1933705

iPad 1 – das kann das erste Apple-Tablet heute noch

01.12.2016 | 11:17 Uhr |

Bald sieben Jahre ist es her, dass Apple das erste iPad vorstellte. Einige Geräte sind immer noch in Betrieb.

Neues iPad auf dem Wunschzettel für Weihnachten? Oder erst kürzlich ein neues Modell angeschafft? Das alte muss gewiss noch nicht zum Alteisen, es ergeben sich selbst für das Original von 2010 noch Einsatzmöglichkeiten. Muss ja nicht die sein, die  Claus Dieter Clausnitzer im Sketch mit Martina Hill gefunden hat:

Mit Apps kommen Sie gewiss besser zurecht, doch werden nicht mehr alle Programme auf dem Ur-iPad flüssig laufen oder überhaupt starten - die Entwicklung verlief in den letzten sieben Jahren sehr rasant. Doch gibt es auch noch ältere Versionen von beliebten Apps, die sich auf dem Tablet ausführen lassen, unser Ratgeber erklärt, was Sie mit dem iPad noch anfangen können. Sofern es nicht schon in der Spülmaschine gelandet ist.

Eine digitale Revolution wie das iPhone hat dessen größere Bruder iPad nicht ausgelöst. Was sich Verlage und Magazine-Macher vom Wundergerät versprochen hatten, ist so nicht eingetreten, die alten Printgeschäftsmodelle lassen sich nicht einfach auf dem digitalen Gerät weiter verfolgen. Das erste iPad hat sich in der Praxis aber als sehr robust herausgestellt und ist auch heue noch bei vielen im Einsatz. Auch wir  in der Redaktion haben noch ein Gerät aus alten Zeiten, das manchmal seinen Einsatz beim Surfen und Lesen findet. Der Akku unseres Ur-iPad funktioniert noch wie am ersten Tag, trotz unregelmäßiger Ladezyklen. Man kann aus dem iPad 1 noch erstaunlich viel rausholen. Sechs Jahre sind schließlich kein Alter. 

Wer ein iPad Air und iPad 1 in den Händen hält, merkt sofort den Unterschied: Das Ur-iPad wiegt mit 3G-Modul 730 Gramm, während das iPad Air nicht einmal 500 Gramm auf die Waage bringt. Außerdem ist das alte Tablet 13,4 Millimeter dick, das iPad Air fällt in der Tasche mit seinen 7,5 Millimetern hingegen kaum auf. Das Ur-iPad hat außerdem keine Kamera, Anrufe über Facetime oder Skype funktionieren damit nicht. Das alte Tablet ist zwar schon mit einem Beschleunigungssensor ausgestattet, einen Kreiselkompass hat es jedoch nicht, weshalb einige Spiele nicht funktionieren. Zu grafik- und leistungsintensiv sollten die Apps ohnehin nicht sein, denn der 256 MB-Arbeitsspeicher und Single-Core-Prozessor stoßen schnell an ihre Grenzen, was zu App-Abstürzen und trägen Reaktionen führt. 

Die Unterschiede zwischen iPad Air, iPad 2 und iPad 1 fallen deutlich auf: Das Ur-iPad ist wesentlich dicker und schwerer.
Vergrößern Die Unterschiede zwischen iPad Air, iPad 2 und iPad 1 fallen deutlich auf: Das Ur-iPad ist wesentlich dicker und schwerer.

Einen Mobilfunkchip hat das Ur-iPad hingegen schon, LTE wird aber noch nicht unterstützt. Die letzte Version von iOS, die auf dem Ur-Pad verfügbar ist, ist iOS 5.1.1, die Apple im Mai 2012 herausgebracht hat. iOS 6 kann man schon nicht mehr laden. 

Die meisten Apps sind inzwischen auf iOS 6 wenn nicht gar auf iOS 7 optimiert. Einige Apps, die eine Kamera, ein Mikro oder den Kreiselkompass erfordern, können nicht mehr auf das Tablet geladen werden. Ansonsten fragt das System, ob stattdessen eine ältere Version in Frage käme. 

Die aktuellste iOS-Version, die noch auf dem Ur-iPad installiert werden kann, ist iOS 5.1.1.
Vergrößern Die aktuellste iOS-Version, die noch auf dem Ur-iPad installiert werden kann, ist iOS 5.1.1.

