
Steve Jobs enthüllt das iPhone +++ Was Steve Jobs nicht verriet +++ Hinweis auf ARM-Chip +++ Reaktionen und Kommentare +++ Cisco klagt, Apple zuversichtlich im Markenstreit +++ Deutsche Netzbetreiber interessiert +++ Viele Vorbestellungen bei Cingular +++ Greenpeace kritisiert Apple +++ iTV heißt jetzt Apple TV, neue Basisstation für Airport Extreme +++ Microsoft bringt Wartungsupdate für Office 2004 und kündigt Mac Office 2008
(13.01.2007)
Die harten Fakten
Nach monatelangen Spekulationen hat Apple heute Abend ein eigenes Handy vorgestellt. Und – anders als manche erwartet hatten – heißt es nun doch iPhone. Wir stellen die Technik vor.
Von Martin Strang (09.01.2007)
Das Apple-Handy besitzt keine Nummerntasten, sondern lediglich einen neuartigen Touchscreen. Die berührungsempfindliche Oberfläche kann mehrere Tastendrücke gleichzeitig erkennen – Apple nennt die Technologie Multitouch. Mit vier Fingern, so verspricht Apple, soll man das iPhone bedienen können. Um Text einzugeben, kann man sich eine Tastatur auf dem Display anzeigen lassen.
Ein 3,5 Zoll großes Display stellt 320 x 480 Pixel dar, die Auflösung beträgt 160 dpi. An Funktechnik beherrscht das 4-Band-GSM-Handy Bluetooth 2.0, WLAN (IEEE 802.11 b/g) und Edge. Das Handy erkennt automatisch, ob eine WLAN- oder Mobilfunkverbindung möglich ist.
Zum Fotografieren ist es mit einer 2-Megapixel-Kamera ausgestattet und verfügt wahlweise über 4 oder 8 GB Flashspeicher.
Zum einen gibt es einen Sensor, der erkennen soll, ob das Handy waagerecht oder senkrecht gehalten wird. Entsprechend wird der Bildschirminhalt angepasst. Zusätzlich gibt es einen Sensor, der den Abstand zum Nutzer misst. Hält man das iPhone zum Telefonieren ans Ohr, schaltet sich das Display automatisch ab. Schließlich gibt es einen Helligkeitsmesser, der die Helligkeit des Displays an das Umgebungslicht anpasst.
Das Modell misst 115 x 61 x 11,6 mm bei einem Gewicht von 135 Gramm. Nach Angaben von Apple reicht die Batterie, um fünf Stunden zu telefonieren. Hört man lediglich Musik, soll der Akku 16 Stunden durchhalten. An Anschlüssen besitzt das iPhone einen 3,5-mm-Cinch-Anschluss, einen Mikrofon-Eingang sowie einen iPod-Dock-Connector.
Apple liefert das mobile Telefon zusammen mit einem Bluetooth-Headset aus. Die Technik hat allerdings ihren Preis. Das Handy mit 4 GB Kapazität wird mit einem Zweijahresvertrag rund 500 Dollar kosten, die 8-GB-Variante kostet rund 600 Dollar.
Geduld müssen die Verbraucher allerdings noch aufbringen. In den USA erscheint das iPhone über den Vertriebspartner Cingular im Juni 2007, in Europa erst im vierten Quartal 2007. Asien erreicht das Handy erst Anfang 2008. Apple begründet den späten Liefertermin mit dem aufwändigen Zulassungsverfahren für ein Mobiltelefon.
Info: Apple
Jobs' Killer-Applikation
Das iPhone punktet nicht nur mit Technik und Design. Neben dem einfachen Telefonieren birgt es Fähigkeiten zu Voicemail und ein eigenes Mac-OS, das es erlaubt, Applikationen wie iTunes oder Safari wie am Mac gewohnt darzustellen.
Von Marlene Buschbeck-Idlachemi (09.01.2007)
Daher kann das iPhone auch jede Art von Daten mit einem Mac synchronisieren, Musik oder Videos aus iTunes genauso wie Kontakte, Termine, Fotos, Bookmarks oder E-Mail-Adressen. Doch am stolzesten schien Jobs auf seine Revolution des Telefonierens, das seiner Meinung nach die Killer-Application jedes Telefons ist. „Es ist unglaublich, wie schwierig es ist, mit einem Telefon zu telefonieren,“ leitete er seine Demonstration ein. Daher genügt beim iPhone auch die Berührung des erwünschten Gesprächspartners und das Gerät baut eigenständig eine Verbindung auf. Ein weiteres Novum sind sichtbare Voicemails, die der Anwender wie eingegangene E-Mails aufgelistet sieht und nach Wunsch auswählen und mit einem Fingertip abspielen kann. Ebenfalls mit einem Antippen lässt sich eine Konferenzschaltung aufbauen, Textnachrichten erscheinen in Sprechblasen, wie man es von iChat kennt. Zum Schreiben poppt auf der unten Bildschirmhälfte eine Tastatur auf, sobald der Text geschrieben ist, ist der iPhonebesitzer die Tastatur auch wieder los.
Das iPhone wählt sich via WiFi oder Edge automatisch im Internet ein, und kann sowohl E-Mails im HTML-Format darstellen als auch mit jedem IMAP oder POP3-basierten E-Mail-Dienst. Um auch hier den Kollegen wie Blackberry & CO mindestens ebenbürtig zu sein, kündigte Jobs während der Keynote gleich die Kooperation mit Yahoo an, die Anwendern kostenlosen E-Mail-Push-Service anbietet, so wie es Besitzer eines Blackberry gewohnt sind.
