iPhone: Was Steve Jobs nicht verriet

Fragen und Antworten zum neuen Apple-Telefon

Nach der Präsentation des neuen iPhone blieben viele Fragen offen: Welche Software läuft auf dem iPhone? Was für eine Version des Mac-OS ist installiert? Sitzt das System in einer Firmware? Apple-Manager stellten sich den Fragen der Macwelt.

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    Von Sebastian Hirsch (11.01.2007)

    Steve Jobs ist Weltmeister darin, neue Produkte vorzustellen und deren Vorzüge in höchsten Tönen zu preisen. Konkrete, insbesondere technische Details fallen bei seinen Präsentationen meist unter den Tisch, weshalb auch nach der Vorstellung des iPhone mehr Fragen offen blieben als beantwortet waren. Die wichtigsten Fragen konnten wir immerhin direkt an Apple stellen, hier sind die Antworten:

    Welche Version von Mac-OS X verwendet das iPhone?

    Hier wollte sich Apple nicht festlegen, ob 10.4 oder 10.5 zum Einsatz kommt. Betont wurde lediglich, dass es sich nicht um eine abgespeckte sondern vollständige Version von Mac-OS X handelt.

    Sind System und Anwendungen in einer Firmware gespeichert oder im Flash-Speicher des iPhone?

    Die gesamte Software befindet sich im Flash-Speicher. Diese belegt also Platz auf den 4 beziehungsweise 8 GB eingebautem Speicher. Nach Apple-Aussagen allerdings „deutlich unter einem halben Gigabyte“. Der Vorteil: System- und Softwareupdates sind jederzeit ohne technischen Aufwand möglich. Der Nachteil: Vom ohnehin nicht zu üppigen Speicher fehlen einige hundert Megabyte, die für System und Software benötigt werden.

    Läuft jede Mac-Software auf dem iPhone? Können Dritthersteller eigene iPhone-Software anbieten?

    Wie schon jetzt beim iPod bestimmt Apple, was auf dem iPhone läuft und was nicht. Zwar ist es natürlich möglich, Software für das iPhone anzupassen, doch gibt Apple die Spezifikationen nicht frei. Das bedeutet auch, dass beispielsweise die Hunderten von Widgets, die es für Mac-OS X gibt, nicht auf dem iPhone laufen, es sei denn, Apple lässt dies zu. Ebenso ist man als Web-Browser auf Safari beschränkt. Damit ist das iPhone ein abgeschlossenes System, der Anwender ist auf den Goodwill von Apple angewiesen, wenn er etwa Office-Applikationen oder Spiele auf dem iPhone haben will.

    Kann man Songs aus dem iTunes Store direkt per iPhone kaufen und laden?

    Nein. Wie beim iPod muss man laut Apple Songs und Videos per Mac oder PC im iTunes Store kaufen und kann sie danach auf das iPhone laden. Ob Apple diesen Service später einmal anbieten wird, dazu wollte man sich nicht äußern. Natürlich wäre es für Apple interessant, auch iTunes-Store-Inhalte direkt über das iPhone zu verkaufen. Es ist aber zu vermuten, dass sich Apple nicht mit Cingular über ein tragfähiges Modell hat einigen können.

    Lassen sich iTunes-Songs als Klingel- oder Alarmtöne verwenden?

    Nein. Songs aus iTunes lassen sich nur abspielen, als Klingelton oder Weckton lassen sie sich nicht nutzen.

    Lässt sich mit dem iPhone über Wifi Voice over IP nutzen?

    Nein. Sprachdienste stehen ausschließlich per GSM und EDGE beziehungsweise UMTS zur Verfügung. Für Datendienste kann man hingegen auch Wifi verwenden. Das bedeutet, dass Skype sich wohl nicht mit dem iPhone wird nutzen lassen. Auch dies dürfte ein Zugeständnis Apples an den Telefonanbieter sein. Der ist natürlich daran interessiert, an Gesprächen Geld zu verdienen. Bei der immer größeren Verbreitung von Wifi-Hotspots könnte man mit VoIP den Telefonanbieter umgehen und mit der Datenverbindung telefonieren – technisch kein Problem und mit modernen Mobiltelefonen auch schon machbar.

    Welche Internet-Technologien laufen auf dem iPhone?

    Apple will nach eigenen Angaben möglichst viele Plug-ins für Safari unterstützen, wollte sich aber uns gegenüber nicht festlegen, welche das sein werden. Flash und Java werden aber sicher dazugehören.

    Mit welchen Providern wird Apple in Europa zusammenarbeiten?

    Auch hier will man sich bei Apple nicht festlegen. Man werde die Partner beizeiten bekannt geben, hieß es. Die Verabredungen mit Cingular gelten laut Apple ausschließlich für die USA. Für Europa mit einem zerstückelten Netz unterschiedlichster Anbieter könnte sich hier das Problem ergeben, dass die Telefonanbieter einige der iPhone-Dienste nicht werden anbieten können. Laut Apple hat Cingular einigen Entwicklungsaufwand getrieben, beispielsweise für die Voicemail-Funktion. Ob europäische Anbieter diesen Aufwand für ein deutlich kleineres Netz betreiben werden, ist ungewiss.

    Mehr zum Thema: iphone, apple, telefon, mac-os x

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