Aufmacher WE-Mag 30/05

Wochenendmagazin 30/05

Workshop: iPhoto und Automator +++ Auf der anderen Seite: Windows XP reloaded, Buena Vista Longhorn, Googles Bilderverwalter +++ Macwelt Replay: Der spielerische Wochenrückblick +++ Kolumne: Noch ein Effekt

Von Peter Müller, Thomas Hartmann, Volker Riebartsch (30.07.2005)

Workshop: iPhoto und Automator
Von Volker Riebartsch

Mit iPhoto, Automator und kostenlosen Hilfsprogrammen kann man komplexe Workflows automatisieren, Geld und jede Menge Zeit sparen. Um Ihnen die Möglichkeiten aufzuzeigen, die die Kombination aus Mac- OS X 10.4, iPhoto und weiteren Applikationen im Zusammenspiel mit dem neuen Feature Automator bietet, erstellen wir im Workshop Schritt für Schritt einen Automator- Arbeitsablauf, den Sie sofort anpassen und verwenden können. Neben Automator und iPhoto 5 kommt noch das kostenlose, skriptfähige Bildmanipulationstool iMagine samt einer Automator- Aktion zum Einsatz. Natürlich finden Sie Programm und Aktion auf unserer Leser- CD. Installieren Sie beides, bevor Sie mit dem Workshop beginnen. Die Aufgabenstellung des zu erstellenden Automator-Arbeitsablaufs lautet wie folgt: In iPhoto wählen Sie eine beliebige Zahl an Photos mit der Maus aus. Diese werden automatisch in ein Verzeichnis auf dem Schreibtisch kopiert, bekommen dort neue, fortlaufende Dateinamen verpasst und werden mithilfe einer Bilddatei mit einem Wasserzeichen ausgestattet. Auf diese Weise schützen Sie Ihre Bilder vor nicht genehmigter Benutzung. Die Digitalfotos werden dann auf eine niedrigere Auflösung herunterskaliert und in einem Archiv verpackt. Nun geben Sie noch einen E-Mail-Empfänger, Betreff und einen Nachrichtentext per Dia logbox an, und das Foto-Archiv wird automatisch über das Programm Mail an den gewünschten Adressaten verschickt. Alle genannten Aktionen lösen Sie mit nur einem Befehl aus. Unser exklusiv für Macwelt-Leser programmierter Automator-Ablauf lässt sich natürlich verändern oder erweitern. Automator bietet tolle Erweiterungen, steigen Sie ein!

1. Vorbereitungen

Hilfsprogramme installieren: Für die Erstellung unseres Automator-Arbeitsablaufs benötigen wir das skriptfähige Bildmanipulationsprogramm iMagine und eine zugehörige Aktion. Im Internet finden die Programme „iMagine Photo“ und „iMaginePhotoActions“. Mounten Sie beide Images und installieren Sie das Programm sowie die zugehörigen Aktionen. Um Ihnen die Arbeit zu erleichtern, haben wir für Sie noch die Datei „wasserzeichen. gif“ parat gelegt. Kopieren Sie beide auf die Schreibtischoberfläche. Natürlich können Sie die Wasserzeichendatei und das Export-Verzeichnis später durch eine eigene ersetzen, auch der Lagerort ist frei wählbar. Um den Workshop nachvollziehbar zu gestalten, haben wir beide für Sie vorgegeben.

Neuen Arbeitsablauf anlegen: Starten Sie das Programm Automator. Im Fenster stellt es links unter „Bibliothek“ alle Programme dar, für die Automator-Aktionen angeboten werden. Wenn Sie hier ein Programm wählen, finden Sie unter „Aktion“ alle zugehörigen Aktionen. Die im Schritt 1 neu installierten Aktionen werden dargestellt, wenn Sie in der Bibliothek „iMagine Photo“ aktivieren. Im ersten Schritt sollten Sie das neue Projekt speichern, mit dem Befehl „Sichern unter“ im Menü „Ablage“. Als Namen wählen wir „Wasserzeichen“ und speichern die Datei im Format „Arbeitsablauf“ auf dem Schreibtisch. Automator ist noch etwas mit Kinderkrankheiten behaftet: Speichern Sie regelmäßig! Falls das Programm mal extrem langsam arbeitet, beenden Sie es und starten dann neu.

