen ohne weiteren Text, werden sie nun dreimal so groß dargestellt. Über den Sticker-Store kann man sich weitere Sammlungen von Bildern - auch animierten - für seine Kommunikation erwerben. Man könnte fast von einer eigenen Sprache sprechen, den Emojis gibt es für jeden denkbaren Zweck.

Was sind Emojis?

Sie wollen also mehr über Emojis wissen? Oder vielleicht zu Beginn auch eher: Was zum Geier ist eigentlich ein Emoji? Im Prinzip handelt es sich dabei um kleine Symbole, die Sie in einem geschriebenen Text als Ergänzung zu Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen verwenden. Zum Beispiel Smileys 😃, Daumen hoch 👍, und so weiter.

Also das gleiche wie Smileys? ;-)

Ja, zumindest grob gesagt. Nur dass diese speziellen Smileys eben Emoticons genannt werden. Zudem gibt es deutlich mehr Emojis, als Smileys – sie verbildlichen also ein viel größeres Vokabular. Zudem sehen sie hübscher aus und brauchen garantiert keine sieben oder mehr Zeichen, um beispielsweise eine ASCII-Rose darzustellen @}-,-`-. Stattdessen benutzen Sie einfach 🌹 – besonders auf Twitter deutlich praktischer.

Aber wenn ich :-D in manchen Apps eintippe, wird daraus ohnehin automatisch ein 😃 – wozu also diese Anleitung?

Es stimmt, einige Systeme verwandeln altbekannte Emoticons und Smileys (zum Beispiel :‘() automatisch in kleine, bunte Icons. Dadurch können aber manchmal auch Fehler im Text entstehen. Wenn Sie zum Beispiel schreiben wollen: „Ich bin da (wahrscheinlich so gegen 8)“, wird daraus möglicherweise „Ich bin da (wahrscheinlich so gegen 😎 – denn 8) wird oft ausgetauscht durch 😎.

Dabei sollen Emojis einem Text ja eigentlich eine neue Nuance verleihen, den Kontext visualisieren oder einfach Spaß machen. Ja, manchmal ersetzen sie sogar jegliche geschriebene Worte. Woohoo! 🎉

Okay – also wie benutze ich sie auf meinem Mac?

Wo auch immer Sie Text eingeben können, drücken Sie Control-Command-Leertaste gleichzeitig und es taucht ein Fenster auf, in dem Sie durch alle Emojis blättern können. Hier gibt es auch eine Suchfunktion. Klicken Sie auf ein Emoji (oder markieren Sie es mit den Pfeiltasten) und drücken Sie Enter. Auf älteren Systemen müssen Sie die Spezialzeichen-Palette aus dem Bearbeitungsmenü verwenden (aufrufbar durch die Tastenkombination Command-Optionen-T). Eventuell müssen Sie die Emojis auch erst aktivieren, indem Sie auf das Zahnrad im oberen linken Eck klicken und die Liste anpassen. Um Emojis anzuzeigen und zu benutzen, brauchen Sie mindestens OS X 10.7.

Auf dem Mac gibt es zahlreiche Emojis zur Auswahl.
Vergrößern Auf dem Mac gibt es zahlreiche Emojis zur Auswahl.
© macworld.com

Das geht also überall, wo ich Text eingeben kann?

Naja, fast überall. Sie können Emojis zum Beispiel auch bei der Benennung von Dateien und Ordnern verwenden – allerdings wird es dann sehr kompliziert, wenn Sie diese mit anderen teilen wollen. Manche Apps, zum Beispiel die Anwendungen aus der Office-2011-Suite unterstützen die Zeichenpalette ebenfalls nicht.

Praktisch: Schneller zum Emoji dank Emoji-Tastatur

Und wie geht’s bei iOS?

Gehen Sie zu Einstellungen > Allgemein > Tastatur > Tastaturen und aktivieren Sie dort die Emoji-Symbole. Wenn Sie dann an beliebiger Stelle einen Text eintippen möchten, wechseln Sie über das Smiley-Symbol links neben der Leertaste zum Emoji-Menü. Bei älteren Systemen tippen Sie auf das Globus-Symbol, um zwischen den Tastaturen zu wechseln. Mit iOS 4 lassen sich Emojis bereits anzeigen – es hat allerdings bis iOS 5 gedauert, bis wir außerhalb Japans auch Emojis über die Tastatur eintippen konnten.

