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Alphabet-Vorstand Eric Schmidt: Menschen gefährlicher als Maschinen

16.02.2017 | 12:50 Uhr |

Eric Schmidt, ehemaliger Chef von Google, schätzt Künstliche Intelligenz als weniger gefährlich ein als einige seiner prominenten Kollegen.

Schmidt war nicht nur CEO von Google, sondern von 2006 bis 2009 auch Mitglied des Apple-Aufsichtsrates , den er wegen des Interessenkonflikts um iOS/Android verließ. Heute arbeitet er als Executive Chairman von Alphabet, das 2015 als Dachgesellschaft auch für Google gegründet wurde.

Eric Schmidt äußerte sich nun laut eines Berichts von Futurezone.org   auf der RSA Conference (Sicherheitskonferenz zu digitalen Gefahren) in San Francisco. Demnach betrachtet er die aktuelle Entwicklung von Künstlicher Intelligenz und Machine-Learning eher positiv. Wirklich intelligente Maschinen sieht er bisher aber nicht. So könne Künstliche Intelligenz zwar Krankheiten aufgrund von Fotos besser prognostizieren als ein Arzt. Dieser sehe aber höchstens 10.000 Bilder in seinem Leben für derartige Diagnosen, ein Computer mit künstlicher Intelligenz könne dagegen leicht Millionen Aufnahmen verarbeiten und für treffsichere Prognosen nutzen.

Auch im Bereich von Sprache und Sehvermögen gebe es enorme Fortschritte, die zu selbstfahrenden Autos und besserer medizinischer Diagnostik führen würden. Doch wirkliche künstliche Intelligenz, welche zu einer Revolution auch für die Menschheit führt, sieht er darin noch nicht. Sicherlich müsse man sich später Gedanken über Maschinenethik und philosophische Fragen machen. Daran glaubte aber erst in Jahrzehnten. Vorläufig gehe die Gefahr aber eher von Menschen aus, welche die technologische Entwicklung für ihre Zwecke missbrauchen könnten.

Eric Schmidt plädiert im Übrigen für größte Transparenz in der Forschung, die Errungenschaften sollten allen Menschen auf der ganzen Welt zugutekommen. Auch zum Datenschutz äußert er sich. Hier fordert er, dass Patientendaten über Algorithmen ausgewertet werden dürften, die den Datenschutz berücksichtigen. Schmidt ist vor allem besorgt über die Vielzahl von Cyberattacken und Bedrohungsszenarien durch Regierungen, welche die Entwicklung für sich ausnutzen könnten.

Vor einem knappen Jahr hatten wir von den Google-Forscher und KI-Pionier Raymond "Ray" Kurzweil berichtet, der sich im Playboy über verschiedene Zukunftsthemen erwartungsvoll äußerte, inklusive der sogenannten KI-"Singularität" . Dort weisen wir auch auf andere Forscher hin, wie zum Beispiel Steven Hawking oder IT-Persönlichkeiten wie Bill Gates, die ebenfalls mit einer Singularität rechnen, aber im Unterschied zu Kurzweil negative (dystopische) Konsequenzen daraus befürchten.

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