
Entscheidung in der Dunkelkammer
Digitale Bilder dominieren das Berufsfeld der Fotografen. Höchste Zeit also, dass sich Softwarehersteller der besonderen Arbeitsabläufe dieses Berufszweiges annehmen und spezialisierte Lösungen anbieten. Macwelt vergleicht die Programme Aperture von Apple und Lightroom von Adobe, die sich beide als Lösung für die Anforderungen des digitalen Fotohandwerks andienen.
Von Nikolaus Netzer (13.04.2007)
Lang hat sich Adobe Zeit gelassen, mit der Betaphase seiner Fotosoftware Lightroom. Doch das Unternehmen wollte nicht Apples Fehler wiederholen, mit einer zu früh veröffentlichten Software die Anwender zu verärgern
Die ständige Steigerung von Bildqualität und Aufnahmefrequenz fotografischer Systeme und deren stetiger Preisverfall beeinflussen die Arbeitsabläufe von Fotografen, denn sie müssen die wachsende Flut digitaler Bilder mit geeigneter Software in Bahnen lenken. Bildbetrachter, die Datenbestände sichten und mit Sortierkriterien versehen, gibt es eine ganze Reihe. Aber die besondere Aufgabe besteht darin, nicht nur Bildformate wie TIFF oder JPEG anzusehen, sondern spezifische Rohdaten, die diverse Digitalkamera-Modelle liefern, auszulesen und schnell darzustellen. Denn die Rohdaten, die Kamerasensoren liefern – auch als RAW-Format bezeichnet – müssen auf besondere Art behandelt werden.
Drückt ein Fotograf auf den Auslöser seiner Digitalkamera, kann er die nötige Bildwandlung der in die Kamera eingebauten Elektronik überlassen oder alternativ einer Software. Kamera-Hardware lässt sich nicht ohne Weiteres an technische Änderungen anpassen. Ihre Rechenleistung ist durch die Anforderungen der Miniaturisierung eingeschränkt. Die Vorteile einer software-basierten Umwandlung liegen auf der Hand. Eine Software kann laufend angepasst und in ihrer Verarbeitungsqualität verfeinert werden. Zudem kann sie bei der Bildwandlung auf die Leistungsfähigkeit hoch getakteter Prozessoren, breiter Systembusse und schneller Festplatten zurückgreifen. Daher lassen sich Bilder direkt beim Fotografieren in Formaten wie JPEG oder TIFF speichern. Oder man nutzt die Option – wie es die Profis meist tun – die unveränderten Daten, die der Kamerachip bei der Aufnahme liefert, im RAW-Format zu speichern und sie anschließend mittels spezieller Software zu „entwickeln“. Dabei bleibt die Originaldatei während des gesamten Verarbeitungsprozesses erhalten, die Bildmanipulationen wie Belichtung, Helligkeit, Farbton oder Schärfe, werden je nach Arbeitsweise eines Programms, nur in Zusatzdateien als Referenz aufbewahrt (XMP Format). Das führt dazu, dass ein entwickeltes Motiv, je nachdem durch welche Software gewandelt, möglicherweise Unterschiede aufweist. Besonders die Kamerahersteller wissen um die letzten Geheimnisse ihrer Geräte. Dritthersteller wie Apple und Adobe müssen durch geschickte Entwicklungsarbeit herausfinden, wie aus den Quelldaten ein möglichst optimales Bild zu generieren ist. Die Hersteller werden auch nicht großzügig Informationen preisgeben, denn sie sind am Absatz eigener Software-Produkte interessiert.
Aperture bietet Fotografen ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Spektrum an Funktionen. Alle Arbeitsschritte und Funktionsbereiche konzentrieren sich innerhalb der geschlossenen Aperture-Oberfläche, die sich vom Design an die Gestaltung der Pro-Applikationen aus dem Hause Apple anlehnt. Vorteil dieser Arbeitsumgebung soll die Konzentration auf das Motiv sowie die zügige Bildbeurteilung und -auswahl sein.
