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RAID-Laufwerke für USB-C: Drobo gegen Terra Master

21.04.2017 | 08:16 Uhr |

Drobo bietet mit dem Drobo 5C ein komfortables RAID-Leergehäuse für fünf Laufwerke an, Terra Master eine halb so teure Variante. Wir zeigen, welches Gerät sich für wen lohnt.

Die kommenden Macs werden alle mit USB-C respektive Thunderbolt 3 ausgestattet sein, wie jetzt bereits das Macbook 12 Zoll und das Macbook Pro . Das Angebot an passender Peripherie dazu wächst stetig, wie auch das von Adaptern für ältere Schnittstellen wie USB 3.0 oder HDMI und DVI. Das Drobo 5C und das halb so teure Terra Master D4-310 sind zwei RAID-Leergehäuse, die gleich mit einer USB-C-Schnittstelle ausgestattet ist. Die RAID-Gehäuse verbindet man per USB-C-Kabel direkt mit dem Mac beziehungsweise Windows-Rechner.

Das Drobo 5C: Sicher und komfortabel

Die schwarze Box erledigt das Meiste ganz automatisch: Die Wahl des richtigen RAID-Levels bleibt dem Anwender erspart, und so kann man sich auch ohne Technik-Wissen einen großen Datenspeicher zusammenstellen. Das Gute daran: Das Drobo konfiguriert automatisch die eingesetzten Festplatten so, dass die Daten auch dann erhalten bleiben, wenn eine der Festplatten ausfällt. Dabei können die Festplatten, anders als bei herkömmlichen RAID-Konfigurationen, auch eine unterschiedlich große Kapazität aufweisen.

Drobo 5C Frontansicht
Vergrößern Drobo 5C Frontansicht
© MArkus Schelhorn

Die schwarze Box erledigt das Meiste ganz automatisch: Die Wahl des richtigen RAID-Levels bleibt dem Anwender erspart, und so kann man sich auch ohne Technik-Wissen einen großen Datenspeicher zusammenstellen. Das Gute daran: Das Drobo konfiguriert automatisch die eingesetzten Festplatten so, dass die Daten auch dann erhalten bleiben, wenn eine der Festplatten ausfällt. Dabei können die Festplatten, anders als bei herkömmlichen RAID-Konfigurationen, auch eine unterschiedlich große Kapazität aufweisen.

RAID-Leergehäuse

Das Drobo 5C ist in einem solide verarbeiteten Metallgehäuse untergebracht. Die Frontplatte aus Hochglanz-Plastik hält durch Magnete am Gehäuse des RAID-Laufwerks. Dahinter verbergen sich fünf Einschübe für SATA-Festplatten. 3,5 Zoll große Festplatten kann man direkt einschieben, eine Montage auf einen Schlitten braucht es nicht. Gut gefällt der große, sich langsam drehende Lüfter auf der Rückseite des Drobo 5C. Er kühlt das Innenleben ohne große Geräusche. Hier sind die bis zu fünf Festplatten während des Betriebs lauter. Vor allem, wenn sich das Drobo 5C direkt auf einem Tisch befindet und so die Vibrationen der Festplatten überträgt.

Drobo 5C: Die Anschlüsse sind spartanisch: Ein Stromanschluss für das externe Netzteil, ein USB-C-Port und ein Ein-Schalter
Vergrößern Drobo 5C: Die Anschlüsse sind spartanisch: Ein Stromanschluss für das externe Netzteil, ein USB-C-Port und ein Ein-Schalter
© Markus Schelhorn

Komfortabel sind auch die Leuchtanzeigen an der Vorderseite, die sich auch dimmen lassen. Diese zeigen fünf Betriebszustände der verwendeten Speicher sowie eine schnelle Übersicht der Gesamtkapazität an.

Einfache Installation mit wenigen Hinweisen

Die Erstinstallation ist simpel: Festplatten einschieben, Drobo an den Mac anschließen und starten. Viel Erklärungsbedarf gibt es zu dem Drobo 5C zwar nicht. Dennoch vermissen wir eine Schnellstart-Anleitung. Zumindest für einen kurzen Hinweis wären wir dankbar gewesen, dass man das RAID-Laufwerk am Mac mit dem Programm Drobo Dashboard verwaltet. So mussten wir uns diese Information auf er Hersteller-Seite besorgen. Mit dem Tool Drobo Dashboard kann man auch mehrere Drobo-Geräte im Blick behalten.