Diese Apps funktionieren: Überraschenderweise funktionieren noch eine ganze Reihe Apps auf dem alten iPad. Dazu gehören die älteren Versionen von Pages , Keynote und Numbers sowie Office2HD , eine sehr gute Office-App, die auch docx-Formate unterstützt. Sogar Garageband lässt sich auf dem Ur-iPad einwandfrei verwenden. Adobe Photoshop Express funktioniert ebenfalls und auch grafik- und leistungsintensivere Spiele wie Badland , Amazing Alex oder About Love, Hate and the other Ones , auch wenn sie auf dem 1024 x 768 Pixel-Display nicht wirklich schön aussehen.  Wer oft Zeitschriften auf dem Tablet liest, dürfte mit den meisten Ausgaben auf dem Ur-iPad auch keine Probleme haben, sofern sie als ePaper erscheinen. Filme lassen sich ebenfalls einwandfrei abspielen, auch über Streaming-Apps wie Zattoo Live TV . Da das Ur-iPad Airplay unterstützt, können Sie Videos auch auf einen großen Fernseher über Apple TV streamen. Auch andere Videoformate lassen sich abspielen, den VLC-Player unterstützt das iPad 1 nämlich ebenfalls.  Die üblichen Verdächtigen aus dem Bereich Soziale Medien wie Facebook, Facebook Messenger oder Twitter lassen sich auf dem Ur-iPad installieren.

Einige Apps erfordern iOS 7 und können nicht mehr auf das iPad 1 geladen werden
Vergrößern Einige Apps erfordern iOS 7 und können nicht mehr auf das iPad 1 geladen werden

Diese Apps funktionieren nicht:  Apps, die einen Keiselkompass oder eine Kamera benötigen, können Sie nicht auf das Ur-iPad laden. Dazu gehören vor allem Facetime und Skype . iMovie und iPhoto funktionieren ebenfalls nicht. Apps, die für iOS 7 entwickelt wurden, bereiten ebenfalls Probleme. Die neuen Office-Apps von Micrsosoft stehen auf dem Ur-iPad nicht mehr zur Verfügung.

Andere Apps wie zum Beispiel Spiele erfordern einen Kreiselsensor, den das iPad 1 nicht hat.
Vergrößern Andere Apps wie zum Beispiel Spiele erfordern einen Kreiselsensor, den das iPad 1 nicht hat.

Ältere Versionen der Apps finden und laden

Seit iOS 7 erlaubt Apple den Entwicklern, ältere Versionen der App im App Store neben der neueren Version des Programms anzubieten. Das heißt, man kann auch für das alte iPad noch Software im Store kaufen oder laden. Aber der Einkaufsbummel mit dem iPad 1 ist nicht mehr ohne: Man muss sich zunächst überzeugen, dass eine Version der App mit mindestens iOS 5.1.1 verfügbar ist. In der Desktop-Version (Mac und PC) von iTunes kann man dies über "Alle Versionen" bei der Beschreibung der App herausfinden. Diese müssen mindestens in das Jahr 2012 zurückgehen. Direkt auf dem iPad 1 lassen sich die neu gekauften Apps nicht mehr laden, dies muss man über iTunes auf dem Rechner oder den App Store auf dem neueren iOS-Gerät erledigen. Sie gelangen dennoch auf das Ur-iPad, wenn man im App Store auf dem Gerät in den Bereich "Gekaufte Artikel" geht und von dort aus die gewünschte App installiert. Dabei erscheint eine lapidare Meldung: "Die aktuelle Version erfordert iOS 8.4 oder neuer. Sie können aber auch die letzte kompatible Version laden."

iBooks Store und Bücher

Zwar hat Apple die Bücher im iBooks Store auf den neueren Standard Epub3 aktualisiert. Doch dies geschah bereits 2012, so dass die aktualisierte Version des Stores auch auf das iPad 1 gelang. Selbst die erweiterten Ausgaben von "Harry Potter" mit interaktiven Elementen sind für das alte iPad verfügbar.

Fazit

Wer für Videotelefonate ohnehin das iPhone nutzt und wer sich nicht an der niedrigen Auflösung des Displays stört, sollte das Ur-iPad nicht abschreiben. Die wichtigsten Office-Anwendungen funktionieren darauf einwandfrei, sodass es als Alternative zum Rechner ein prima Zweitarbeitsgerät sein kann. Über Airprint können Sie das Tablet auch an verschiedene Drucker anbinden. Den Rechner ersetzen wie das iPad Air kann das Ur-iPad jedoch nicht. Dafür sind Reaktionszeit und Prozessor zu langsam. 

0 Kommentare zu diesem Artikel
1933705