Beim ersten Programmstart oder später in den Programm-Voreinstellungen legt der Fotograf fest, ob Aperture oder ein anderes Programm für den Import von Bildern von der Digitalkamera auf die Festplatte verwendet wird. Nutzt man Aperture, zeigt ein beim Anschließen der Kamera automatisch aufspringenden Dialog den Inhalt der Speicherkarte einer Kamera und generiert Vorschaubilder. Nach Auswahl der gewünschten Bilder definiert man noch ein Zielprojekt und schon sammelt Aperture die Bilder ein. Dem Anwender bleiben dabei zwei Möglichkeiten, seine Bilddaten zu verwalten. Entweder legt Aperture alle importierten Bilder in ein Verzeichnissystem, bei dem man nicht ohne weiteres über den Finder an die Originale gelangt. Oder es bestehen Ordner im Finder, deren Inhalt Aperture an Ort und Stelle belässt und lediglich die Vorschaudateien für die Ansicht neu generiert. Bei dieser Arbeitsweise stehen die Bilder auch anderen Programmen zur Verfügung. Zusätzlich lassen sich ein oder mehrere Laufwerke als dezidierte Backup-Medien definieren, in die Bilder und Variationen automatisiert gesichert werden.
Ein innovatives Lupen-Werkzeug zeigt Bildbereiche vergrößert an, ohne das gesamte Motiv zu skalieren. Eine Schwebepalette erlaubt es, festgelegte Stichwörter per Drag-and-Drop zu Motive der Bildsammlung zuzuordnen. Zwei Symbole zeigen wahlweise oder kombiniert die Einstellungen für Anpassungen und Metadaten, die dann einen breiten Bereich auf der rechten Bildschirmhälfte einnehmen.
Eine Übersicht der in Aperture verfügbaren Bilder, die an die Sortierung von iPhoto erinnert, befindet sich am Rande der linken Bildschirmhälfte. Aperture organisiert Bildmaterial laut Voreinstellung zentral in der Bibliothek. Hier erscheinen alle aufgenommenen Motive entweder komplett sichtbar oder nach Kriterien differenziert. Gliederungen der Bibliothek sind beispielsweise Bewertungen, die der Anwender jedem Foto zuordnet, oder der Aufnahmezeitpunkt.
Für die individuelle Bearbeitung einer Reihe von Aufnahmen kann der Fotograf Projekte anlegen, die als Container für verschiedene Themen einer Serie fungieren. Ein Projekt zeigt immer alle Aufnahmen an. Innerhalb eines Projektes können zusätzliche Fotoalben mit verschiedenen Themenschwerpunkten angelegt werden. So kann ein Projekt über Gartenbegrünung ein Album „Blumen“ und ein Album „Bäume“ enthalten. Das macht die individuelle Bearbeitung übersichtlicher.
Zur Sichtung des Materials genügt ein Mausklick auf den gewünschten Bereich der Projektübersicht und die Fotos erscheinen in der Bildschirmmitte in den Ansichtsmodi „Viewer“ und „Browser“. Die Browser-Ansicht präsentiert eine Übersicht der Aufnahmen wahlweise als Vorschaubilder oder tabellarisch mit Angabe der Metadaten wie Aufnahmedatum, Blende oder Verschlusszeit. Ein aktuell ausgewähltes Motiv erscheint zur genaueren Sichtung im Viewer-Fenster. Für Steuerung, Bearbeitung und Bewertung der im Viewer sichtbaren Bilder dient die am unteren Bildschirmrand positionierte Kontrollleiste mit ihren Werkzeugen. Zwei Knöpfe dienen der Bildrotation ins Hoch- oder Querformat. Mit weiteren vier Knöpfen bewertet der Fotograf die Bilder während der Sichtung und navigiert mit den Tasten „Bild-vorwärts“ und „Bild-zurück“.
Zur Kontrolle der vorgenommenen Bearbeitungen, kann man zwischen Originalbild und Arbeitskopie hin- und herschalten, Bildpaare vergleichen oder mit Bildstapeln hantieren.