Da das iPhone dank des integrierten Mac-OS X Safari als Webbrowser einsetzt, kann es Internetseiten in der vom Mac gewohnten Vollständigkeit darstellen, und liefert nicht die WAP-Optik eines Handys. Die ebenfalls während der Keynote demonstrierte Integration von Google-Maps erlaubt es dem iPhone, seinen Standort zu bestimmen, in der Umgebung erwünschte Anbieter aufzuspüren und direkt anzurufen. Für noch mehr Komfort sorgen Widgets, die wie bei Mac-OS zunächst aktuelle Wetter- oder Aktienoptionen präsentieren. Wer sich die Fülle an mittlerweile für Mac-OS X verfügbaren Widgets vergegenwärtigt, kann sich eine Vorstellung machen, wie vielfältig auch die künftig für das iPhone angebotenen Dienste sein werden.
Auch iTunes wird auf dem iPhone mit all seinen Funktionen zur Verfügung sein, neu ist eine Funktion, die gerade laufende Musik automatisch dimmt, sobald ein Anruf auf dem iPhone eingeht. Ebenso automatisch dreht das iPhone den Ton nach Beenden des Anrufs wieder hoch.
Phone, Mail, Web, iPod
Das iPhone zeigt zunächst vier Knöpfe „Phone“, „Mail“, „Web“ und „iPod“, über die man zu den jeweiligen Funktionen gelangt. Zum Zeitpunkt unserer Berichterstattung zeigt einzig die US-Apple-Website das neue Produkt. Oberhalb der Menüleiste stehen die Bedienelemente für Text, Kalender, Fotos, Kamera, Taschenrechner, die von Jobs gezeigten ersten Widgets mit aktuellen Aktienkursen, Karten und Wetterberichten, Notizzettel, Alarmuhr und Einstellungen. Wer das iPhone als iPod nutzt, erhält über ein iTunes-Menü Zugriff auf Playlists, Artists, Songs, Videos, und einen Knopf namens „More“. Sobald man sich über die gewohnte Hierarchie zu einem Lied gehangelt hat, erscheint ein Schieberegler für die Lautstärke. Die neue Funktion „Cover Flow“ erlaubt es dem iPhone, durch Cover zu blättern. Den Cursor visualisiert ein weißer Punkt am Bildschirm.
Ein Klick auf Phone führt zu einem Menü mit den Unterpunkten Favorites, wo sich die wichtigsten Kontakte lagern lassen, kürzlichen Anrufen (Recents), Kontakten, zur Tastatur und zur Voicemail-Funktion. Ein Tipp auf einen Namen führt zunächst zur Visitenkarte, auf einen weiteren Tipp baut das iPhone die Verbindung zum Teilnehmer auf. Während des Anrufs zeigt das iPhone ein beliebiges Hintergrundbild. Ein Anruf lässt sich Stumm schalten, während des Telefonierens kann man die Tastatur einblenden, laut und leise drehen, einen weiteren Anrufer dazuschalten, einen Anruf halten, oder Adressen einblenden. Geht während eines Telefonats ein Anruf ein, kann man ihn abweisen, dazuschalten, oder den ersten Anrufen bitten, kurz in der Leitung zu warten. Ein Klick auf die Home-Taste führt wieder zum Standardmenü. In Abwesenheit eingegangene Anrufe oder Nachrichten zeigt das iPhone durch eine kleine Zahl neben dem Symbol für Phone oder Mail.
Erstaunlich ist die Software, die Fotos auf dem iPhone verwaltet. Sie bietet eine neue Funktion, das in der Keynote „Pinch“ genannte Ein- und Auszoomen in ein Bild. Ebenso neu ist der Sensor im iPhone, der registriert, ob er bei der Darstellung von hochkant auf quer umschalten soll.
Fragen und Antworten zum neuen Apple-Telefon
Nach der Präsentation des neuen iPhone blieben viele Fragen offen: Welche Software läuft auf dem iPhone? Was für eine Version des Mac-OS ist installiert? Sitzt das System in einer Firmware? Apple-Manager stellten sich den Fragen der Macwelt.
Von Sebastian Hirsch (11.01.2007)
Steve Jobs ist Weltmeister darin, neue Produkte vorzustellen und deren Vorzüge in höchsten Tönen zu preisen. Konkrete, insbesondere technische Details fallen bei seinen Präsentationen meist unter den Tisch, weshalb auch nach der Vorstellung des iPhone mehr Fragen offen blieben als beantwortet waren. Die wichtigsten Fragen konnten wir immerhin direkt an Apple stellen, hier sind die Antworten:
Welche Version von Mac-OS X verwendet das iPhone?
Hier wollte sich Apple nicht festlegen, ob 10.4 oder 10.5 zum Einsatz kommt. Betont wurde lediglich, dass es sich nicht um eine abgespeckte sondern vollständige Version von Mac-OS X handelt.
Sind System und Anwendungen in einer Firmware gespeichert oder im Flash-Speicher des iPhone?
Die gesamte Software befindet sich im Flash-Speicher. Diese belegt also Platz auf den 4 beziehungsweise 8 GB eingebautem Speicher. Nach Apple-Aussagen allerdings „deutlich unter einem halben Gigabyte“. Der Vorteil: System- und Softwareupdates sind jederzeit ohne technischen Aufwand möglich. Der Nachteil: Vom ohnehin nicht zu üppigen Speicher fehlen einige hundert Megabyte, die für System und Software benötigt werden.
Läuft jede Mac-Software auf dem iPhone? Können Dritthersteller eigene iPhone-Software anbieten?
Wie schon jetzt beim iPod bestimmt Apple, was auf dem iPhone läuft und was nicht. Zwar ist es natürlich möglich, Software für das iPhone anzupassen, doch gibt Apple die Spezifikationen nicht frei. Das bedeutet auch, dass beispielsweise die Hunderten von Widgets, die es für Mac-OS X gibt, nicht auf dem iPhone laufen, es sei denn, Apple lässt dies zu. Ebenso ist man als Web-Browser auf Safari beschränkt. Damit ist das iPhone ein abgeschlossenes System, der Anwender ist auf den Goodwill von Apple angewiesen, wenn er etwa Office-Applikationen oder Spiele auf dem iPhone haben will.
