Surfen und telefonieren ohne Zeitlimit

Macwelt-Sparwochen, Teil II

Wer sich eine DSL-Flatrate zulegen möchte, muss viele Tarifmodelle der Anbieter miteinander vergleichen. Die Bezeichnungen und Zusatzoptionen sind bisweilen unübersichtlich. Macwelt stellt die wichtigsten DSL-Tarife der großen Anbieter vor und gibt eine Orientierung für alle, die sich eine DSL- und Telefon-Flatrate zulegen möchten.

Von Martin Strang (07.11.2006)

„All-Inclusive-Paket“, „Komplett 6000“, „Call & Surf Comfort“, wahlweise mit und ohne „Plus“ – die Anbieter von DSL-Tarifen zeigen sich kreativ, wenn es darum geht, ihre Produkte zu benennen. Begibt man sich auf eine Infotour durch die Onlineportale der DSL-Provider, verliert man bei den unzähligen Tarifbezeichnungen, Fußnoten in grauer Schrift und Zusatzoptionen leicht die Übersicht.

Einrichtungsgebühr – fast nie fällig

Wir stellen DSL-Tarife mit Internet- und Telefon-Flatrate der Anbieter Arcor, 1&1, Freenet, Hanse-Net, M-Net sowie der T-Com vor. Bis auf eine Ausnahme muss der Kunde bei keinem Anbieter zu Vertragsbeginn eine Einrichtungsgebühr zahlen. Von den untersuchten Anbietern bittet lediglich M-Net zur Kasse, wenn man sich für eine Laufzeit von zwölf Monaten entscheidet. Dann ist eine Gebühr von knapp 50 Euro fällig.

Die Anbieter werben mit befristeten Aktionen, um Kunden zum Vertragsabschluss zu bewegen. Das sollte jedoch potentielle Kunden nicht davon abhalten, die wichtigsten Tarife miteinander zu vergleichen. Die Aktionen werden nach Ablauf meist mit einem neuen Gültigkeitsdatum aufgelegt.

Drum prüfe, wer sich bindet

Die Tarifmodelle sehen in der Regel eine längerfristige Bindung vor. Arcor, 1&1 und Freenet bieten ihre Verträge nur mit einer Laufzeit von zwei Jahren an. Wie bereits erwähnt kann man bei M-Net gegen Gebühr die Laufzeit auf ein Jahr verkürzen, die Telekom-Tochter T-Com bietet eine standardmäßige Laufzeit von zwölf Monaten an. Positiv fällt Hanse-Net mit seinen Alice-Tarifen auf. Kunden können hier ihren Vertrag innerhalb eines Monats auflösen. Damit bleibt man flexibel und hat die Gewissheit, dass Hanse-Net mit seinen Tarifen ständig konkurrenzfähig bleiben muss.

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Bandbreite: Wie viel darf es sein?

Wer sich für einen DSL-Tarif entscheidet, hat die Wahl zwischen verschiedenen Bandbreiten. Benötigt man den Internet-Anschluss hauptsächlich zum Surfen im weltweiten Netz, ist man mit einer Downloadgeschwindigkeit von 4.000 Kilobit pro Sekunde schon recht gut bedient. Möchte man Video-Streaming-Angebote nutzen oder regelmäßig große Dateien herunterladen, sollte man eine Bandbreite von 16.000 Kilobit pro Sekunde wählen. Dann ist gleichzeitig die Upstream-Geschwindigkeit höher, wenn man eigene Dateien hochladen muss. Die Provider geben hier eine Maximalgeschwindigkeit von 1.024 Kilobit beziehungsweise 1.125 Kilobit pro Sekunde (Freenet) an.

Allerdings ist Vorsicht geboten: Die Werte der Anbieter geben lediglich Maximalgeschwindigkeiten wieder. Je nach Beschaffenheit der Leitung vor Ort und der allgemeinen Auslastung des Netzes kann die tatsächliche Bandbreite deutlich unter den angegebenen Werten liegen.

Ob die Leitung vor Ort überhaupt den schnellsten Tarif hergibt, kann man vorab im Internet erfragen. Auf der Webseite DSLweb.de erfährt man die verfügbaren Bandbreiten von Arcor, 1und1, Freenet sowie der T-Com. M-Net gibt unter der Adresse http://www.maxi-dsl.de/ Auskunft, welche Tarife für eine bestimmte Adresse erhältlich sind, Hanse-Net hat ebenfalls eine eigene Seite eingerichtet.