Wählt der Fotograf ein Motiv im Browser aus, kann er zur Detailbearbeitung übergehen. Ein farbiges Histogramm zeigt die Tonwertverteilung im Bild an, RGB- Werte können an beliebigen Pixeln im Bild gemessen und angezeigt werden. Die RAW-Feinabstimmung zeigt vom Kameratyp abhängige Optionen. Dazu gehören Farbverstärkung, Scharfzeichnen und Schärfen von Kanten. Zur Unterdrückung von Bildstörungen können Farben weichgezeichnet und ein automatischer Rauschabgleich eingeschaltet werden. Für Anwender älterer Aperture-Versionen, besteht die Möglichkeit, Version 1.0 der RAW-Feinabstimmung einzuschalten, um die mit Vorversionen getätigten Bearbeitungen zu erhalten. Denn diese haben ab Version 1.1 andere Auswirkungen auf die Bilder.
Neben Belichtung, Sättigung, Helligkeit und Kontrast, kann auch die Färbung von Schwarz, Grau und Weißpunkt bearbeitet werden. Global oder innerhalb der einzelnen Farbkanäle RGB bearbeitet der Fotograf separat die Tonwerte. Vielfältige Einstellmöglichkeiten existieren auch für die Manipulation von Glanzlichtern und Schatten. Hier kann man Radius, Farbkorrektur, die Balance zwischen oberen und unteren Tonwerten und den Kontrast einstellen. Für die nachträgliche Verschiebung des Weißabgleichs lässt sich die Farbtemperatur und die Färbung verändern. Mit einer Pipette nimmt man einen neutral grauen Bildbereich als Eichwert auf. Zusätzlich kann für die Grundfarben Rot, Gelb, Grün, Cyan, Blau und Magenta individuell Farbton, Sättigung, Leuchtkraft und die Ausdehnung auf das Farbspektrum bearbeitet werden.
Wer sich durch die Bildschirmaufteilung eingeengt fühlt, kann in den Vollbildmodus schalten. Die gewünschte Bildauswahl erscheint formatfüllend auf einem oder mehreren Bildschirmen und die Arbeitspaletten und Werkzeuge ziegen sich über einen dem Dock ähnlichen Mechanismus an der oberen Bildschirmkante. Die Paletten „Schlagwörter“ und „Anpassungen“ lassen sich frei schwebend beliebig positionieren.
Die Benutzeroberfläche von Lightroom gliedert sich auf den ersten Blick ähnlich der von Aperture. Dennoch finden sich Unterschiede, die über das Erscheinungsbild hinausgehen. Zunächst bietet Lightroom fünf miteinander vernetzte Arbeitsumgebungen an: Bibliothek, Entwickeln, Diashow, Drucken und Web. Jede Arbeitsumgebung bietet spezifische Hilfsmittel. Per Mausklick auf die Schlagwort am oberen rechten Bildschirmrand wechselt der Nutzer zwischen den Umgebungen. Im Bibliotheks-Bereich importiert und sichtet der Digitalfotograf seine Bildersammlungen. Sobald eine Speicherkarte erkannt wird, meldet sich Lightroom – sofern voreingestellt – und möchte das Material importieren. Alternativ besteht die Möglichkeit, einen Ordner zu überwachen und sobald dort Bilddaten eingehen, diese automatisch zu importieren. Das ist nützlich, wenn man mit Geräten arbeitet, die eine spezielle Software benötigen, um Bilder auf die Festplatte zu laden.
Die RAW-Umwandlung von Lightroom basiert auf dem Photoshop Plug-In Camera-Raw 3.7 und verspricht volle Interoperabilität der Daten zwischen den beiden Programmen, sofern die aktuelle Version installiert ist. Zusätzlich muss die Option „Änderungen automatisch in XMP speichern“ unter „Lightroom > Voreinstellungen > Dateimanagement“ eingeschaltet sein. Dann steht einem reibungslosen Austausch nichts mehr im Wege und die Einstellungen, die Anwender mit Camera-Raw an ihren Bildern vorgenommen haben, sind auch in Lightroom sichtbar.