Kann man Songs aus dem iTunes Store direkt per iPhone kaufen und laden?
Nein. Wie beim iPod muss man laut Apple Songs und Videos per Mac oder PC im iTunes Store kaufen und kann sie danach auf das iPhone laden. Ob Apple diesen Service später einmal anbieten wird, dazu wollte man sich nicht äußern. Natürlich wäre es für Apple interessant, auch iTunes-Store-Inhalte direkt über das iPhone zu verkaufen. Es ist aber zu vermuten, dass sich Apple nicht mit Cingular über ein tragfähiges Modell hat einigen können.
Lassen sich iTunes-Songs als Klingel- oder Alarmtöne verwenden?
Nein. Songs aus iTunes lassen sich nur abspielen, als Klingelton oder Weckton lassen sie sich nicht nutzen.
Lässt sich mit dem iPhone über Wifi Voice over IP nutzen?
Nein. Sprachdienste stehen ausschließlich per GSM und EDGE beziehungsweise UMTS zur Verfügung. Für Datendienste kann man hingegen auch Wifi verwenden. Das bedeutet, dass Skype sich wohl nicht mit dem iPhone wird nutzen lassen. Auch dies dürfte ein Zugeständnis Apples an den Telefonanbieter sein. Der ist natürlich daran interessiert, an Gesprächen Geld zu verdienen. Bei der immer größeren Verbreitung von Wifi-Hotspots könnte man mit VoIP den Telefonanbieter umgehen und mit der Datenverbindung telefonieren – technisch kein Problem und mit modernen Mobiltelefonen auch schon machbar.
Welche Internet-Technologien laufen auf dem iPhone?
Apple will nach eigenen Angaben möglichst viele Plug-ins für Safari unterstützen, wollte sich aber uns gegenüber nicht festlegen, welche das sein werden. Flash und Java werden aber sicher dazugehören.
Mit welchen Providern wird Apple in Europa zusammenarbeiten?
Auch hier will man sich bei Apple nicht festlegen. Man werde die Partner beizeiten bekannt geben, hieß es. Die Verabredungen mit Cingular gelten laut Apple ausschließlich für die USA. Für Europa mit einem zerstückelten Netz unterschiedlichster Anbieter könnte sich hier das Problem ergeben, dass die Telefonanbieter einige der iPhone-Dienste nicht werden anbieten können. Laut Apple hat Cingular einigen Entwicklungsaufwand getrieben, beispielsweise für die Voicemail-Funktion. Ob europäische Anbieter diesen Aufwand für ein deutlich kleineres Netz betreiben werden, ist ungewiss.
Intel: "Wir liefern keine Chips für das iPhone"
Das iPhone arbeitet mit Mac-OS X, Apple hat bisher keine Details dazu genannt, welche Version auf dem Mobiltelefon läuft und welche Komponenten weggelassen sind, damit "weniger als 500 MB" des Speichers das Betriebssystem einnimmt.
Über den Prozessor des iPhones hat Apple bisher gar keine Auskunft gegeben. Eine Stellenanzeige auf der Apple-Website lässt jedoch Rückschlüsse zu. Denn der iPhone-Hersteller sucht einen Netzwerk-Ingenieur, der Erfahrungen mit Mac-OS, integrierten Prozessorplattformen und im spezielle mit ARM-Chips mitbringen sollte. ARM ist der führende Hersteller von embedded Chips für Smartphones, seine Prozessoren zeichnen sich durch hohe Leistungsfähigkeit bei geringem Energieverbrauch aus, was für Mobiltelefone von hoher Bedeutung ist. Neben dem originalen für die PowerPC-Plattform entwickelten Mac-OS X und dem seit mehreren Jahren parallel dazu entstandenen Port für Intel-Chips wäre eine ARM-Version die dritte Fassung von Mac-OS X.
Der Analyst Peter Glaskowsky von der Envisioneering Group hält jedoch auch spezielle Intel- oder gar IBM-Chips für das iPhone nicht für unmöglich: "Für mich stellt sich die Frage, macht es Apple mit einem ARM-Port oder nutze es einen neuen PowerPC- oder Intel-Chip." Die Stellenanzeige will Glaskowsky nicht überbewerten, Smartphones arbeiteten mit bis zu vier Prozessoren. Ein ARM-Chip könne spezielle Aufgaben im iPhone übernommen haben, etwa die Kommunikation via Bluetooth.
Intel hat indes klargestellt, keine Prozessoren für das iPhone zu liefern. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte Intel-Sprecher Bill Kirkus: "Wir liefern nicht das Silizium im iPhone - wir liefern das Silizium im Apple TV."
Analysten loben, Börsen reagieren
Mehr als acht Prozent hat die Apple-Aktie gestern zugelegt, auch heute setzt das Papier an der Nasdaq seinen Höhenflug fort. Analysten und Presse reagieren auf das iPhone überwiegend positiv, es gibt aber auch kritische Stimmen. Ein Überblick.
Von Peter Müller (10.01.2007)
Selten war sich Wall Street im Vorfeld einer Macworld Expo so einig wie dieses Mal: Apple werde ein Handy vorstellen und damit einen neuen lukrativen Markt betreten. Sobald Zweifel am iPhone auftauchten, etwa am 18. Dezember 2006, als die Cisco-Tochter Linksys ein VoIP-Telefon unter dem Namen „iPhone“ vorstellte, ging die Apple-Aktie auf Talfahrt: Gleich um 2,56 Prozent verfiel der Kurs, als der Traum von Fans und Analysten von einem telefonierenden iPod zu platzen schien.