2. Fotos auswählen und kopieren

Fotos auswählen: Wählen Sie in der Automator- Bibliothek „iPhoto“ die Aktion „Ausgewählte iPhoto-Objekte abfragen“, und ziehen Sie die Aktion ins rechte Fenster. Wir wollen später die Fotos in iPhoto per Mausklick auswählen. Automator bietet selbst eine tolle Aktion, um die aus einem Arbeitsschritt erhaltenen Werte einzusehen. Wählen Sie in der Bibliothek „Automator“, und ziehen Sie die Aktion „Ergebnisse anzeigen“ unter die erste Aktion. Starten Sie nun iPhoto, und wählen Sie einige Bilder per Mausklick an. Wechseln Sie zum Automator-Programmfenster und klicken Sie oben rechts die Schaltfläche „Ausführen“ für einen Testlauf. Automator stellt im Fenster „Ergebnisse anzeigen“ die iPhoto-Bezeichnungen für die gerade ausgewählten Fotos dar. Im Folgenden soll die Aktion „Ereignisse anzeigen“ immer an letzter Stelle stehen, zur Überprüfung der Werte.

Fotos kopieren: Im zweiten Schritt wollen wir die ausgewählen Fotos in den Ordner „iPhoto-Export“ auf dem Schreibtisch kopieren. Ziehen Sie die Aktion „Finder Objekte kopieren“ aus der Bibliothek „Finder“ an die zweite Stelle vor die Aktion „Ereignisse anzeigen“. Wählen Sie in der Aktion unter „Nach:“ das Verzeichnis „iPhoto-Export“ auf dem Schreibtisch. Wählen Sie wieder die Schaltfläche „Ausführen“. Unter „Ereignisse anzeigen“ finden Sie jetzt die Pfade zu den Fotos auf der Festplatte. Für die Umsetzung der iPhoto- Bezeichnungen auf den Festplattenpfad sorgen übrigens automatisch so genannte „Conversion-Actions“. Damit die Dateien eingängige Namen bekommen, ziehen Sie die Aktion „Finder Objekte umbenennen“ aus der Bibliothek „Finder“ an die dritte Stelle des Arbeitsablaufs. Wählen Sie im oberen Klappmenü „Laufende Nummern hinzufügen“, aktivieren Sie „Neuen Namen“, tragen Sie einen Namen ein und wählen Sie die automatische Nummerierung der Dateien.

3. Wasserzeichen und Skalierung

Wasserzeichen: Ziehen Sie aus der „iMagine Photo“-Bibliothek die Aktion „Apply Watermark“ an die vierte Stelle. Wählen Sie per Klappmenü die Datei „wasserzeichen. gif“ auf dem Schreibtisch, und stellen Sie „Watermark Scale“ und „Opacity“ auf etwa 50 Prozent.

Skalieren: Damit die maximale Pixelgröße in Höhe oder Breite den Wert 800 nicht überschreitet, ziehen Sie aus der Bibliothek „Vorschau“ die Aktion „Bilder skalieren“ an die fünfte Stelle und tragen unter „Größe“ den Wert „800“ ein. Die Bilder werden jetzt mit Wasserzeichen versehen und skaliert.

4. Archiv erstellen und E-Mail versenden

Archiv erstellen: Bevor wir aus den Fotos ein Zip-Archiv erstellen, wollen wir das Programm iMagine Photo beenden, das beim Skalieren geöffnet wurde. Dazu ist ein Applescript notwendig. Ziehen Sie aus der Bibliothek „Automator“ die Aktion „Applescript ausführen“ an die sechste Stelle. Zwischen „on run“ und „return input“ kommt der Befehl:

tell application "iMagine Photo" to quit

Klicken Sie auf das Hammer-Symbol im Skript-Fenster. Zum Erstellen eines Zip-Archivs aus dem Ordner „iPhoto-Export“ inklusive der Bilder ziehen Sie die Aktion „Archiv erstellen“ aus der Bibliothek „Finder“ an die siebte Stelle. Bevor Sie den nächsten Testlauf über die Schaltfläche „Ausführen“ starten, leeren Sie das Verzeichnis „iPhoto-Export“.