Nach Import der Daten landen diese nun in gewünschten Verzeichnissen auf der Festplatte und lassen sich im Bibliotheksbereich sichten und einstellen. Dabei können schon während des Imports Dateinamen verändert oder Stichworte vergeben werden. Die Bedienfelder am linken Bildschirmrand zeigen das bearbeitete Bild oder einen Ausschnitt an. Dort stehen die Bibliotheksbezeichnung, Suchfunktionen, die Ordner, in denen Bilder lagern, Stichworte, die den Bildern angehängt werden sowie die Metadatensortierung. Am unteren Bildschirmrand werden alle Bilder eines gewünschten Verzeichnisses in einer horizontalen Leiste dargestellt. Die Filteroptionen rechts schränken die Auswahl dargestellter Bilder auf Wunsch weiter ein.
In der Bildschirmmitte lassen sich Bilder sowohl in der Übersicht, als in der Lupen-Ansicht darstellen. Ebenso stehen Vergleichs- und Überprüfungsansicht zur Auswahl, bei denen zwei oder mehrere Motive vergrößert beurteilt werden können. Im Bedienfeld auf dem rechten Bildschirmrand können unter der Bezeichnung „Ad-hoc-Entwicklung“ vereinfachte RAW-Einstellungen angewendet werden. Dabei zeigt ein farbiges Histogramm die Auswirkungen auf die Farbkanäle. Im Bereich „Stichwörter festlegen“ kann importiertes Material rasch bezeichnet werden. Eine Übersicht der Metadaten hilft bei der nachträglichen Analyse des Bildmaterials.
Wirft man einen Blick auf die Einstellungen am rechten Bildschirmrand, findet man Optionen zur Feinabstimmung des Fotomaterials.
In den Grundeinstellungen definiert der Anwender den Weißabgleich manuell oder mit Hilfe einer Pipette. Weitere Einstellmöglichkeiten betreffen Belichtung, Lichterkorrektur, Schwarzpunkt, Helligkeit und Kontrast sowie weitere Manipulationsmöglichkeiten für Farben.
Mittels einer Gradationskurve können Lichter und Tiefen sowie helle und dunkle Farbtöne gezielt bearbeitet werden. Zur weiteren Bearbeitung können verschiedene Farbmodelle herangezogen werden, mit denen sich gezielt einzelne Farben verstärken oder abschwächen lassen. Weitere Bearbeitungsmöglichkeiten beziehen sich auf getrennte Handhabung von Lichtern und Schatten, deren Farbton und Sättigung verändert werden kann.
Um Bilddetails herauszuarbeiten, kann die Schärfe verstärkt werden. Digitalbilder, die mit einer hohen ISO-Zahl aufgenommen wurden, tendieren zu verstärktem Bildrauschen, das über weitere Einstellungen zu unterdrücken ist.
Spannend wird es weiter unten. Dort finden sich nützliche Optionen für die Objektiv-Korrektur. Farbfehler von Objektiven, ausgelöst durch unterschiedliche Wellenlängen des Lichts, bezeichnet man als chromatische Aberration, die sich verringern lassen. Ebenso kann die Vignettierung, eine durch den Lichtweg innerhalb eines Objektives hervorgerufene Abschattung zum Bildrand, aufgehellt werden. Spezialisten können im Bereich „Kamerakalibrierung“ ganz individuelle Einstellungen für die Eigenheiten ihrer Kamera-Hardware festlegen und zur Anwendung bringen.
Für eine Präsentation der Bildbibliothek wechselt man in den „Diashow“-Bereich. Mittels verschiedener Voreinstellungen für die Bildanzeige können beim Abspielen Texte, Metadaten und Bewertungssterne angezeigt werden. Für musikalische Untermalung können die iTunes-Musik-Bibliothek oder darin befindliche Wiedergabelisten ausgewählt werden.