Als Steve Jobs die Erwartungen der Finanzanalysten erfüllte, kletterte der Kurs der Apple-Aktie rapide, gestern um mehr als acht Prozent, nach Handelsbeginn heute hielt der Trend an, der Kurs ist unterwegs zu einem neuen Allzeithoch. Nicht auszudenken, wenn Apple das iPhone doch nicht angekündigt hätte...
In ihren ersten Stellungnahmen zeigen sich die üblichen Verdächtigen zufrieden bis euphorisch. Michael Gartenberg von Jupiter Research hält das iPhone gar für einen „Weckruf“ für die ganze Industrie und trompetet damit in das gleich Horn wie Apple-CEO Steve Jobs, der nicht anderes will, als mit dem Apple-Handy Geschichte zu schreiben. Gartenberg ist der Ansicht, das iPhone über „eine Menge Druck auf die anderen Handy-Hersteller im High-End-Markt aus.“ Dieser sei „dort, wo das Geld ist.“ Die Aktienkurse der Hersteller der potentiellen iPhone-Konkurrenten wie Palm (Treo) oder RIM (Blackberry) gerieten gestern entsprechend unter Druck, auch Hersteller wie Samsung und LG hatten an den Börsen Verlsute zu verbuchen. „Das iPhone sendet eine Schockwelle aus, die weit hinter San Francisco läuft,“ meint Gartenberg im kalifornischen Erdbebengebiet. Die gestrige Keynote sei ein Schlüsselerlebnis für Apple gewesen.
Bis Ende 2008 will Apple einen Marktanteil von einem Prozent erreicht haben und damit jährlich etwa zehn Millionen Geräte verkaufen. Keith Bachmann von der banc of America hält das Ziel für Bescheiden und sieht ein höheres Potential für Apples Handy. „Das Ding ist eine Wucht“, pflichtet ihm sein Kollege Ben Reitzes von UBS Warburg laut Süddeutscher Zeitung bei.
Ein wenig skeptisch hingegen zeigt sich SZ-Kommentator Jörg Donner, der die 2-Megapixel-Kamera des iPhone sowie das Fehlen von UMTS und einem Einschub für Speicherkarten als „technisch nicht auf dem neuesten Stand“ betrachtet. „...andererseits [ist das] möglicherweise genau das, was sich viele Anwender wünschen: Ein einfach zu bedienendes Gerät, ohne technischen Schnickschnack, in schöner Optik. Mit diesem einfach Prinzip hat Apple den Markt für mp3-Player klar definiert, der iPod steht mit 62 Prozent Martkanteil unangefochten an der Spitze,“ fährt Donner in seinem Kommentar fort. Mit „häppchenweisen Verbesserungen“ könne Apple seine Kunden bei der Stange halten und an ihnen „ordentlich verdienen“. „Geht dieses Prinzip auch beim iPhone auf, müssen sich Nokia, Motorola und Co. warm anziehen“, schließt der Kommentar. Neben Apple macht Donner einen zweiten Gewinner aus, die Mobilfunkprovider: „Bei T-Mobile kosten beispielsweise 200 Megabyte Datenvolumen 20 Euro monatlich. Nutzt man das Telefon tatsächlich zum surfen und für Downloads, kommt diese Datenmenge schnell zusammen.“
Welcher Provider in Deutschland im Herbst 2007 das iPhone anbietet steht bisher ebenso wenig fest, wie Vertragsdetails des Partners Cingular Wireless bekannt sind.
Nicht ohne Ironie betrachtet die Financial Times Deutschland die Situation. Der „Elektronik-Gott“ St. Jobs habe mit einem vermeintlich „heilbringenden Handy“ eine Revolution ausrufen wollen, Apples Praxis, auf „eigene Events“ statt auf große Consumer-Shows wie die CES zu setzen, diene dazu, „ ie Aufmerksamkeit von Jüngern und Journalisten nicht mit anderen Computer-Herstellern“ teilen zu müssen. Dank starker Partner wie Cingular, Google und Yahoo stünden die Chancen jedoch nicht schlecht, den angestrebten Marktanteil zu erreichen, der Preis von 500 US-Dollar mit Zweijahresvertrag schrecke „keinen Technik-Freak“ ab. So seien alle glücklich: „Steve Jobs, weil er Geschichte schreibt; die Fans, weil sie sich auf ein neues Spielzeug freuen; die Medien, weil es was zu berichten gibt und die Aktionäre, weil satte Gewinne zu erwarten sind. Und alles nur, weil ein Computerhersteller ein Handy vorgestellt hat. Vielleicht ist das die Revolution.“
Zweifel an der Technik hegt die Cnet-Redakteurin Molly Wood im Interview mit Spiegel Online. Sie hält das Gerät zwar für sehr innovativ, frage sich aber wie Apple die Techniken des komplexen Geräts zusammenbringt. Als potentielle Schwachstelle hat sie das Display ausgemacht: „ Das Display nimmt praktisch die gesamte Oberfläche ein. Es könnte permanent mit Fingerabdrücken bedeckt sein, es könnte auch leicht zerbrechen. […]Wenn zum Beispiel der Touchscreen irgendwann nicht mehr richtig funktioniert, dann hat der iPhone-Besitzer ein großes Problem. Wir wissen alle, wie sensibel Displays sind.“ Weil Apple relativ spät den Handymarkt für sich entdeckt, habe der Mac-Hersteller mehr bieten müssen als ein „me to“-Gerät: „Sie wussten, dass sie mehr machen müssen als einfach nur ein Handy mit MP3-Player. Das iPhone ist ein Minicomputer.“ Von Mac-OS X auf dem iPhone war Wood „total überrascht,“ man habe vorher nicht gewusst, dass Apples Betriebssystem auf einem mobilen Gerät laufen könne.