Archiv als Mail versenden: Um das erstellte Archiv per Mail zu versenden, ziehen Sie die Aktion „Neue E-Mail“ aus der Bibliothek „Mail“ an die achte Stelle des Arbeitsablaufs und klappen die „Optionen“ aus. Aktivieren Sie die Checkbox „Aktion beim Ausführen anzeigen“ und den Radiobutton „Ausgewählte Objekte anzeigen“. Aktivieren Sie „An“, „Betreff“ und „Text“. Später wird der Arbeitsablauf an der Stelle stoppen. Sie geben Mail-Adresse, Betreff und Text für den Empfänger ein. Das Ergebnis des bisherigen Arbeitsablaufs öffnet Mail und hat die gewünschte E-Mail sendebereit zusammengestellt. Das eigentliche Versenden übernimmt eine neue „Applescript ausführen“-Aktion. Im Skriptfenster sorgen die beiden Zeilen unten für den automatischen Versand der E-Mail:

set newMessage to input

tell application „Mail“ to send newMessage

5. Speichern und einsetzen

Speichern: Funktioniert der Arbeitsablauf, können Sie ihn speichern. Wählen Sie Im Ablage-Menü den Befehl „Als Plugin sichern“ mit der Option „Plugin für Skript- Menü“. Alternativ können Sie den Arbeitsablauf als Programm speichern. Wählen Sie dazu im Ablage-Menü den Befehl „Sichern unter“ und als Dateiformat „Programm“.

Einsetzen: Zur Nutzung des Plug-ins ist das Skript-Menü einzuschalten. Öffnen Sie das Applescript Dienstprogramm („Programme/ AppleScript“), und aktivieren Sie die Option „Skriptmenü in der Menüleiste einblenden“. Wählen Sie nun in iPhoto Bilder aus. Zum Start des Arbeitsablaufs aktivieren Sie das Skript „Wasserzeichen“ aus dem Menü oder starten das gespeicherte Programm.

Dieser Artikel ist dem Macwelt-Sonderheft "Foto, Audio, Video, DVD entnommen, das seit dem 20. Juli im Handel oder direkt in unserem Shop erhältlich ist.

Auf der anderen Seite: Windows XP reloaded,
Windows XP reloaded

Dies ist ein ganz persönlicher Bericht, den der Autor aber mit so manchem geplagten XP-Anwender in weiten Strecken teilen dürfte. Nach zwei Jahren - immerhin! - war nun eine komplette Neuinstallation des immer noch aktuellen Microsoft-Betriebssystems auf meinem Rechner fällig. Der Grund dafür: ich hatte an einem Betatest des an sich hervorragenden Windows-Tools Tuneup Utilities(Tune up Utilities 2006) teilgenommen. Nachdem ich damit "ordentlich" in der Registry aufgeräumt hatte, ging gar nichts mehr - nicht einmal mehr die Systemwiederherstellung, die mich schon so manches Mal vor einer Neuinstallation bewahrt hatte. Dass auch ein mit Acronis True Image angefertigter Klon meiner Festplatte zur Wiederherstellung nicht zu gebrauchen war, sei nur am Rande erwähnt - hier war dem Autor zuvor leider ein kleiner Denkfehler unterlaufen. Soll ja vorkommen, vor allem, wenn man zu lange vor Windows-Rechnern sitzt...

Doch nun zum Positiven: Nachdem alles frisch auf der Platte war, lief Windows XP erstaunlich schnell. Leider kann man es nicht so lassen. Zum einen benötigt man Anwendungsprogramme etwa für die Text- und Bildbearbeitung. Ferner hätte man gern das ein oder andere Tool, das einem das Leben leichter macht wie etwa eine Erweiterung der Zwischenablage von Windows. Ein bisschen schöner soll es auch werden, zumindest mit einem anderen Hintergrundbild. Und dann vor allem gilt es, die zahlreichen Sicherheitslöcher in XP zu stopfen, als da wären die nötigen Hilfsmittel wie Virenscanner (wir nehmen Kaspersky, denn alles von Norton kommt uns nicht auf die Windows-Platte, vom Mac ganz zu schweigen). Auch die Ersetzung des standardmäßigen Internet-Explorers - in unserem Fall Opera - gehört neben dem besserem Komfort zu den Sicherheitsmaßnahmen (immerhin ist damit die Gefahr durch unerwünschte ActiveX-Steuerelemente schon einmal gebannt). Eine Firewall, die über die eingebaute von Windows hinausgeht, ist ebenfalls vonnöten: Zone Alarm kostet nichts und tut seinen Dienst. Schließlich noch etwas gegen Spyware, hierbei schwören wir auf Adware. Der Hauptgrund, warum ich überhaupt Windows XP so ausgiebig nutze, ist die Tatsache, dass es für das deutschsprachige Mac-OS X keine brauchbare Spracherkennung gibt - iListen 1.6.6 kann man immer noch vergessen, IBM ViaVoice für Windows dagegen ist sein Geld wert, kostet aber auch anständig PC-Ressourcen.