Drobo Dashboard ist ein komfortables Programm zum Verwalten des Drobo 5C
Vergrößern Drobo Dashboard ist ein komfortables Programm zum Verwalten des Drobo 5C
© Markus Schelhorn

Anfangs braucht man etwas Geduld. Nach dem Einschalten des Drobo 5C mit fünf unformatierten Festplatten dauert es 1:57 Minuten, bis das Tool Drobo Dashboard auf dem Mac das RAID-Laufwerk erkennt. So gestartet geht es an das Einrichten der Laufwerke. Konfigurieren muss man nichts. Das Drobo richtet sich ganz automatisch ein. Lediglich das Dateisystem kann man wählen. Aber da wir das Drobo 5C am Macbook einrichten, erkennt das Programm automatisch das passende Dateisystem.

Mit dem Mac-Programm Drobo Dashboard konfiguriert man das Drobo 5C. Als Dateiformat steht am Mac nur HFS+ zu Verfügung.
Vergrößern Mit dem Mac-Programm Drobo Dashboard konfiguriert man das Drobo 5C. Als Dateiformat steht am Mac nur HFS+ zu Verfügung.
© Markus Schelhorn

Mindestens zwei Speicher für den sicheren Betrieb

Mindestens zwei Speicher muss man verwenden, damit das Drobo bei dem Ausfall eines Speichers die Daten weiterhin sichern kann. Je mehr Laufwerke, desto besser. Dabei muss man nicht darauf achten, dass die Festplatten die selbe Kapazität besitzen. Verwendet man fünf Festplatten, dann erhält man so einen günstigen Speicher mit einer akzeptablen Leistung. Wir testen das Drobo mit fünf Festplatten, die vier verschiedene Kapazitäten zwischen 500 GB und 4 TB bieten. Das Drobo 5C vereint diese Festplatten ganz problemlos und ohne weiteres Zutun zu einem großen Speicher.

Festplatten lassen sich ohne Rahmen direkt in den Laufwerksschacht schieben.
Vergrößern Festplatten lassen sich ohne Rahmen direkt in den Laufwerksschacht schieben.
© Markus Schelhorn

Festplatten und SSD-Speicher lassen sich während des Betriebs austauschen beziehungsweise entfernen. Das Drobo erkennt dies und konfiguriert automatisch das Laufwerkverbund um. In diesem Fall blinken die übrigen Laufwerke gelb und grün um zu signalisieren, dass diese nicht entfernt werden sollen. Das haben wir getestet: Während eines Time-Machine-Backups und dem Kopieren einer großen Datei auf das Drobo haben wir ein Laufwerk entfernt. Das Drobo 5C hat dies erkannt und das System automatisch neu konfiguriert. Das Backup und den Kopier-Job hat das RAID danach selbständig zu Ende geführt.

Über die Drobo-Einstellungen lässt sich übrigens eine doppelte Datenträgerredundanz einstellen, bei der sogar zwei Laufwerke ohne Datenverlust ausfallen können. Das verringert jedoch die Gesamtkapazität, daher ist diese Option zunächst deaktiviert.

Time Machine und Partitionierte Volumens

Beim Einrichten des Speichers frägt das Tool Drobo Dashboard, ob man auch einen Speicher für ein Time-Machine-Backup einrichten möchte. Das klappt im Test problemlos. Dafür lassen sich mit dem Tool Tool Drobo Dashboard bestehende Partitionen nicht mehr ändern. Das gelingt uns aber mit dem Apple-eigenen Tool Festplattendienstprogramm. In diesem Fall zeigt das Tool Drobo Dashboard das Volumen nur als „Partitioniertes Volumen“ an, nicht aber die einzelnen Partitionen.

Mit Festplatten ausgestattet mittelmäßige Geschwindigkeit, aber günstig

Bestückt mit fünf Festplatten ist da Drobo 5C nicht sonderlich schnell und nutzt bei weitem nicht die Bandbreite aus, die eine USB-C-Schnittstelle bietet. Wir messen mit dem kostenlosen Tool Blackmagic Disk Speed Test eine maximale Übertragungsgeschwindigkeit von 38 MB/s beim Lesen und 41 MB/s beim Schreiben. Mit SSD-Speichern bestückt, erreicht man zwar deutlich höhere Werte, doch zu einem deutlich höheren Preis.