Für die Ausgabe der Digitalfotos auf Druckern stehen im „Drucken“-Bereich die notwendigen Hilfsmittel zur Verfügung. Die Vorschau zeigt anstelle des Navigators nun die Anordnung eines oder mehrerer Bilder auf der zu druckenden Seite. Der Vorlagenbrowser bietet eine Reihe nützlicher Aufteilungen des zu druckenden Bereichs, bei denen sich verschiedene Raster und Bildoptionen für die Anordnung von Fotos auswählen lassen. Diese Liste lässt sich um eigene Raster und Seitenaufteilungen erweitern. Mit den rechts befindlichen Bildeinstellungen können Bilder an Rahmen angepasst, automatisch rotiert oder mit einem Rahmen versehen werden. Die Layout-Optionen definieren Ränder und Hilfslinien sowie die Anzahl der Reihen und Spalten sowie Zellenabstand und Zellengröße der anzuordnenden Bilder. Zur besseren Orientierung können verschiedene Arten von Hilfslinien eingeblendet werden. Jede Seite kann mit einem frei definierbaren Text versehen werden, der unter der Bezeichnung „Erkennungstafel“ aktiviert wird. Per Mausklick auf die Schaltflächen „Seite einrichten“, „Druckeinstellungen“ und „Drucken“ ruft man die betriebssystemeigenen Dialoge für den Druckprozess auf.
Um Bibliotheksinhalte im Internet automatisiert zu veröffentlichen, wechselt der Fotograf in den „Web“-Arbeitsbereich. Voreingestellt finden sich eine Reihe von Vorlagen mit verschiedenen Rasteraufteilungen, wahlweise im HTML- oder Flash-Format, die sich ebenfalls um eigene Designs erweitern lassen. Die Bildschirmmitte präsentiert eine Ansicht der späteren Internet-Seite. Auf der rechten Seite können Feineinstellungen für Text, Textfarbe, Hintergrund, Rasterlinien und Nummerierung getroffen werden. Über den Werkzeugbereich „Erscheinungsbild“ wird die Anzahl der Zellen und Spalten definiert. In den Ausgabeeinstellungen definiert der Anwender Vorschaugröße, Bildqualität, Titel, Bildbeschreibung und Copyrighthinweise, die in die Bilder eingebettet werden.
In den Ausgabe-Optionen definiert man das ftp-Verzeichnis, in dem die Bildergalerie landen soll. Per Mausklick auf die Exportieren-Schaltfläche, sammelt man die vorbereiteten Daten an einem Ort auf der Festplatte. Alternativ kann man das Material mit einem Klick auf die Hochladen-Schaltfläche in ein zuvor definiertes ftp-Verzeichnis laden.
Aperture greift beim Bildimport auf betriebssystemeigene Konvertier-Routinen zurück. Eine verbesserte Kamerakompatibilität ist nur im Rahmen von Betriebssystemupdates möglich. Adobe kann hier eindeutig schneller agieren und betreffende Plug-Ins in kürzeren Abständen liefern, zumal eine automatische Update-Funktion über das Internet eingebaut ist. Möglicherweise wird sich Apple dieser Verfahrensweise in Zukunft anschließen.
In punkto Hardwareanforderungen gilt, dass ein wirklich sinnvolles Arbeiten nur mit aktueller Hardware angenehm von der Hand geht. Der Umgang mit RAW-Daten ist leistungshungrig und sowohl Aperture als auch Lightroom haben an unterschiedlichen Stellen mit Aussetzern und zähem Verhalten der Benutzeroberfläche zu kämpfen. Während Aperture generell durch einen verlangsamten Arbeitsfluss auffällt, reagiert Lightroom meistens flüssig, um aber unvermittelt einzufrieren. Dabei stürzt es nicht ab und fängt sich nach einer Weile wieder, aber die Ursache dafür konnte nicht geklärt werden.
Der Anwender sollte vor Einsatz der Programme Vergleiche der Umwandlung, mit seiner Foto-Hardware an verschiedenen Motiven selbst ziehen. Von beiden Programmen sind 30-Tage Testversionen erhältlich. Dieser Zeitraum sollte ausreichen, Bildwandlung und eigene Hardwareausstattung auf die Probe zu stellen.
Wenn Sie eine rasche Vorschau von Bildern in einem Ordner erhalten möchten, ...dann reicht Bridge oder die Shareware Grafikkonverter vollkommen aus.
Wenn Sie im JPEG oder TIFF-Format möglichst unkompliziert Bilder von der Kamera laden und sichten wollen, ...dann sind sie mit dem Gratis-Produkt iPhoto gut ausgestattet.