So, diesmal aber sichern wir die Festplatte richtig, zumal sich die kryptischen Fehlermeldungen schon wieder häufen. Mit dem erwähnten Arconis True Image lässt sich eine unsichtbare Partition auf der Startdisk anlegen, die bei Bedarf ein komprimiertes Image des aktuellen Systems enthält und bei Systemstart über die Funktionstaste 11 aufrufbar ist. Damit soll man theoretisch noch besser als mit der Systemwiderherstellung ein funktionierendes Windows rekonstruieren können. Ausprobieren musste ich das zum Glück noch nicht - an Beta-Tests auf Systemebene nimmt der Autor vorläufig jedenfalls auch nicht mehr Teil...

Picasa 2 - Bildverwalter von Google

Im Zusammenhang mit der zuvor erwähnten Neuinstallation von Windows XP sollte die Gelegenheit genutzt sein, in Bezug auf Bildverwaltung einmal etwas Neues auszuprobieren. Viel gelobt wurde schon von verschiedenen Anwendern und Windows-Sites die von Google aufgekaufte und anschließend kostenlos angebotene Software Picasa, jetzt in Version 2. Das Programm ist rasch geladen und installiert, anschließend durchforstet es alle angeschlossenen Festplatten blitzschnell nach Bilddateien und stellt diese übersichtlich in einer Ordnerstruktur im Hauptfenster dar, ein wenig wie in iPhoto: links die Bilderordner, rechts die Fotos und Grafiken selbst, deren Ansicht sich stufenlos über einen Schieberegler vergrößern und verkleinern lässt. Übrigens sammelt Picasa 2 anders als das Apple-Bildprogramm nicht nur die dort importierten Fotos und Ordner, sondern sämtliche auf der Festplatte, die ein Bild enthalten, also auch solche, in denen man normalerweise Textdateien ablegt und nur vereinzelt ein Foto oder eine Grafik gespeichert hat. Per Doppelklick wechselt ein ausgewähltes Foto in den Bearbeitungsmodus, wo das Programm einige elementare Funktionen wie Zuschneiden ("Crop" - die Software gibt es bislang nur in Englisch), Begradigen, Korrekturen für Belichtung, Kontrast und Farben anbietet sowie einige Effektfilter. Hinzu kommen Funktionen für den E-Mail-Versand, das Anfertigen einer Collage und den personalisierten Versand eines Fotos via "Hello", eine ebenfalls kostenlose Software, die ähnlich einem Instant Messengers funktioniert, nur eben mit Bildern. Richtig cool finden wir die Timeline, mittels derer wir einen sowohl schicken als auch guten Überblick über den Bestand unserer Fotos erhalten. Eine Dia-Schau und die Möglichkeit, die Bilder auf CD zu brennen, ergänzen das hervorragende Angebot. Das CD-Brennen lässt sich auch gleich mit automatisierter Dia-Schau ("Gift CD") umsetzen. Alles in allem ein tolles Angebot von Google, kostenlos dazu. Mit um die 40 - 70 MB RAM Arbeitsspeicher ist es für eine Bildverwaltung und -verarbeitung auch recht Ressourcen-schonend und ist so auch relativ gut unter Virtual PC auf dem Mac einzusetzen. Einfach ausprobieren!

Info: Picasa 2

Buena Vista, Windows Longhorn!