Völlig unbeeindruckt vom iPhone gab sich Nokias Firmensprecher Kari Tuuti im Gespräch mit Spiegel Online. Apple bestätige demnach nur die Strategie Nokias, das seit Jahren auf vernetzte Multimediageräte setze. Allein im letzten Jahr habe der Weltmarktführer im Mobilbereich fast 70 Millionen Musik-Handys verkauft, mehr als Apple in fünf Jahren an iPods absetzte. Nokia respektiere Apple und halte das iPhone für ein ernstzunehmendes Konkurrenzprodukt. Aber schon jetzt führe man mit dem Multimediahandy N91 ein Telefon mit acht Gigabyte Speicher im Programm und habe somit „ein Jahr Vorsprung“ auf Apples iPhone.
Verhandlungslösung nicht ausgeschlossen
Das angekündigte erste Apple-Handy iPhone hat dem Computerkonzern sofort eine Klage wegen des Namens eingehandelt. Der Netzwerk-Spezialist Cisco verklagte Apple am Mittwoch, weil er die Markenrechte an dem Namen iPhone bei sich sieht.
Apple hatte sein innovatives Multimedia-Handy, das im Juni auf den Markt kommen soll, erst am Dienstag vorgestellt. Cisco gibt an, mit der Klage eine Nutzung des Namens verhindern zu wollen. Zugleich sagte ein Sprecher dem «Wall Street Journal», es gebe auch Möglichkeiten für eine Einigung. Apple habe mehrfach um Erlaubnis gebeten, den Namen iPhone zu verwenden, teilte Cisco mit. Verhandlungen darüber seien jedoch bisher ohne Ergebnis geblieben. «Es gibt keinen Zweifel, dass das neue Telefon von Apple sehr aufregend ist, aber sie sollten unseren Markennamen nicht ohne unsere Erlaubnis nutzen», sagte Cisco-Manager Mark Chandler. Das erste Apple-Handy ist ein ungewöhnliches Alleskönner-Gerät, das einen berührungsempfindlichen Bildschirm statt einer Tastatur hat, zugleich als Video-iPod dient und zum Surfen im Internet und für E-Mail verwendet werden kann.
Cisco hatte den Markennamen iPhone bereits im Jahr 2000 mit dem Kauf der Firma Infogear bekommen. Derzeit stellt die Cisco-Sparte Linksys unter dieser Bezeichnung eher simple schnurlose Gerät für die Internet-Telefonie her. Allerdings verweist das Unternehmen auf die Zukunftsaussichten: «Das heutige iPhone ist nicht das iPhone von morgen.» Das Potenzial für das Zusammenwachsen von Festnetz, Mobilfunk und PC sei grenzenlos und deshalb sei es für Cisco wichtig, den Markennamen zu verteidigen. Der Name iPhone bot sich für das erste Apple-Handy an, schließlich heißen die populären Musikplayer iPod und die Computer iMac und iBook. Da die Markenrechte bei Cisco liegen, war man in Fachkreisen dennoch überrascht, als Apple-Chef Steve Jobs bei der Vorstellung des Geräts tatsächlich sagte: «Wir nennen es iPhone.» Ein ebenfalls am Dienstag präsentiertes Gerät, das Musik und Video vom PC drahtlos ins Wohnzimmer bringen soll, wurde ursprünglich nach gleichem Muster unter dem Namen iTV angekündigt, heißt jedoch am Ende Apple TV.In einer ersten Reaktion noch während Jobs' Rede bemerkte Cisco, man gehe nun davon aus, dass Apple die Konditionen von Cisco zur Nutzung des Namens iPhone annehme. Dem war jedoch offenbar nicht so. Apple war laut US-Medienberichten nach der Klage nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Von Technik-Experten und Anlegern war Apples iPhone größtenteils begeistert aufgenommen worden. Die Apple-Aktie schoss am Dienstag um mehr als acht Prozent hoch und legte am Mittwoch nochmal knapp fünf Prozent auf den Rekordstand von 97,00 Dollar nach. Cisco gab die Klage erst nach US-Börsenschluss bekannt. (dpa)
Cisco könnte Lizenzgebühren erhalten
Nach Apples Vorstellung seines Handys hat es keine zwei Tage gedauert, bis Cisco eine Klage gegen Apple um den Markennamen "iPhone" angekündigt hat.
Cupertino zeigt sich jedoch optimistisch, einen Prozess gegen den Netzwerkausrüster zu gewinnen, der im Dezember das VoIP-Telefon Linksys iPhone herausgebracht hat. "Wir meinen, dass die Cisco-Klage dumm ist," erklärt Apples Sprecherin Natalie Kerris. Es gebe jede Menge Firmen, die VoIP-Produkte unter dem Namen iPhone vermarkten, Ciscos US-Markenrechte für das iPhone seien "dünn". Verhandlungen zwischen Apple und Cisco über die Nutzung des Begriffs "iPhone" dauerten noch bis unmittelbar vor der Jobs-Keynote zur Macworld Expo an. Kerris sieht Apple im Vorteil: "Wir sind die ersten, die ein Mobiltelefon unter dem Namen iPhone vorgestellt haben. Wenn die Sache vor Gericht geht, sind wir zuversichtlich, zu gewinnen."
Mit einer einvernehmlichen Lösung rechnen Finanzanalysten. Für Inder Singh von Prudential Securities ist eine Lizenzierung des Markennamens "die wahrscheinlichste Lösung." Gene Munster von Piper Jaffray sieht keine Eile fr Apple. Bis Mai könne der Mac-Hersteller das Problem lösen und dann die Marketingmaschine für das iPhone starten. Ein neuer Name sei für das Handy nicht notwendig.
