Kampf ums billigste Gespräch

Mobilcom will eigenen Billiganbieter starten

Die Minutenpreise im Mobilfunkmarkt geraten immer mehr unter Druck. Neben Sinyo und Blau locken nun auch Mobilcom, O2 und Vodafone mit billigen Handy-Tarifen. So soll schon im nächsten Jahr mobiles Telefonieren deutlich günstiger werden.

Von Christoph Gripentrog (19.09.2005)

Der Mobilfunkbetreiber Mobilcom will in dieser Woche einen eigenen Billiganbieter namens Klarmobil starten. Dieser greift auf das Mobilfunknetz der Deutschen Telekom zurück und soll mit Preisen von rund 18 Cent pro Minute Simyo, den Pionier in diesem Marktsegment, unterbieten. Eine SMS schlägt dabei mit 12 bis 14 Cent zu Buche, so der Vorstandschef Eckhard Spoerr.

Die E-Plus-Tochter Simyo konnte bislang 250.000 Kunden für sich gewinnen und steht der neuen Konkurrenz relativ gelassen gegenüber. Seit zwei Monaten verkauft die 90-prozentige E-Plus-Tochter SIM-Karten ohne Handys über das Internet und unterbot damit bislang die Konkurrenz. Zudem gibt es für 25 Euro im Monat ein Flatrate-Modell für Vieltelefonierer. Grundsätzlich erwarte man eine deutliche Absenkung der gegenwärtigen Preise, sehe sich aber aufgrund der steigenden Nachfrage im Augenblick nicht dazu gezwungen, die eigenen Tarife von 19 Cent zu senken, so der Vorstandschef Rolf Hansen. Auch O2 bietet seinen Genion-Vertragskunden eine Flaterate an, die jedoch nur für Gespräche in der so genannten Homezone gilt (netzintern und deutsches Festnetz), mit 10 Euro auch günstiger als das Base-Angebot ist.

Minutenpreise der Netzbetreiber noch zu hoch

Hansen führt die immer noch sehr hohen Minutenpreise auf die Gebühren der Netzbetreiber zurück, welche sich bislang auf rund 15 Cent pro Minute belaufen und dabei einen Großteil der von Simyo veranschlagten 19 Cent ausmachen. Doch auch diese so genannten Terminierungsentgelte werden durch Verbraucherschützer immer mehr unter Druck geraten, eine Senkung ist bereits für 2006/2007 angekündigt. Und die Discounter werden dieser Senkung natürlich folgen, so Hansen. Insgesamt sehe man in Deutschland ein Marktpotential von bis zu 25 Millionen Kunden.

Neben Simyo will nun auch die kleine Hamburger Firma Blau im Billigmarkt um mobile Telefongespräche mit mischen. Mit Preisen von 17,9 Cent pro Minute habe man gegenwärtig das billigste Angebot und möchte so bis nächstes Jahr eine halbe Million Kunden werben. Blau nutzt das Netz von E-Plus und möchte auch vom gegenwärtigen Boom beim Vertrieb von Handys über das Internet profitieren. (mit dpa)

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