Microsoft gestaltet eben mal nach Gutdünken die Landkarte um, so dass Erz-Rivale und Geschäftspartner Apple Computers aus Cupertino auf den eigenen im Internet veröffentlichen Maps nicht erscheint. Bill Gates zeigt sich wenig amused darüber, dass er zwar nicht als Erfinder der Windows-Last-Exit-Tastenkombination Strg-Alt-Del gilt, aber dafür als derjenige, der diese berühmt gemacht habe. Und schließlich - dritte wichtige Nachricht von Microsoft dieser Tage - ist endlich eine funktionsfähige Vorläuferversion des nächsten Microsoft-Betriebssystems als noch nicht öffentliche Beta 1 erschienen - diese dürfen vorläufig nur 10.000 ausgesuchte Beta-Tester sowie weitere Entwickler auf ihren PCs zum Probelauf bringen.

Etwas Verwirrung herrscht um den Namen: bislang hieß der XP-Nachfolger bekanntermaßen Longhorn, was sich wunderbar auf Grund des schon weit verzögerten Erscheinungstermins auch als "Longwait" verunstalten ließ. Screenshots von der Boot-Routine der Beta 1 zeigen denn auch noch den Codenamen Longhorn - doch zumindest auf dem Desktop nach Installation sieht man schon "Vista" als Schriftzug. Was natürlich zu neuen Sprachspielen herausfordert - etwa in der Überschrift zu diesem Absatz "Buena Vista" oder, weil wir ja noch nicht wissen, ob es wirklich etwas Gescheites wird mit diesem Betriebssystem - Hasta la Vista - Baby, wie Arnie ergänzen würde. Müssen wir nun außer einer neuen MS-Geographie auch noch Spanisch lernen, um das kommende Windows zu verstehen?! "Vista" bedeutet so viel wie Ansicht oder Perspektive. Zugestanden, die ersten Screenshots und der Bericht von Paul Thurrott zeigen ein aufgeräumtes und schick gestaltetes Windows mit zahlreichen Funktionen, die freilich nicht nur entfernt an manche Mac-OS X-Features und -Designs erinnern. Hat Redmond Grund zu feiern, dass es nun endlich vorwärts geht? Immerhin hat man bei der Gelegenheit gleich den Internet-Explorer 7 eingeführt. Und im November soll eine öffentliche Beta 2 folgen. Doch, es bleibt dabei: vor Ende 2006 wird es wohl nichts werden mit dem neuen Betriebssystem für die Massen. Bis dahin ist aller Voraussicht nach schon Mac-OS X 10.5 "Leopard" auf dem Markt. Und läuft dann wie Windows auf Intel-Prozessoren. Diesmal ist die Sache für Microsoft nicht so klar, wie weit es die Nase dann vorne haben wird. Apples Betriebssystem entwickelt sich rasch weiter und sorgt für wachsende Marktanteile. Dass Microsoft durchaus verletzbar ist, hat zuletzt der Aufschwung von Firefox gegenüber dem Internet-Explorer gezeigt: es reicht zwar nicht, um den Giganten vom Sockel zu stürzen, aber dessen Lack zeigt ein paar empfindliche Kratzer. - "Leopard" klingt doch irgendwie dynamischer und Erfolg versprechender als das harmlose "Vista" - finden Sie nicht auch?!

Info: Windows Vista Beta 1

Macwelt Replay: Der spielerische Wochenrückblick
Doom: Filmtrailer jetzt online

Zur Verfilmung des nicht jugendfreien PC- und Mac-Mars-Gemetzels Doom 3 gibt es nun einen ersten Trailer zum voraussichtlich ebenfalls nicht mit Jugendfreigabe erscheinenden Kinofilm "Doom" unter anderem im Quicktime-Format. Filmstart in Deutschland soll Ende Oktober 2005 sein. (tha)

Info: Doom Filmtrailer

Neues von Myst V

Die Fan-Seite Adventuretreff.de berichtet weitere Details zum "Steintafel-System" in Myst V, über das der Spieler per Mausgesten mit den Charakteren im Spiel kommunizieren kann und zum Fortkommen bei den Rätseln auch muss. Außerdem könne man über diese im Spiel erlernte Symbolschrift veranlassen, dass es in der Mystwelt etwa regnet. Auf der Seite finden sich weitere Screenshots. (tha)

Info: Adventuretreff.de

ASH bringt Star Wars Battlefront auf deutsch

Der Distributor Application Systems Heidelberg liefert ab sofort das Schlachtengetümmel Star Wars Battlefront aus. Im Spiel zu den Filmen von George Lucas hat der Spieler die Auswahl aus vier verschiedenen Armeen des Imperiums, der Separistendroiden, der Republik oder der Rebellen. Bis zu 64 Spieler können sich online oder über das LAN in den Krieg der Sterne werfen, im Einzelspielermodus steuert der Rechner die Gegner. An Spielfiguren stehen 20 verschiedene Typen bereit und 25 Fahr- und Flugzeuge aus den insgesamt sechs Star-Wars-Filmen. Star Wars Battlefront kostet 50 Euro und ist ab 16 Jahren freigegeben.