Laut einem Markenexperten könnte der Name iPhone Apple jedoch teuer zu stehen kommen. Mich Bergesen von der Branding-Firma Landor rechnet mit einer Lizenzgebühr von zwei bis fünf Prozent auf den iPhone-Umsatz, wie er der Website Red Herring erklärte. Bei Einnahmen von 6,5 Milliarden US-Dollar, die Apple im Jahr 2008 anstrebt, könnte Cisco zwischen 130 und 325 Millionen US-Dollar an Lizenzen verlangen. In fünf Jahren käme eine Milliarde US-Dollar zusammen.
Die Konsequenzen der Macworld Expo
iPhone: Top oder Flop? Und warum hat Steve Jobs auf der Macworld Expo keine Neuigkeiten zum Mac vorgestellt? Die Redaktion der Macwelt kommentiert die Geschehnisse.
Kommentar von Walter Mehl
Auf das iPhone werde ich verzichten - zu teuer. Außerdem bin ich nicht die Zielgruppe, da mein Mobiltelefon nur telefonieren und smsen muss, und sonst nichts. Der Informatiker in mir interessiert sich eher dafür, wie Apple wohl das Betriebssystem auf das iPhone gebracht hat und wie man weitere Programme für dieses Teil schreibt. Vielleicht kann man ja ein paar lustige Spiele für das iPhone zusammenhacken und so Sonys Playstation Portable Konkurrenz machen. Was mich aber wirklich am iPhone interessiert, ist, wie es auf das Windows-Mobile-Betriebssystem in meiner Freisprechanlage im Auto reagiert. Wahrscheinlich wie mein jetziges Telefon - gar nicht.Kommentar von Markus Schelhorn
Ich gebe es zu: Mobiltelefone sind nicht mein Lieblingsspielzeug und zum Fotografieren verwende ich lieber eine richtige Kamera. Ich habe erst spät den Luxus aufgegeben, nicht erreichbar zu sein. Jetzt habe ich ein Siemens ME45 in der Tasche – mehr brauche ich zum Telefonieren nicht, den falls ich mobil telefoniere, rufe ich ohnehin immer die gleiche handvoll Telefonnummern an. Der Siemens-Veteran ist so robust, dass es bereits mehrer Stürze auf Steinboden und Begegnungen mit dem feuchten Element unbeschadet überlebt hat. So sind meine wichtigsten Kriterien für ein Mobiltelefon, dass es wenig Schnickschnack bietet, robust ist und möglichst wenig Kosten verursacht. Schlechte Karten also für das iPhone, damit es als Mobiltelefon für mich in die engere Wahl kommt. Denn es kostet mindestens 500 US-Dollar und das sogar subventioniert. Zudem bietet es allerlei Spielereien und dürfte die grobe Behandlung, die mein Siemens ME45 erdulden musste, wohl nicht so schadlos wegstecken.Kommentar von Martin Strang
Fast zwei Stunden Show rund um ein Telefon. Steve Jobs versteht es wie kein Zweiter, medienwirksam neue Produkte vorzuführen. Dabei ist es schon weit hergeholt, von der "Revolution" des Telefonierens zu sprechen. Die Vorführung wirkte allerdings überzeugend, die Bedienung mittels Touchscreen scheint innovativ. Damit könnte das iPhone den Erfolg des iPods fortsetzen. Schwachpunkt für mich ist allerdings der Preis, mit den Kosten inklusive Zweijahres-Vertrag sind gutverdienende Manager und Gadget-Freaks erste Zielgruppe. Interessanter für Normalsterbliche dürfe daher eine abgespeckte Version sein - ein neuer iPod mit Touchscreen ohne die Telefonie- und Internetfunktionen. Auf den ersten Blick verwunderlich, dass Apple erst 2008 in den asiatischen Markt einsteigt. Allerdings, in Japan beispielsweise müsste ein iPhone auch Hochgeschwindigkeitsnetze unterstützen. Dort ist es längst üblich, Musik auf das Handy zu laden oder Videos anzuschauen. Auf das iPhone wird man dort nicht warten. Gut möglich, dass Apple erst alle Kinderkrankenheiten des iPhone ausmerzen will, bevor man sich auf den heiß umkämpften Markt wagt. Mehr als ein Wermutstropfen wäre es allerdings, sollte man den Akku nicht wechseln können. Schon der iPod war da ein schlechtes Beispiel. Eine gute Nachricht wäre es, wenn Apple auch in Sachen Umweltschutz Innovationen verkünden könnte.Was halten Sie von der Macworld Expo generell und vom iPhone speziell? Diskutieren Sie in unserem Forum!
So sehen übrigens die Kollegen der taz die derzeitige Situation in Cupertino und Washington...
Von Ole Leitloff (11.01.2007)
Auch UK-Anbieter zeigen Interesse
Noch mindestens ein Jahr wird es dauern, bis Apples iPhone nach Deutschland kommt. Noch steht kein offizieller Anbieter fest, der, wie Cingular in den USA, Apples Premium-Partner für den Vertrieb werden könnte. T-Mobile und Co. zeigen Interesse.
Auf Anfrage der Internetseite Golem bekundeten Vodafone, T-Mobile und O2 ihr Interesse an dem Gerät. E-Plus wollte keine konkrete Antwort zum iPhone geben, da man keine Angaben zur Endgeräteplanung gebe. T-Mobile ist der einzige Anbieter in Deutschland, der den EDGE-Standard des iPhone unterstützt, was das Apple-Handy für den Betreiber spannend macht. Vodafone kritisiert dagegen die fehlende UMTS-Unterstützung, sieht jedoch Apples Einstieg in den Handy-Markt als ein wichtiges Signal gegen den Trend zum Billig-Telefon. Auch O2 kann sich das iPhone in seinem Portfolio vorstellen und weist vor allem auf die iTunes-Fähigkeit des Handys hin. Zwar gebe es noch keine tiefergehenden Gespräche mit Apple, doch man sei bereits auf Apple zugegangen, so ein Firmensprecher von O2.