Wieso Japan?

Emojis kommen ursprünglich aus Japan. Mittlerweile werden sie zwar auf der ganzen Welt angewandt, das volle Spektrum an Emojis wirkt auf westliche Nutzer aber immer noch ein wenig eigen. Wofür zum Beispiel steht denn bitteschön 🎏? Oder 📛? Kleiner Exkurs in die japanische Emoji-Historie: Das erste Emoji ist „Koinobori“, stromlinienförmige Fahnen in der Form eines Karpfens. Sie werden typischerweise benutzt, um in Japan den Tag des Kindes zu feiern. Das zweite Emoji ist ein Namensschild in Form einer Tulpe, wie es regulär in japanischen Kindergärten benutzt wird.

In Japan stehen wehende Karpfen-Fahnen für den Tag des Kindes.
Vergrößern In Japan stehen wehende Karpfen-Fahnen für den Tag des Kindes.
© macworld.com

Äh, wie bitte?

Wir verstehen schon: Wenn Sie nicht in Japan wohnen oder selbst Japaner sind, werden Sie wohl kaum eine Gelegenheit haben, eines dieser Symbole sinnvoll einzusetzen. Zumindest nicht in ihrer eigentlichen Bedeutung. Aber so ist es nun mal mit der Sprache – und Sprache ist bekanntermaßen formbar. Kennen Sie zum Beispiel die Legende der drei weisen Affen, die nichts Böses sehen, nichts Böses hören und nichts Böses sprechen? Auch diese Geschichte kommt aus Japan und ist bei den Emojis vertreten als 🙈, 🙉 und 🙊. Viele von uns benutzen aber beispielsweise dieses Äffchen 🙈 auch als symbolisches „Hand an die Stirn schlagen“, oder dieses 🙊 um Bestürzung auszudrücken (Hand vor den Mund halten).

Und die Leute verstehen das?

Vielleicht – vielleicht auch nicht. Was zählt ist, dass es Spaß macht und als Spielerei durchgeht. Immerhin ist selbst das geschriebene Wort anfällig für Fehlinterpretationen. Da kann Ihnen ein passendes Emoji sogar eher dabei helfen, Ihren Worten eine gewisse Nuance zu verleihen und sie ins rechte Licht zu rücken.

Handy schützen: Pincode bald mit Emojis statt Zahlen?

Zuletzt hatte Apple immer wieder bei Betriebssystemupdates die Sammlung an Emojis ergänzt. Ein großer Schwung kam mit iOS 9.1  – darunter auch die heiß ersehnten Taco-, Einhorn- und „Lebe lang und in Frieden“-Emojis. In iOS 10 kamen 70 weitere hinzu, etwa die Regenbogenflagge der LGBT-Community. Dazu auch etliche Emojis, welche die Gleichberechtigung unterstützen. Frauen dürfen seither auch Sport treiben, zudem gibt es Emojis für Polizistinnen und Architektinnen. Schon seit längerem sind Emojis auch in unterschiedlichen Hauttönen zu sehen - so gelb wie die ersten Smilies war außerhalb der Simpsons aber ohnehin noch nie ein Gesicht. Dieser gelbe Nerd 🤓 ist ebenso seit iOS 9.1 an Bord und damit noch immer so neu, dass vermutlich nicht jeder in der Lage ist, es zu sehen. Genau genommen werden sogar einige Leser dieses Artikels gar nicht in der Lage sein, das Emoji zu sehen. Stattdessen bekommen sie dann ein rechteckiges Fehlersymbol angezeigt.

Es gibt also keine Garantie dafür, dass der Empfänger meines Emojis das Bildchen überhaupt zu Gesicht bekommt?

Es ist kompliziert… Grundsätzlich werden so ziemlich alle modernen Computer, Smartphones und Tablets zumindest irgendwelche Emojis darstellen können. Eine Garantie dafür, dass Ihr persönliches Lieblings-Emoji auch Ihren neuesten Mail-Kontakt erreicht, gibt es aber tatsächlich nicht. Die Ausnahmen: Twitter und Facebook haben spezielle Systeme entwickelt, die Emojis in ihren offiziellen Apps oder Webseiten immer anzeigen – entweder nutzen sie dazu das native Emoji-Sammelsurium des Geräts, auf dem die App, bzw. Webseite angezeigt wird, oder sie wandeln das Emoji in ihre eigene Version um.