Info: Application Systems Heidelberg

Electronic Arts fehlt es an Kassenschlagern

Aufgrund des vergleichsweise schwachen Spieleangebots sowie gestiegener Betriebs- und Entwicklungskosten hat Electronic Arts (EA) in seinem Auftaktquartal 2005/06 wie erwartet einen Nettoverlust verbucht. Gleichzeitig senkte der weltgrößte Hersteller von Videospielen wegen des auf Frühjahr 2006 verschobenen Starts des Konsolenspiels "The Godfather" den Ausblick für den Rest des Geschäftsjahres.

Wie das Unternehmen aus Redwood City, Kalifornien, bekannt gab, ging der Umsatz im Ende Juni abgelaufenen ersten Quartal 2005/06 im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 365 Millionen Dollar zurück. Unter dem Strich weist EA einen Nettoverlust von 58 Millionen Dollar oder 19 Cent je Aktie aus, nachdem im Vergleichsquartal des Vorjahres noch ein Gewinn von 24 Millionen Dollar oder acht Cent pro Anteil erzielt worden war. Von Thomson First Call befragte Analysten hatten nach einer Ergebniswarnung der Company im Schnitt mit noch schlechteren Resultaten, nämlich mit einem Minus von 24 Cent je Aktie bei 326,7 Millionen Dollar Umsatz gerechnet.

In einer Stellungnahme verwies EA auf die erfolgreichen Spiele "Medal of Honor: European Assault" und "Battlefield 2", von denen im Berichtszeitraum jeweils mehr als eine Million Kopien verkauft wurden. Die Titel konnten sich allerdings bei weitem nicht mit den Kassenschlagern aus dem Vergleichsquartal des Vorjahres messen, darunter eine Spiele-Adaption von "Harry Potter".

Analysten monieren seit längerem, dass es EA an neuen Top-Titeln mangele. Als Reaktion hat das Unternehmen im Berichtsquartal seine Forschungs- und Entwicklungskosten um 40 Prozent auf 183 Millionen Dollar aufgestockt. Die Aufwendungen für Verwaltung und Betrieb verdreifachten sich auf 51 Millionen Dollar, während die Anzahl der Mitarbeiter im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 4500 Menschen wuchs. Ob diese Strategie Erfolg bringt, wird sich frühestens ab Jahresende zeigen, wenn die für die neuen Spiele gedachten Konsolen der nächsten Generation auf den Markt kommen. Eine für Microsofts Xbox 360 geplante Version des Spiels "The Godfather" wird nach einer Serie von Pannen voraussichtlich sogar noch später erscheinen (siehe auch: "Electronic Arts verschiebt Videospiel "Der Pate").

Im gesamten Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen daher nur noch einen Gewinn von 1,45 bis 1,60 Dollar pro Aktie bei 3,3 bis 3,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zuvor hatte EA noch einen Profit von 1,55 bis 1,70 Dollar je Anteil bei 3,4 bis 3,5 Milliarden Dollar hohen Einnahmen in Aussicht gestellt. (mb)

Mario hüpft noch immer - Nintendos “NES” hat treue Fans

Gute Klempner können nicht nur schrauben, sondern auch prima unterhalten. Nintendo-Fans der ersten Stunde wissen das seit Mitte der Achtziger: Das Hüpfspiel “Super Mario Bros.” um die virtuellen Klempner Mario und Luigi zählte zur Grundausstattung der Videokonsole “Nintendo Entertainment System”, kurz: NES. Mit der grauen, rechteckigen Box sammelten viele Videospieler ihre ersten Erfahrungen im Reich der damals noch groben Pixel, blechernen Synthie-Klänge und zweidimensionalen Landschaften.