In Großbritannien drängeln sich die Mobilfunk-Betreiber bereits um das iPhone, wie die Times berichtet. So soll die spanische Telefonica und Besitzerin des britischen O2-Netzes bereits Verhandlungen mit Steve Jobs führen. Auch Vodafone, Orange und T-Mobile sind Wettbewerber für die exklusiven Vertriebsrechte des Handys aus Cupertino. Apple will das Gerät über Exklusiv-Partner anbieten, um so eine größere Kontrolle über das Gerät und die Netz-Dienste zu erhalten, schreibt die Zeitung aus London.
Anfragen in Cingular-Shops
Eine Analystin spricht von einem hohen Interesse der Amerikaner am iPhone. Das würden viele Nachfragen in den Shops des Mobilfunkbetreibers Cingular nahe legen.
Von Martin Strang (12.01.2007)
Nach Informationen von Apple-Insider berichtet die Analystin Ingrid Ebeling von ungewöhnlich vielen Anfragen in den Läden von Cingular. Von 20 befragten Verkäufern hätten 15 bereits Anfragen von Kunden erhalten, so die Analystin von JMP. Allerdings ist sie bei den erwarteten Verkaufszahlen vorsichtiger. Während Apple in 2008 10 Millionen Geräte verkaufen will, geht sie von 8,5 Millionen verkauften Modellen aus. Gleichzeitig erwartet, sie dass der Erfolg des iPhones die iPod-Absatzzahlen um 2 Millionen Stück senken wird.
Das Kursziel für die Apple-Aktie erhöhte die Analystin von 93 auf 100 US-Dollar.
Mac-Hersteller weist Kritik zurück
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die Macworld Expo erneut dazu genutzt, Apple in Umweltfrage zu kritisieren. Am Montag gab die Organisation in San Francisco ein Pressekonferenz, in der Greenpeace-Direktor Marc Hind das Ranking der Computerhersteller in Sachen Umweltfreundlichkeit wiederholt vorstellte. Apple kommt in Greenpaeaces Aufstellung nur auf 2,7 von 10 Punkten, an der Spitze der Liste stehen Nokia und Dell mit 7 Punkten. "Niemand hat ein 'sehr gut' verdient, Apple muss aber ein 'ungenügend' verdient". Ebenfalls am Montag setzten Aktivisten den Apple Store in der Innenstadt von San Francisco mit Scheinwerfern in grünes Licht, ein Symbol zum Motto "Green my Apple". Vor der Jobs-Keynote am Dienstag verteilten die Umweltschützer Informationsmaterial an die Wartenden.
Apple weist die Vorwürfe von Greenpeace zurück. Ein Sprecher erklärte, dass der Mac-Hersteller mit den Kriterien und dem daraus entstanden Rating nicht einverstanden ist. Apple kümmere sich intensiv um den Umweltschutz und gehe bei der Vermeidung von giftigen Werkstoffen der Industrie voran. So verbanne man Quecksilber, Cadmium und sechswertiges Chrom ebenso wie Brom enthaltende Brandhemmer. "Auch haben wir komplett die Produktion von Röhrenmonitoren eingestellt, die Blei enthalten." Im EPA-Rankingsystem des Electronic Product Environmental Assesment Tool (EPEAT) würden Desktops und Laptops aus Cupertino am besten abschneiden. Seine Umweltschutzmaßnahmen beschreibt Apple detailliert auf einer Website.
AppleTV Streaming-Box kommt im Februar
Als „iTV“ hatte Steve Jobs sie angekündigt, der offizielle Name lautet „AppleTV“. Die kleine Box hat es in sich und soll sämtliche digitalen Inhalte auf den heimischen Fernseher bringen.
Von Christian Möller (09.01.2007)
Bei der flachen Set-Top-Box handelt es sich nicht nur um einen Audio/Video-Streaming-Client, der Fotos, MP3s und Videos über das heimische Netzwerk auf dem Fernseher abspielt. Das beherrscht Apple TV zwar auch, doch über eine integrierte 40 Gigabyte fassende Festplatte speichert das Gerät digitale Inhalte selbst ab, so dass man seinen Mac oder PC nicht einschalten muss, um in den Genuss von Musik oder Filmen zu kommen.
Die Bedienung funktioniert über die schon bekannte Apple Remote Fernbedienung, die dem Gerät beiliegt. Dabei orientiert sich die Oberfläche an dem vom Mac-OS her bekanntem Front-Row. Sämtliche Inhalte von bis zu fünf Macs oder PCs (mit iTunes) sollen sich über die Box wiedergeben lassen. Dazu zählen auch Videos, die man im iTunes Store gekauft hat.Anschluss an das Netz erhält die Box entweder drahtlos über Airport Extreme oder direkt per Ethernet-Kabel. Der Fernseher wird digital per HDMI oder DVI oder per Componenten-Video angeschlossen. Neben analogen Audio-Ausgängen gibt es auch einen optischen digitalen Ausgang. Auch ein USB-2.0-Port ist vorhanden, der aber laut Apple nur für Service- und Diagnose-Zwecke gedacht ist. Vielleicht kann man zukünftig dennoch die Kapazität der internen Festplatte über diesen USB-Port mittels einer externen Festplatte erweitern. Technisch machbar wäre es jedenfalls.
Interessant ist, dass die Box nicht nur H.264-Videomaterial in einer Auflösung von bis zu 640 mal 480 Pixel abspielen soll, sondern auch HD-Mpeg-4-Material mit bis zu 1280 mal 720 Punkten bei 24 Bildern pro Sekunde.