Die Preiswerten

Wer eine DSL-Flatrate zum Surfen und Telefonieren sucht, zahlt bei Hanse-Net am wenigsten. Für den Tarif Alice Fun mit einer Downloadgeschwindigkeit von 4.000 Kilobit pro Sekunde (Upstream-Geschwindigkeit 192 Kilobit pro Sekunde) sind lediglich 40 Euro pro Monat fällig. Für den günstigen Preis und die kurze Kündigungsfrist von vier Wochen muss man allerdings auf einen kostenlosen WLAN-Router verzichten. Für 40 Euro kann man sich ein Gerät bei Hanse-Net ausleihen.

Eine Flatrate mit einer 16-Megabit-Bandbreite erhält man aktuell beim Anbieter 1&1 am preiswertesten. Für den Tarif 3DSL benötigt man zusätzlich einen T-Com-Telefonanschluss. Rechnet man die Kosten dafür hinzu (15,95 Euro monatlich für einen analogen Anschluss), betragen die Gesamtkosten jedoch weniger als 44 Euro. Für einen WLAN-Router verlangt 1&1 lediglich knapp 10 Euro Versandkostenpauschale.

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Telefonkosten inklusive

Alle hier vorgestellten Tarife beinhalten eine Telefon-Flatrate. Telefonieren in das deutsche Festenetz ist damit unbegrenzt möglich, T-Com begrenzt das kostenlose Fernsprechen allerdings auf unternehmenseigene T-Com-Anschlüsse. Hat der Gesprächspartner seinen Anschluss bei einem anderen Anbieter, sind Gebühren fällig. Wohnen Freunde oder Familieangehörige im europäischen Ausland, können die Tarife von Freenet interessant sein. Bei Freenet umfasst die Telefon-Flatrate zusätzlich sieben EU-Länder. Wer mit Österreichern, Franzosen oder Spaniern telefoniert, muss für die Gespräche nichts extra zahlen. Bei anderen Anbietern kann man eine solche Telefon-Flatrate für das Ausland dazukaufen.

Nicht ohne Router

Wer zu Hause ins Netz geht, macht dies am einfachsten mit einem WLAN-Router. So verbindet man den Mac per Airportkarte kabellos mit dem Internet und kann den Anschluss problemlos mit mehreren Rechnern nutzen. Schließt man einen DSL-Vertrag ab, erhält man bei Arcor, 1&1, Freenet sowie der T-Com einen WLAN-Router kostenlos oder gegen eine geringe Versandkostenpauschale. Hanse-Net lässt sich die kurze Kündigungsfrist mit einer Leihgebühr von knapp 40 Euro bezahlen, nach Vertragsende muss man das Gerät wieder zurückgeben. Beim Anbieter M-Net schlägt ein WLAN-Router mit rund 47 Euro zu Buche.

Die angebotenen WLAN-Router sind in der Regel nicht die neuesten Modelle. Allerdings funktionieren die Router plattformunabhängig und können auch von einem Mac mit Hilfe eines Internet-Browsers meist problemlos eingerichtet werden. Bei der T-Com erhält man beispielsweise den Router Speedport W701V, 1&1 gibt Kunden die Fritz!Box Fon WLAN 7141 an die Hand.

Hilfe für Mac-Nutzer

Die untersuchten Provider richten ihre Online-Hilfe größtenteils für Windows-Systeme aus. Man findet aber zumindest bei Arcor, Freenet, Hanse-Net sowie M-Net Erläuterungen für das Mac-Betriebssystem. 1&1 sowie die T-Com lassen auf ihren Webseiten allerdings Hilfen für Mac-User vermissen. Hier sind Kunden auf die Dokumentation angewiesen, die sie zusammen mit dem bestellten Router erhalten.

Fazit

Mit den vorgestellten Flatrates kann man vergleichsweise günstig die Kosten für Internet-Zugang und das Telefonieren im Festnetz abdecken. Privaten Surfern bietet der Hanse-Net-Tarif Alice Fun einen günstigen Zugang, 1&1 hat mit 3DSL einen preiswerten Hochgeschwindigkeits-Tarif. Vorab sollte man jedoch prüfen, welche Bandbreiten vor Ort verfügbar sind.

Übersicht: DSL-Tarife mit Telefon-Flatrate

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