Heute gilt das NES als Geburtshelfer der multimediabegeisterten und manchmal bespöttelten “Nintendo-Generation”. Als die Konsole 1985 in Europa und den USA in die Geschäfte kam, traf sie den Nerv vieler Konsumenten. Nicht als teurer, störanfälliger Technikprotz, sondern als familienkompatibles Spielzeug überzeugte das NES in Wohn- und Kinderzimmern. “Es war ein günstiges und stabiles Gerät, das jeder bedienen konnte”, sagt Computer- und Videospiel-Spezialist Winfried Forster aus Utting bei München.

Für den japanischen Hersteller Nintendo bedeutete das NES den weltweiten Durchbruch. Die in Asien unter den Namen “Famicom” vertriebenen Schwestergeräte mitgerechnet, wurden bis 1994 rund 60 Millionen Exemplare verkauft. Außerhalb Japans war das NES zunächst konkurrenzlos: “Nintendo stieg ein, als viele andere raus waren”, sagt Winfried Forster, Autor des Buches “Spielkonsolen und Heimcomputer 1972 - 2005”.

Wegen einer Schwemme minderwertiger Neuerscheinungen hatte der westliche Videospielmarkt kurz zuvor einen Zusammenbruch erlebt. Viele Unternehmen zogen sich daraufhin aus dem Geschäft zurück oder setzten auf Heimcomputer. Das NES verhalf dem Markt in “verblüffend kurzer” Zeit zu einem Comeback, erklärt Forster.

Ein wichtiges Kaufargument war und ist nach Ansicht von Experten die Spiele-Software: “Bei Spielen vieler Konsolen mangelt es an einem guten Spielprinzip und Originalität”, findet Christian Gottschalk aus Essen, Mitbetreiber von www.nescenter.de, der nach eigenen Angaben größten deutschsprachigen Fan-Webseite zum Thema. “Beim NES findet man beides. Das macht die Konsole so zeitlos.”

Auf dem NES erfolgreiche Spielereihen wie “Donkey Kong”, “The Legend of Zelda” oder “Super Mario” werden selbst auf aktuellen Konsolen fortgesetzt. Teile davon erleben im Retro-Design immer wieder Neuauflagen. So ist ein Dutzend NES-Klassiker derzeit für den “Game Boy Advance” zu haben. Grund für die lukrative Traditionspflege: Studien zufolge ist Pixel-Held Mario bei Kindern so bekannt wie Mickey Mouse oder Bugs Bunny, heißt es bei Nintendos Europa-Vertretung in Großostheim bei Frankfurt/Main.

Das NES selbst ist in der Produktpalette des japanischen Herstellers längst technisch aufwendigeren Nachfolgern gewichen. Viele Liebhaber können sich dennoch nicht von ihrem Exemplar trennen, auch weil es sich in vielen Fällen - wie bei Christian Gottschalk - um ihre erste eigene Spielekonsole handelte. “Ich entdecke immer noch neue Spiele”, sagt der Student. Nach Angaben Nintendos sind mehr als 500 NES-Programme erschienen - die selbst viele leidenschaftliche Anhänger noch nicht komplett durchgespielt haben werden. Rund 20 Jahre nach der Erstveröffentlichung begeistere die Konsole weiter eine erstaunlich große Fangemeinde, sagt Gottschalk: “Es gibt noch viele Leute, die NES spielen - nicht nur aus Nostalgiegründen.” Geräte, Software und Zubehör wie eine Lichtpistole und eine Fitnessmatte würden vielfach bei Online-Auktionshäusern und in einschlägigen Internet-Foren gehandelt. Eine Konsole samt Spielepaket gibt es bei ebay für durchschnittlich 50 Euro. Für ein seltenes, gut erhaltenes Spiel, so weiß Christian Gottschalk, berappen Sammler aber manchmal sogar das Doppelte. (dpa)