Wenn Sie neben Bildern auch Filme oder Töne auf der Festplatte verwalten möchten, ...dann sollten Sie zu einer Medienverwaltungssoftware wie Portfolio greifen.
Wenn Sie Digitalfotos im RAW-Format ansehen und bearbeiten müssen, ...dann greifen sie zu Aperture, Lightroom, iView Media Pro oder Fotostation.
Wenn Sie Digitalfotos im RAW-Format ansehen und bearbeiten müssen und die Einbindung in die Apple Produktpalette und deren Services wie .Mac wichtig sind, ...dann greifen Sie zu Aperture.
Wenn Sie Digitalfotos im RAW-Format ansehen und bearbeiten müssen und die plattformübergreifende Verbindung zur Adobe Produktpalette benötigen, ...dann greifen sie zu Lightroom.
Wir testen die beiden Programme auf einem Power Mac G5 Dual mit 2,5 Gigahertz unter Mac-OS X 10.4.9 mit 4 Gigabyte RAM.
Beide Programme bieten einen ähnlichen Arbeitsablauf. Dabei spielen besonders Kameraerkennung, Bildimport, Geschwindigkeit der Bildvorschauerstellung, Handhabung und Arbeitsgeschwindigkeit bei der Bildbearbeitung sowie Export und Zusammenarbeit mit anderen Programmen eine Rolle. Besonderes Augenmerk gilt der Qualität der RAW-Entwicklung, die wir anhand von Bildmaterial verschiedener Kameras prüfen. Zum Einsatz kommen eine Nikon D70, D100, D200, D1x und D2x.
Wir bewerten 6 Kriterien. An erster Stelle steht die Qualität der RAW-Konvertierung, die mit 30 Prozent in die Gesamtnote einfließt. Dann folgen Ausstattung und Bedienungskomfort, die mit 20 Prozent in die Gesamtnote einfließen. Jeweils 10 Prozent erhalten die Programme für Geschwindigkeit, Stabilität, Datenaustausch und Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ein wesentlicher Aspekt der Leistungsfähigkeit eines digitalen Fotolabors ist die Kompatibilität zu diversen Kameraherstellern. Der Schwerpunkt liegt bei den beiden Testkandidaten auf der professionellen digitalen Spiegelreflexfotografie. Konsumer-Kameras bleiben aber nicht außen vor. Denn mittlerweile nutzen auch zunehmend ambitionierte Fotoamateure die Vorteile dieser Technik.
Alle Kamerahersteller bieten unterschiedlich gut gemachte Werkzeuge, um Bilder von den Kameras auf die Festplatte zu laden und sie anschließend in gewünschte Zielformate zu wandeln. Ein Beispiel sei mit Nikon Capture NX genannt, dessen RAW-Wandlung von Nikon-Dateien hervorragend ist, aber eine derart schleppende Arbeitsgeschwindigkeit aufweist, dass man gerne nach Alternativen wie Aperture oder Lightroom sucht.
Der typische Arbeitsablauf professioneller Digitalfotografen bei der Verwendung des RAW-Formates, gestaltet sich folgendermaßen: Entweder gelangen die Bilder auf Datenträgern wie Compact-Flash-Karten, Microdrive, Memory-Sticks oder Secure-Digital-Karten über Adapter in den Rechner oder sie werden direkt per USB oder Firewire auf die Festplatte geladen. Anschließend generiert die Fotolabor-Software aussagekräftige Vorschaubilder der importierten Bilder. Verschiedene Sichtungs- und Sortier-Mechanismen helfen nun dem Fotografen, eine rasche Übersicht des importierten Bildmaterials zu bekommen. Eindeutige Bewertungs- und Markierungsoptionen helfen bei der Kategorisierung von Bildern und deren Verschlagwortung zu Themenkomplexen. Ebenso wichtig ist das Auslesen der Kameradaten, die mit jedem Digitalfoto gespeichert werden (EXIF, IPTC). Das hilft später, Aufnahmesituationen anhand des verwendeten Objektivs, Brennweite, Blende und deren Verschlusszeit zu analysieren.
Mehr zum Thema: aperture, lightroom, photosoftware, raw
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