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Test iHealth Track: Blutdruckmessgerät mit iOS-App

20.03.2017 | 14:51 Uhr |

Den Blutdruck am Oberarm misst das iHealth Track. Das vergleichsweise günstige Gerät macht auf uns einen guten und funktionalen Eindruck.

Den Blutdruck zu messen ist am Oberarm viel genauer und zuverlässiger als am Handgelenk. Dies hat sich auch in unserem Test einmal mehr bewiesen. Noch im Januar hatten wir vom selben Hersteller den iHealth View vorgestellt, mit dem sich der Blutdruck bequem am Unterarm messen lässt. Doch die Ergebnisse sind im Schnitt viel zu hoch. Die Erklärung dafür findet sich ebenfalls im verlinkten Artikel, nebst weiteren Informationen über die Thematik der Blutdruckmessung allgemein.

Größer = besser (in diesem Fall!)

Unser iHealth Track für die Oberarmmessung ist natürlich etwas wuchtiger als der kleinere Bruder für die Unterarmmessung. Der Track kommt in den Abmessungen 98 x 98 x 46 Millimeter und bietet einen Manschetten-Umfang von 22-42 Zentimeter. Die Stromversorgung erfolgt auch hier über (beiliegende) Batterien, und zwar mit 4-mal 1,5 V AAA, diese sollen für 250 Messungen ausreichen.

Darf man dieser Naht auf Dauer trauen?
Vergrößern Darf man dieser Naht auf Dauer trauen?

Neben dem Blutdruck systolisch (oberer Wert) und diastolisch (unterer Wert) wird auch der Puls gemessen, auch das ist Standard bei derartigen Geräten. Der iHealth Track will aber auch Arhythmien erkennen, das sind Herzrhythmusstörungen respektive Unregelmäßigkeiten der Herzaktion . Derartiges wurde uns – glücklicherweise – nicht angezeigt, ob es funktioniert, können wir nicht beurteilen.

Gute und flotte Blutdruckmessung

Dagegen klappt die einfache Blutdruckmessung am linken oder rechten Oberarm prinzipiell sehr einfach. Die blaue Manschette ist zunächst etwas schwer umgänglich, sie wirkt ein bisschen wuchtig und steif. Doch das wird mit der Zeit sicherlich flexibler, und man gewöhnt sich flott daran. Ein Käufer bei Amazon.de , wo es das Blutdruckmessgerät für knapp 33 Euro gibt, klagte schon nach zwei Wochen regelmäßiger Nutzung über eine aufgehende Naht am Ausgang des Messschlauches. Wir ahnen auch, was er meint, denn an dieser Stelle, wo der Schlauch nach oben austritt, wirkt die Naht tatsächlich etwas anfällig (Bild). Entsprechend vorsichtig sollte man damit umgehen. Aber nach einer solch kurzen Zeit ist das selbstverständlich eine Garantieangelegenheit.

iHealth MyVitals
Vergrößern iHealth MyVitals

Die Messung funktioniert dann schnell. Vor allem liegen die Werte jetzt im gewohnten Bereich, statt ”meilenweit” darüber. Wir vergleichen dies auch wieder mit einem handelsüblichen Blutdruckmessgerät für den Oberarm von Sanitas. Tendenziell zeigt uns aber der iHealth Track höhere Werte vor allem diastolisch an. Doch da dies nicht im kritischen Bereich liegt wie bei der Unterarmmessung, ignorieren wir diese Differenzen getrost (Unterschiede etwa bei 2-4 mmHg; welches Gerät als ”Norm” zu werten ist, lässt sich ja nicht ganz so leicht festlegen).

Gute Anweisungen
Vergrößern Gute Anweisungen

iHealth-App zu neugierig

Die Blutdruckwerte und der Puls werden sehr gut ablesbar direkt auf dem kleinen Display angezeigt, das je nach Wert die Farbe ändert. Ein grüner, gelber und roter Farbcode zeigt, in welchem Bereich das Ergebnis laut Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt – das Display leuchtet komplett in der passenden Farbe auf. Bis zu 60 Werte lassen sich im Gerät automatisch speichern. Doch natürlich, und erst dadurch qualifiziert sich das Gerät für Macwelt.de für einen Test, verfügt der iHealth Track über Bluetooth 4.0 zur Verbindung mit der iOS-App iHealth MyVitals. Auch von dieser war beim ursprünglichen Test schon die Rede. Und auch hier zeigen sich die gleichen Schwächen und Kritikpunkte: sie ist nur im Hochformat zu nutzen, was auf dem iPad zumindest ungewohnt ist. Vor allem aber muss man sich wieder umständlich und gegebenenfalls auch ungewollt mit seinen persönlichen Daten samt E-Mail-Adresse, Geburtsdatum, Größe, Gewicht und anderen Details anmelden, sonst ist die App überhaupt nicht benutzbar. Das finden wir auch jetzt nachdrücklich lästig und ist gefühlt fast schon eine Nötigung. Es wäre schließlich ein Leichtes für den Entwickler, die App für die Werte und ihre Speicherung zugänglich zu machen, auch ohne dass man sich derartig persönlich mitteilen muss. Zumal sich Uhrzeit und Datum auf dem Display des iHealth Track nur über diese Bluetooth-Verbindung mit der App einstellen lassen. Sie ist also keineswegs verzichtbar. Wer dennoch keine Lust hat, seine persönlichen Daten einzugeben, kann dies immerhin mit Fake-Werten umgehen.

Zwischendurch auch mal auf englisch.
Vergrößern Zwischendurch auch mal auf englisch.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

Der iHealth Track kostet beim Anbieter 40 Euro, bei Amazon und anderen Anbietern gibt es die schon günstiger. Man sollte daran denken, dass bei vorliegender Indikation Krankenkassen nach Verschreibung durch den Arzt oder die Ärztin ein Blutdruckmessgerät in der Regel bezahlen.

Für die iOS-App iHealth MyVitals , die kostenlos erhältlich ist, sollte man mindestens iOS 7.0 auf iPhone, iPad oder iPod Touch laufen haben.

Fazit und Empfehlung

Für unter 40 Euro erhält man mit dem iHealth Track ein solides Blutdruckmessgerät für den Oberarm, das über ein ausgezeichnetes Display mit Warnhinweisen bei Überschreitung der empfohlenen Blutdruckwerte verfügt. Ob wir das Problem mit der Naht an der Manschette, wo der Schlauch austritt, nachvollziehen werden (müssen), lässt sich im Moment noch nicht sagen. Wir werden das im weiteren Gebrauch beobachten. Abgesehen davon ist der iHealth Track ein günstiges und nach unserer Erfahrung empfehlenswertes Gerät auch für die tägliche Blutdruckmessung. Die dazugehörige App ist funktional und bis auf Kleinigkeiten recht übersichtlich. Den Zwang, persönliche Daten vor der Benutzung der für das Gerät an sich unverzichtbaren App mitteilen zu müssen, ist eine ernsthafte Einschränkung, an welcher der Hersteller unbedingt und schnellstens etwas ändern muss.

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