
Briefe und Postkarten normgerecht setzen
Wer regelmäßig am Mac Geschäftsbriefe schreibt, für den ist es naheliegend, auch den Briefbogen digital zu erstellen. Wenn man sich dabei jedoch nicht genau an die vorgeschriebenen Normen hält, verweigert die Post die Beförderung – abgesehen von dem schlechten Eindruck, der entsteht, wenn die Adresse völlig schief auf dem Anschreiben sitzt.
Von Thomas Biedermann (01.03.2007)
Die Deutschen sind bekannt für ihre Ordentlichkeit und Präzision. Deswegen ist in unserem Land auch alles schön geregelt – möglichst sogar mit einer DIN-Norm. Dies widerfährt auch dem normalen (Geschäfts-)Briefbogen und -umschlag – denn wer schreibt heute noch mit der Hand? Doch die Zwänge haben durchaus einen Sinn: Die Adresse sollte genau ins Sichtfenster des Umschlags passen, die Passmarken zum Falzen dafür sorgen, dass der Brief auch ordentlich zu falten ist: Format und Platzierung der Kenndaten sollten so einheitlich sein, dass sich der Brief ohne manuelles Nacharbeiten einscannen und archivieren lässt. Eine individuelle Gestaltung wirkt zwar persönlich, doch man sollte die Standards einhalten, sonst riskiert man keine oder eine verspätete Beförderung und zusätzlichen Aufwand beim Empfänger, etwa bei der Ablage. Auch für die Postkarte hält die Deutsche Post ein ganzes Regelwerk zur Gestaltung bereit. Und die Visitenkarte soll schließlich in Ihre Geldbörse passen. Eine Untersuchung im typografischen Randgebiet bringt uns hier weiter.
Große Firmen verschicken täglich automatisiert eine große Anzahl an Briefen. Dies wird über entsprechende Geräte abgewickelt. Schon aus diesem Grund braucht ein Briefbogen eine Norm. Ein Briefbogen hat ein fest postioniertes Anschriftenfeld, einen Heftrand, Falzmarken und Raum für die eigentliche Mitteilung.
Dies sind die Vorgaben für einen geschäftlichen Briefbogen für Fensterumschläge. Bei der Platzierung von Absender und Bankverbindung ist freies gestalterisches Wirken möglich. Es bietet sich die Möglichkeit, sie konservativ in die rechte obere Ecke zu setzen, verspielt auf den ganzen rechten Rand zu verteilen, oder sie zu splitten und weniger wichtige Daten in eine Fußzeile zu setzen. Denken Sie jedoch daran, der Brief soll eindeutig und klar gestaltet sein, um sofort den Absender ermitteln zu können. Er soll überzeugend sein und einen positiven Eindruck hinterlassen. Und die Gestaltung der Absenderangaben soll den eigentlichen Mitteilungsbereich nicht zu sehr einengen – sonst hätte der Briefbogen seinen Zweck verfehlt, wichtige Informationen auf einen Blick preiszugeben.
DIN-Normen und entsprechende Maße für Geschäftspapiere widersprechen der Kreativität des Designers. Sie sind konservativ. Da sich die Berufswelt jedoch auf Standards geeinigt hat, die einen Nutzen für die Kommunikation bringen, kann kein Gestalter die Augen davor verschließen, wenn er nicht Ärger mit der Post und seinen Kunden riskieren will.
Der Geschäftsbriefbogen wird in den deutschen DIN-Normen 676 und 5008 geregelt. Die Norm DIN 676 findet bei der eigentlichen Gestaltung eines Geschäftsbriefes Verwendung. Die DIN 5008 legt Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung fest. Der Standardbriefbogen hat die Norm DIN A4 im Format 201 x 297 Millimeter. Dazu gehört die Norm DIN C4 mit den Maßen 229 x 324 Millimeter als Briefumschlagsformat. Und der Lang-DIN-Umschlag mit dem Maßen 188 x 218 Millimeter für gefalzte Briefe, mit oder ohne Adressfenster. Eine Zeitschrift wie die Macwelt kann sich ein geringfügig kleineres Format als DIN A4 leisten, nämlich 192 x 278 Millimeter – wir übersehen das jetzt einfach augenzwinkernd.
Die Post liest mittlerweile Postleitzahl, Bestimmungsort, Zustell- oder Abholangaben, Empfängerangaben und mehr mit Sortieranlagen ein. Damit diese Anlagen funktionieren, hat die Post folgende Anforderungen definiert. Sie sind vor allem für die Gestaltung von Werbe-Antwortkarten zu beachten, damit keine zusätzlichen Kosten entstehen.
1. Schriftgröße Die Buchstaben dürfen eine Versalhöhe zwischen 2,5 und 4,7 Millimeter haben.
2. Abstände Der Zeichenabstand muss mindestens 0,2 bis maximal 0,4 Millimeter betragen, als Wortabstand gibt die Post einen Bereich zwischen ein und vier Millimeter vor, der Zeilenabstand darf 1 bis 2,5 Millimeter groß sein.
3. Schriften Optimal sind Arial, Courier, Frutiger und Helvetica in den Punktgrößen zehn bis zwölf. Bei Schriften ohne einheitliche Grundlinie, Handblockschriften, Kursiv- und Zierschriften, Negativschriften, Fraktur, Schattenwurf und Konturschriften streiken die Maschinen, der Brief muss per Hand sortiert werden und kommt voraussichtlich später an.
4. Kontrast Die Anschrift soll in einer gleichmäßigen kräftigen Schrift auf einem möglichst einfarbigen, hellen Hintergrund stehen. Grafische und alfanummerische Darstellungen (etwa Strichcode) sind nicht zulässig.
5. Zusatzangaben Der Absender oder Angaben wie eine Bitte um Rücksendung, wenn das Schreiben unzustellbar ist, müssen deutlich kleiner als die Adresse und etwas abgesetzt auf dem Briefumschlag stehen.
6. Platzierung Die Anschrift muss genau im Fenster stehen und mindestens drei Millimeter vom Rand entfernt.
7. Reihenfolge Adressangaben müssen in der folgenden Reihenfolge kommen: Name, zusätzliche Angaben zum Empfänger, Ortsteil (falls nötig), Postleitzahl und Ort ohne vorangestellte Länderkennung. Bei Briefen ins Ausland sollte die Länderangabe in Großbuchstaben unterhalb des Ortes stehen (ITALIEN).
8. Freimachungsvermerk Er muss rechts oben stehen, optimal mit fünf Millimeter Abstand zum oberen Rand und 15 Millimeter Abstand zum rechten Rand. Der Vermerk muss von einer durchgehenden schwarzen Linie umgeben sein, der innerhalb der Linie platzierte Text darf den Rahmen nicht berühren.
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