
Jobs' Killer-Applikation
Das iPhone punktet nicht nur mit Technik und Design. Neben dem einfachen Telefonieren birgt es Fähigkeiten zu Voicemail und ein eigenes Mac-OS, das es erlaubt, Applikationen wie iTunes oder Safari wie am Mac gewohnt darzustellen.
Von Marlene Buschbeck-Idlachemi (09.01.2007)
Daher kann das iPhone auch jede Art von Daten mit einem Mac synchronisieren, Musik oder Videos aus iTunes genauso wie Kontakte, Termine, Fotos, Bookmarks oder E-Mail-Adressen. Doch am stolzesten schien Jobs auf seine Revolution des Telefonierens, das seiner Meinung nach die Killer-Application jedes Telefons ist. „Es ist unglaublich, wie schwierig es ist, mit einem Telefon zu telefonieren,“ leitete er seine Demonstration ein. Daher genügt beim iPhone auch die Berührung des erwünschten Gesprächspartners und das Gerät baut eigenständig eine Verbindung auf. Ein weiteres Novum sind sichtbare Voicemails, die der Anwender wie eingegangene E-Mails aufgelistet sieht und nach Wunsch auswählen und mit einem Fingertip abspielen kann. Ebenfalls mit einem Antippen lässt sich eine Konferenzschaltung aufbauen, Textnachrichten erscheinen in Sprechblasen, wie man es von iChat kennt. Zum Schreiben poppt auf der unten Bildschirmhälfte eine Tastatur auf, sobald der Text geschrieben ist, ist der iPhonebesitzer die Tastatur auch wieder los.
Das iPhone wählt sich via WiFi oder Edge automatisch im Internet ein, und kann sowohl E-Mails im HTML-Format darstellen als auch mit jedem IMAP oder POP3-basierten E-Mail-Dienst. Um auch hier den Kollegen wie Blackberry & CO mindestens ebenbürtig zu sein, kündigte Jobs während der Keynote gleich die Kooperation mit Yahoo an, die Anwendern kostenlosen E-Mail-Push-Service anbietet, so wie es Besitzer eines Blackberry gewohnt sind.
Da das iPhone dank des integrierten Mac-OS X Safari als Webbrowser einsetzt, kann es Internetseiten in der vom Mac gewohnten Vollständigkeit darstellen, und liefert nicht die WAP-Optik eines Handys. Die ebenfalls während der Keynote demonstrierte Integration von Google-Maps erlaubt es dem iPhone, seinen Standort zu bestimmen, in der Umgebung erwünschte Anbieter aufzuspüren und direkt anzurufen. Für noch mehr Komfort sorgen Widgets, die wie bei Mac-OS zunächst aktuelle Wetter- oder Aktienoptionen präsentieren. Wer sich die Fülle an mittlerweile für Mac-OS X verfügbaren Widgets vergegenwärtigt, kann sich eine Vorstellung machen, wie vielfältig auch die künftig für das iPhone angebotenen Dienste sein werden.
Auch iTunes wird auf dem iPhone mit all seinen Funktionen zur Verfügung sein, neu ist eine Funktion, die gerade laufende Musik automatisch dimmt, sobald ein Anruf auf dem iPhone eingeht. Ebenso automatisch dreht das iPhone den Ton nach Beenden des Anrufs wieder hoch.
Phone, Mail, Web, iPod
Das iPhone zeigt zunächst vier Knöpfe „Phone“, „Mail“, „Web“ und „iPod“, über die man zu den jeweiligen Funktionen gelangt. Zum Zeitpunkt unserer Berichterstattung zeigt einzig die US-Apple-Website das neue Produkt. Oberhalb der Menüleiste stehen die Bedienelemente für Text, Kalender, Fotos, Kamera, Taschenrechner, die von Jobs gezeigten ersten Widgets mit aktuellen Aktienkursen, Karten und Wetterberichten, Notizzettel, Alarmuhr und Einstellungen. Wer das iPhone als iPod nutzt, erhält über ein iTunes-Menü Zugriff auf Playlists, Artists, Songs, Videos, und einen Knopf namens „More“. Sobald man sich über die gewohnte Hierarchie zu einem Lied gehangelt hat, erscheint ein Schieberegler für die Lautstärke. Die neue Funktion „Cover Flow“ erlaubt es dem iPhone, durch Cover zu blättern. Den Cursor visualisiert ein weißer Punkt am Bildschirm.
Ein Klick auf Phone führt zu einem Menü mit den Unterpunkten Favorites, wo sich die wichtigsten Kontakte lagern lassen, kürzlichen Anrufen (Recents), Kontakten, zur Tastatur und zur Voicemail-Funktion. Ein Tipp auf einen Namen führt zunächst zur Visitenkarte, auf einen weiteren Tipp baut das iPhone die Verbindung zum Teilnehmer auf. Während des Anrufs zeigt das iPhone ein beliebiges Hintergrundbild. Ein Anruf lässt sich Stumm schalten, während des Telefonierens kann man die Tastatur einblenden, laut und leise drehen, einen weiteren Anrufer dazuschalten, einen Anruf halten, oder Adressen einblenden. Geht während eines Telefonats ein Anruf ein, kann man ihn abweisen, dazuschalten, oder den ersten Anrufen bitten, kurz in der Leitung zu warten. Ein Klick auf die Home-Taste führt wieder zum Standardmenü. In Abwesenheit eingegangene Anrufe oder Nachrichten zeigt das iPhone durch eine kleine Zahl neben dem Symbol für Phone oder Mail.
Erstaunlich ist die Software, die Fotos auf dem iPhone verwaltet. Sie bietet eine neue Funktion, das in der Keynote „Pinch“ genannte Ein- und Auszoomen in ein Bild. Ebenso neu ist der Sensor im iPhone, der registriert, ob er bei der Darstellung von hochkant auf quer umschalten soll.
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