Fazit RAID-Leergehäuse Drobo 5C

400 Euro sind viel Geld für ein RAID-Leergehäuse. Dafür erhält man mit dem Drobo 5C ein sehr komfortables System, das sehr gut auf den Mac abgestimmt ist. Es eignet sich vor allem für ein sicheres Backup und als sichererer Speicher von großen Datenmengen für einen einzelnen Arbeitsplatz.

Drobo 5C

Preis: 400 Euro, aktueller Preis auf Amazon

Vorzüge: Unkomplizierte Anwendung, Festplatten während des laufenden Betriebs entfernbar, sehr gute Mac-Unterstützung, leiser Lüfter

Nachteile: Wenig manuelle Konfigurationsmöglichkeiten, externes Netzteil, Webseite und Infos nur englischer Sprache

Drobo, http://www.drobo.com/storage-products/5C/

Note: 1,8 gut

Terra Master D4-310: Klassisches RAID zum selber Stricken, dafür günstig

Eine günstige Alternative zu dem Drobo 5C stellt das rund halb so teure RAID-Leergehäuse T erra Master D4-310 dar. Es bietet Platz für vier Festplatten beziehungsweise SSD-Speicher und beherrscht neben JBOD und Einzellaufwerken die Konfiguration als RAID 0 und RAID 1. Dabei fasst das RAID jeweils zwei Speicher zusammen. Über zwei winzige Drehregler, die man beispielsweise mit einem (nicht mitgelieferten) Feinmechaniker-Schraubendreher verstellt, wählt man die Betriebs-Modi. Denkbar sind beispielsweise zwei RAID-1-Laufwerke, die man später am Mac mit den Festplattendienstprogramm als RAID 0 zusammenfasst (RAID 10). So ist das RAID ausreichend schnell und die Daten bleiben auch dann erhalten, wenn eine der Festplatten ausfällt.

Das RAID-Leergehäuse Terra Master D4-310 bietet Platz für vier Laufwerke, die paarweise zusammengefasst werden können.
Vergrößern Das RAID-Leergehäuse Terra Master D4-310 bietet Platz für vier Laufwerke, die paarweise zusammengefasst werden können.
© Markus Schelhorn

Allerdings, und das ist der Unterschied zu dem Drobo 5C, sollten die Festplatten die selbe Größe aufweisen. Ansonsten orientiert sich das RAID nur an den Speicher mit der niedrigeren Kapazität. Beispielsweise weist ein RAID 1 bestehend aus einer 2 TB und 4 TB großen Festplatte nur eine Gesamtkapazität von 2 TB auf.

Die verschiedenen Modi des Terra Master D4-310

JBOD: Der Begriff steht für „Just a Bunch of Disks“. Mehrere Speicher, die auch unterschiedliche Kapazitäten aufweisen können, werden zu einem logischen Speicher zusammengefügt. Der Nachteil: Ist eine der Speicher defekt, sind die Daten verloren.

Single: Hier wird jeder Speicher einzeln angesprochen. Bis zu vier verschiedene Volumes erhält man so.

RAID 0: Dieser Zusammenschluss mehrerer Speicher (bei der Terra Master D4-310 zwei Speicher) ist schnell, aber unsicher. Fällt ein Speicher aus, sind die Daten verloren. Zwei 2 TB große Festplatten sind im RAID-0-Verbund 4 TB groß.

RAID 1: Hier speichert das RAID die Daten redundant auf mehrere Speicher. Fällt ein Speicher aus, dann sind die Daten auf einem weiteren Speicher noch vorhanden. Zwei 2 TB große Festplatten sind im RAID-1-Verbund 2 TB groß.

RAID 10: Ein RAID 10 verbindet die Eigenschaften des RAID 0 und RAID 1. Zwei RAID-1-Speicher werden hier zu einem RAID 0 zusammengefügt. Dies ist eine gute Kombination von Sicherheit und Geschwindigkeit, die sich mit der Terra Master D4-310 sehr gut umsetzen lässt.