Von Mpeg-2 ist allerdings in den offiziellen Spezifikationen nicht die Rede. Digitales Filmmaterial, das man zum Beispiel via EyeTV aufgenommen hat, muss man also erst umkodieren.
Positiv ist, dass die Box über ein integriertes Netzteil verfügt. Das vermindert den Kabelsalat auf oder unter dem Fernseher.
AppleTV kostet 300 Euro und soll ab Februar 2007 erhältlich sein
Info Apple
Airport Extreme komplett überholt
Airport Extreme heißt die WLAN-Funkstation von Apple noch immer, doch äußerlich und innerlich hat sich einiges verändert.
Von Walter Mehl (09.01.2007)
Wichtigstes Stichwort ist 802.11n (Draft) - jene Funktechnik, die bis zu fünf Mal mehr Durchsatz bieten soll als die Standardform des Protokollstandards 802.11g, die Apple bisher unter dem Namen „Airport Extreme“ verkauft hat. Besonders Eilige seien aber gewarnt: Wie Belkin und andere Hersteller bekommt man von Apple nur ein Gerät, dass sich an eine Vorabversion (Englisch "Draft" oder Deutsch "Entwurf") des Übertragungsstandards 802.11n hält. Denn der Standard 802.11n ist bis heute nicht von den entsprechenden Gremien verabschiedet.
Abgesehen von diesem kleinen Makel glänzt Apples WLAN-Basisstation aber: Auf der Rückseite finden sich drei Ethernet-Anschlüsse (10- und 100-MBit-Ethernet), über die man Rechner und andere Geräte ohne WLAN in das Netz bringt. Daneben ist der DSL-Anschluss und der gewohnte USB-Anschluss, über den man jetzt aber Drucker und Festplatten an die Rechner im Netz verteilen kann.
Neu ist außerdem, dass man für die angeschlossenen Rechner den Internetzugang zeitlich beschränken kann - entweder auf bestimmte Stunden am Tag oder auf ein bestimmtes Zeitkontigent pro Tag, Woche oder Monat.Der Preis für die neue flache Airport-Extreme-Flunder (16,5 cm x 16,5 cm bei einer Höhe von 3,4 cm) liegt im deutschen Apple-Internet-Store bei 179 Euro. Als Liefertermin wird Februar 2007 genannt.
Interessant ist auch, dass Apple die Bassistation für Mac und PC auszeichnet. Das Airport Dienstprogramm liegt sowohl für Mac-OS als auch für Windows bei.
Als kleine Randnotiz hat Apple ganz zuletzt erklärt, dass einige der heute erhältlichen Macs bereits das Hochgeschwindigkeitsprotokoll 802.11n unterstützen. Zum Lieferumfang der Basisstation gehört ein Stück Software ("Enabler"), das 802.11n auf folgenden Macs aktiviert:
- iMac mit Intel Core 2 Duo (ausgenommen 17-Zoll-Modell mit einer Taktrate von 1,83GHz)
- Mac Book mit Intel Core 2 Duo
- Mac Book Pro mit Intel Core 2 Duo
- Mac Pro mit ab Werk eingebauter AirPort-Extreme-Karte
Info: Apple
Office 2008 kommt im zweiten Halbjahr 2007
Pünktlich zur Macworld hat Microsoft ein Update für Office 2004 und das ältere Office v.X veröffentlich.
Von Florian Matthey (10.01.2007)
Die neue Version 11.3.3 soll die Stabilität der Software verbessern und ein Sicherheitsleck schließen. Die Installationsdatei ist 57,6 Megabyte groß und lässt sich direkt auf Microsofts Website oder über die Update-Funktion von Office selbst herunterladen. Derweil könnte es sich bei dem Update 11.3.3 um das letzte größere für Office 2004 handeln: Für die zweite Jahreshälfte hat Microsoft Office 2008 angekündigt, das erstmals auf einer Universal Binary basiert. Weiteres hierzu im Laufe des Tages.
Neue Version soll in der zweiten Jahreshälfte erscheinen
Die neue Office-Version für den Mac soll außer Power-PCs auch Intel-Macs nativ unterstützen.
Von Thomas Hartmann (10.01.2007)
Im Rahmen der Macworld Expo hat Microsofts Mac-Abteilung – die Macintosh Business Unit (Mac BU) – den erwarteten Nachfolger für das bisherige Office-Paket angekündigt. Insbesondere soll Office 2008 für Macintosh als Universal Binary auf der neuen Generation der Intel-Macs nativ laufen, das bisherige Office 2004 für den Mac arbeitet nur unter Rosetta. Zu den weiteren Innovationen des kommenden Updates gehört die Unterstützung des neuen Office Open XML Formats, womit die Mac- zur Windowsversion von Microsoft Office 2007 aufschließt – der Datenaustausch zwischen den Plattformen soll dann problemlos möglich sein. Aber auch ältere Office-Versionen sollen nicht leer ausgehen: Microsoft hat bereits Konverter für das neue Dateiformat angekündigt. Ferner wird Office 2008 über eine überarbeitete Benutzeroberfläche verfügen, mit der die am häufigsten genutzten Funktionen intuitiv zugänglich sein sollen. Ein neues Tool namens "My Day" bringt in einem kleinen Fenster unabhängig vom aktuell gestarteten Programmmodul wichtige und farbig markierbare Aufgaben und Pläne in den Vordergrund. Schließlich bietet die nächste Office-Macversion eine verbesserte Seitenlayoutansicht für Word und Excel. Wann und zu welchen Preisen das Office-Paket hier zu Lande erscheint steht noch nicht fest – auch wie viel Office 2008 für Mac in den USA kostet hat Microsoft bislang nicht bekannt gegeben.
Info: Macworld.com
Newsletter bestellen: Newsletter und Wochenchronik