Gamepedia liest Spiele-Informationen von Amazon aus und sammelt Bilder wie Texte in einer iTunes-ähnlichen Oberfläche.
Suchen und Finden bei Amazon
Bibliothek mit intelligenten ListenDie guten alten Zeiten - vor etwa 10 Jahren spielte man auf dem Mac Marathon, Myst oder Wing Commander IV. Irgendwo hat man die Spiele mit Verpackung vielleicht im Regal oder weniger leicht zugänglich auf dem Speicher verstaut. Eine Bestandsaufnahme wäre jetzt nicht schlecht. Auch darüber, ob man das eine oder andere Spiel an wen verliehen hat. Dabei hilft auf überzeugende Weise Gamepedia, das Informationen zu einem gesuchten Spiel aus verschiedenen Amazon-Sites ausliest. Dabei lassen sich bestimmte Niederlassungen, wie etwa die japanische, bei Bedarf ausschließen oder Prioritäten setzen, damit das Tool zuerst bei der deutschen Amazon-Filiale sucht. Findet die Software dort nichts, geht es automatisch zum nächsten Store - etwa Amazon USA - weiter. In einem eigenen Fenster mit Schublade zum besseren Überblick präsentiert Gamepedia die Ergebnisse einschließlich Titel, Spieleplattform (Windows, Macintosh, Playstation, Gameboy und andere), Hersteller/Entwickler und das Genre. So weit vorhanden auch Erscheinungsdatum, Preis sowie UPC (amerikanischer Universal Product Code mit 12-stelligen Nummern für den Barcode). Mit letzterem Wert kann man sogar umgekehrt verfahren, indem man per Scanner oder iSight-Kamera den Barcode von einer Verpackungshülle einliest und Gamepedia nach dem passenden Spiel suchen lässt.
Direktexport zu .Mac mit diversen VorlagenUnabhängig von der Suchmethode präsentiert Gamepedia außer den bereits genannten Einträgen das Cover eines Spiels sowie Leserkommentare bei Amazon. Für alle Resultate gilt, dass sie nur angezeigt werden, so weit sie auf der Site auch vorhanden sind. Ist man mit einem Ergebnis zufrieden, übernimmt man es per Mausklick in die Bibliothek von Gamepedia, die sich mit der schicken Oberfläche, aber auch seiner Funktionalität in der Tat weitgehend an Apples iTunes anlehnt, einschließlich Bewertungsskala und Suchfunktion. Die von anderen Amazon-Kunden übernommenen Kommentare sind übrigens voll editierbar und lassen sich den eigenen Bedürfnissen anpassen - findet sich kein Text zum gesuchten Spiel, gibt man ihn einfach selbst in das Feld ein.
Der eigene Spielekatalog: Vom Mac ins Web
Infoansicht. Damit kann man sogar surfenIn diesem Hauptfenster erblickt man säuberlich aufsortiert die bislang eingetragenen Spiele und Kategorien. Links unten erscheint ähnlich den CD-Covern bei iTunes die Hüllenabbildung zum Spiel. Wurde man über Amazon übrigens nicht fündig, kann man etwa bei Google ("Bilder") doch noch das passende Cover finden und per Drag-and-Drop in das entsprechende Gamepedia-Feld ziehen. Per Klick auf das Bild erhält man davon eine größere Ansicht im eigenen Fenster. Aktiviert man im unteren Fensterbereich das Info-Panel, das übersichtlich die gesammelten Einträge einschließlich Kommentaren anzeigt, kann man sogar per Kontextmenü ein Widget-ähnliches Feld aufrufen, um dort eine Internet-Adresse einzugeben. Zum Browsen benutzt man Gamepedia selbst, das diese Funktionalität praktischerweise eingebaut hat. Damit ruft man bei Bedarf und sofern vorhanden weitere Links und Screenshots zu einer Fundstelle auf.
Ein weiteres Highlight sind die Exportmöglichkeiten insbesondere als Web-Site mit verschiedenen Vorlagen. Damit hat man in einem Browser-Interface schnell die eigene Spiele-Internetsite erstellt und, wenn man über einen .Mac-Zugang verfügt, per Export ohne Umstand im weltweiten Netz online.
Katalog mit Raffinesse
Ausgabe also Website mit Links zu Amazon und zum VerleiherHat man sich mit den vielfältigen Möglichkeiten zur Erstellung einer Liste der eigenen Games hinreichend beschäftigt, entdeckt man mit der Zeit die zahlreichen anderen Features von Gamepedia. Dazu gehört das einfache Führen einer Verleihliste (wann hat man wem welche Spiele ausgeliehen), damit kann man dem Betreffenden sogar direkt aus Gamepedia heraus eine E-Mail mit vorgefertigtem Text schreiben (der voreingestellte E-Mail-Client des Users öffnet sich). Man kann sich eine Wunschliste für künftige Spiele zusammenstellen oder schlicht neue Kategorien dazu erfinden. Hier bietet sich etwa eine Feinunterteilung nach Genre (Adventure, Shooter usw.) oder nach Plattform (Windows, Mac, Playstation usw.) an. Die Option, intelligente Sammlungen nach dem Vorbild der intelligenten Ordner in Mac-OS X anzulegen, macht das kinderleicht. Des Weiteren kann man im "Extra-Menü" auf sog. Lieblingslisten ("ListMania") auf Amazon zugreifen oder ein Spiel direkt beim Online-Händler bestellen. Durch die Unterstützung für Plug-ins lässt sich die Suche über Amazon-Seiten hinaus ausdehnen, sobald diese Erweiterungen vorliegen oder man sie selbst programmiert. Nicht zuletzt sei erwähnt, dass Gamepedia unter Mac-OS X 10.4 die Suche durch Spotlight unterstützt.
Fazit
Für Spielefans ist Gamepedia das ultimative Tool, um den Überblick über die eigene Games-Sammlung zu bewahren. Mit dem Programm macht es effektiv Spaß, endlich einmal gedankliche Ordnung im Bestand zu schaffen. Nicht nur für Games übrigens - in ähnlicher Aufmachung bietet der Entwickler Bruji.com Tools für Bücher (Bookpedia), DVDs (DVDpedia) und CDs (CDpedia, in enger Zusammenarbeit mit iTunes) an. Alle diese Hilfsprogramme kosten 18 US-Dollar - wer Gamepedia vorher selbst ausprobieren möchte, kann dies mit der Demo tun. Diese beschränkt die Sammlung von Spielen auf zehn Einträge.
Info: Bruji.com