Kolumne: Noch ein Effekt

Vergangene Woche haben wir an dieser Stelle ausführlich den mittlerweile erwiesenen Halo-Effekt des iPod debattiert, in dieser Woche hat ein walisischer Arzt eine neue Wirkung des populären Musik-Players postuliert: Den Hallu-Effekt. Victor Aziz, Psychiater des Whitechurch-Hospitals in Cardiff hat seine Entdeckung zwar nicht so benannt, sondern nur darauf hingewiesen, dass er einige Patienten habe, die an musikalischen Halluzinationen litten. Erstmals habe er vor sieben Jahren einen Patienten über ständig im Kopf spielende Musik klagen hören und seitdem im südlichen Wales rund 30 Fälle untersucht. Um den schnellsten Weg in die Presse, in diesem Fall den London Evening Standard zufinden, stellte Dr. Aziz einen Bezug zum immer populärer werdenden iPod, der Stilikone der Nullerjahre, her. Exzessives iPod-Hören könne die Psyche schädigen, wer tagaus, tagein seine Playlist im Shuffle-Modus oder in linearer Reihenfolge sich in die Gehörgänge spülen lässt, bekomme die Musik irgendwann gar nicht aus dem Kopf. Schlafstörungen und Konzentrationsschwächen wären die Folge. Sicher könne der Effekt auch mit anderen Abspielgeräten auftreten, aber das populärste ist nun einmal der iPod.

Victor Aziz betont, dass von ihm beschriebene Phänomen dürfe man nicht mit dem Ohrwurm verwechseln, den man halt hin und wieder im Kopf hat. Oft reicht ja nur ein Fetzen Musik aus dem Radiowecker, um von sechs Uhr morgens bis sechs Uhr abends den gleichen Song durch das innere Ohr kreisen zu lassen - wenn man nicht zwischendrin neue musikalische Reize getankt hat. Die Halluzination sei aber viel schlimmer, meint der walisische Doktor, denn sie klinge echt. Wo jetzt genau der Unterschied liegt, lässt sich nicht so genau sagen. Er definiert es wohl nur darin, dass bei Einigen das Radio im Kopf einfach nicht verstummen will. Ob es sich nun wirklich um ein behandlungsbedürftiges Problem handelt, ist nicht klar. Denn es echt im Kopf klingen zu lassen, ist kein Leiden, sondern eine Begabung. Manche Musiker –vor allen die aus der klassischen Ecke – hören ein ganzes Orchester im Inneren, sobald sie eine Partitur lesen. Komponisten stellen sich erst das Orchester und dessen Klang im Kopf vor und schreiben dann die Partitur nieder. Hierbei von Halluzinationen zu sprechen ist kolossal übertrieben, selbst wenn man mit zeitgenössischen „Klassikern“ wie Penderecki oder Henze nichts anfangen kann und ihre Werke für die Folge von exzessivem Pott-Gebrauch hält. Richtig gelesen: Pott, nicht Pod.

Das räumt auch Aziz ein, er hält die Halluzinationen für eine potentielle Störanfälligkeit der Regionen des menschlichen Gehirns, die für die Rezeption von Musik zuständig seien. Eine Anfälligkeit für das Radio im Kopf habe der Mensch schon immer gehabt, mit der massenweisen Verbreitung von persönlichen Musiksystemen werde die Veranlagung erst zum Problem.

Die Kur ist manchmal einfach, erklärt Aziz in seiner Studie. Zwar versuchten es einige Fachkollegen mit Psychopharmaka, wirkungsvoller sei es aber, ein echtes Radio anzudrehen und derart den Ohrwurm zu löschen. Bis man sich einen neuen fängt.

Dass es die Meldung von der Krankheit, die keine ist und ihrer Kur, die lediglich ein Symptom durch ein anderes ersetzt, überhaupt in die Presse geschafft hat, ist natürlich dem Sommerloch zu verdanken. Immerhin bringt sie uns auf andere Ideen, man könnte doch einmal den iPod auf dem Weg ins Büro weglassen, empfiehlt sich auch aus Sicherheitsgründen beim Radeln. Zuhause noch mal ordentlich in die Lieblingsplaylist reingehört und sie eine Stunde lang im inneren Ohr repetiert, schon hört man auch besser den Querverkehr heranrauschen. Oder überhaupt: Einmal intensiv das neu erworbene Album hören, in einem Raum mit perfekter Akustik oder über gute Kopfhörer, das langt dann wieder übers Wochenende, das man ohne Elektronik am Badesse oder im Biergarten verbringt. Ratscht es sich auch leichter mit den Nachbarn auf der Liegewiese oder am Biertisch. Überhaupt, braucht man dann noch einen iPod, wenn man über die eigene Schnittstelle im Kopf genau so gut auftanken kann? Gut, dass nur wenige Menschen diese Art der Musikspeicherung beherrschen, sonst wäre es mit dem Verkaufserfolg des iPod schnell vorbei... (pm)

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