Das bringt auch gewisse Probleme mit sich. Empfänger von in iOS 10 umfangreich gestalteter iMessages, die selbst noch nicht auf iOS 10 (oder macOS Sierra) aktualisiert haben, bekommen nur eine rudimentäre Darstellungen der animierten Hintergründe und Sticker. Kritischer sehen einige aber Apples Entscheidung, das Pistolensymbol in den eigenen Zeichensätzen durch das einer Wasserpistole zu ersetzen. Was offenbar als Statement gegen in den USA zu leicht erhältliche Schusswaffen gemeint war, kann auch zu Missverständnissen führen. Etwa, wenn man ein paar spaßige Spritzpistolen vom iPhone versendet und der Empfänger auf einem Android-Handy das als aggressive Botschaft versteht.

„Ihre eigene Version“ eines Emojis?!

Selbst ein einfaches Zwinkergesicht-Emoji kann von Plattform zu Plattform unterschiedlich aussehen. Das liegt daran, dass die Liste aller Emojis, die mittlerweile vom Unicode-Konsortium verwaltet wird, lediglich aus einer Textbeschreibung jedes einzelnen Emojis besteht. Es obliegt der Entscheidung von Google, wie genau dieser Text auf Android und Chrome OS bildlich dargestellt wird – und Apple legt fest, wie das entsprechende Emoji auf OS X und iOS aussieht – und so weiter.

Okay, okay. Aber letzten Endes ist ein Zwinkergesicht doch eben nur ein Zwinkergesicht, oder? 😉

Stimmt. Doch manchmal schreitet die Interpretation eines Emojis in ungeahnte Richtungen, nicht nur im Fall der Wasserpistolen. Unsere Macworld-Kollegin Susie Ochs benutzt zum Beispiel dieses Emoji 💁 beim Chatten, um anzuzeigen, dass sie mit ihren Haaren spielt. Dabei handelt es sich offiziell um ein Emoji namens „Information desk person“. Wer soll darauf noch kommen?

Tipp: Menü für Smileys und Sonderzeichen einblenden

Nach einigen Updates unterstützen manche Emojis mittlerweile auch unterschiedliche Versionen. Zum Beispiel, um Hautfarben darzustellen. Standardmäßig erscheint 👦 zum Beispiel in einem goldenen Farbton. Hält man das Emoji aber länger gedrückt, kann man auch zwischen heller und dunkler Hautfarbe wählen. Unterstützt das System des Emoji-Empfängers dieses Feature allerdings nicht, sieht es womöglich einfach so aus 👦🏽.

Politisch korrekt: Manche Emojis lassen sich in verschiedenen Hautfarben darstellen.
Vergrößern Politisch korrekt: Manche Emojis lassen sich in verschiedenen Hautfarben darstellen.
© macworld.com

Das klingt alles viel zu kompliziert – ich geb’s auf! ¯\_(ツ)_/¯

Respekt für diesen tollen Kollegen ¯\_(ツ)_/¯! Wenn Ihnen der Einsatz von Emojis einfach zu riskant erscheint (weil ja womöglich die Hälfte Ihrer Kontakte ohnehin etwas anderes angezeigt bekommt), dann lassen Sie es ruhig bleiben. Aber Ihnen entgeht dadurch auch eine zuckersüße Text-Nuance, die manchmal durchaus hilfreich sein kann – also ist es auch mal einen Versuch wert.

¯\_(ツ)_/¯ erinnert mich übrigens an einen letzten Tipp: Wenn Sie bestimmte Emojis sehr regelmäßig benutzen, insbesondere auf dem Mac, bremst Sie die Zeichenpalette möglicherweise ziemlich aus. Sie können stattdessen auch das Texterweiterungssystem benutzen, das in OS X integriert ist, um eine Buchstaben- und Zahlensequenz Ihrer Wahl automatisch mit einem bestimmten Emoji zu ersetzen. Tippen Sie beispielsweise „//kuss“, könnte daraus automatisch 😘 werden.

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