Alu-Gehäuse mit Plastik-Einschüben

Auf der Rückseite des Terra Master D4-310 befindet sich ein USB-Hub mit zwei herkömmliche USB-Anschlüsse (Typ A) sowie in USB-C-Anschluss für die Datenübertragung zu einem Mac beziehungsweise Windows-PC. Ein Kabel von USB-C auf USB-A liegt bei. Per USB 3.0 werden die Daten zu einem Mac oder Windows-PC übertragen. Somit sind laut Terra Master theoretisch bis zu 410 MB/s möglich. Verwendet man allerdings ausschließlich Festplatten und keine SSD- oder Hybrid-Speicher, wird diese Bandbreite bei weitem nicht ausgenutzt. Ausgestattet ausschließlich mit Festplatten, messen wir wie bei dem Drobo 5C rund 40 MB pro Sekunde beim Schreiben und Lesen.

Terra Master D4-310: Auf seiner Rückseite befinden sich zwei große Lüfter, die recht leise arbeiten. Außerdem: Ein USB-C-Anschluss zum Verbinden mit einem Rechner und zwei USB-Hubs. Die Modis lassen sich für zwei Festplattenpaare vergeben, dazu findet man zwei Drehpotis.
Vergrößern Terra Master D4-310: Auf seiner Rückseite befinden sich zwei große Lüfter, die recht leise arbeiten. Außerdem: Ein USB-C-Anschluss zum Verbinden mit einem Rechner und zwei USB-Hubs. Die Modis lassen sich für zwei Festplattenpaare vergeben, dazu findet man zwei Drehpotis.
© Markus Schelhorn

An der Vorderseite befinden sich vier Festplatten-Einschübe, die 3,5 Zoll große beziehungsweise 2,5 Zoll große Speicher aufnehmen können. Mitgeliefert sind unterschiedliche Schrauben für 3,5 Zoll und 2,5 Zoll große Speicher, damit man die Laufwerke auf die Einschübe befestigen kann. Beim Einsetzen muss man etwas vorsichtig sein, hier macht sich die billige Mechanik der Plastik-Einschübe bemerkbar. Aber dies ist auch schon der einzige Abstrich an den günstigen Preis des RAID-Gehäuses. Denn die beiden großen Lüfter auf der Rückseite kühlen das Innenleben wie beim Drobo 5C angenehm leise.

Die Plastik-Einschübe des Terra Master D4-310 sollte man vorsichtig behandeln, damit nichts beschädigt wird.
Vergrößern Die Plastik-Einschübe des Terra Master D4-310 sollte man vorsichtig behandeln, damit nichts beschädigt wird.
© Markus Schelhorn

Formatieren mit Apples Festplattendienstprogramm

Nach dem Einsetzen der Festplatten und der Wahl des Modus über den hinteren Drehrad-Regler muss das Laufwerk mit Apples Festplattendienstprogramm formatiert werden. Dazu wählt man dort das Laufwerk aus und klickt auf „Löschen“.

Wir haben unter anderem ein RAID 10 eingerichtet und dazu zunächst zwei RAID 1 erstellt, die wir mit Apples Festplattendienstprogramm zu einem RAID 0 verbunden haben (Ablage > RAID-Assistent).

Im Test können wir diesen RAID-10-Verbund problemlos betreiben. Auch beim Herausnehmen einer Festplatte läuft das System weiter und die Daten bleiben erhalten. LEDs an der Front-Seite warnen rot leuchtend bei einem Fehler der Platte. Nach dem erneuten Einsetzen der Festplatte baut das RAID automatisch seinen Urzustand wieder auf. Das erkennt man an den blinkenden LEDs an der Front-Seite. Das Drobo 5C bietet hier übrigens umfangreichere Warnmöglichkeiten, beispielsweise per E-Mail-Benachrichtigung.

Fazit Terra Master D4-310

Im Test zeigt sich das Leergehäuse Terra Master D4-310 unkompliziert. Das Einstellen der Betriebsmodi und das Einrichten mit Apples Festplattendienstprogramm setzt allerdings voraus, dass man sich etwas mit der Technik beschäftigen muss. Ganz automatisch, so wie bei dem Drobo 5C, gelingt das Einrichten nicht. Die Hardware selber ist solide.

Terra Master D4-310

Preis: 200 Euro, aktueller Preis auf Amazon

Vorzüge: Günstig, leiser Lüfter, mit USB-Hub

Nachteile: Externes Netzteil, Optimal nur mit gleichgroßen Festplatten, Technische Grundkenntnisse zum Einrichten nötig

Terra Master, http://www.terra-master.com/html/de/article_read_1419.html

Note: 2,2 gut

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