
Photomerge mit Photoshop CS 3
Für Panoramen bietet Photoshop CS3 zwei ähnliche Verfahren an. Das eine ist eine deutliche Verbesserung einer altbekannten Photoshop-Funktion. Neu sind zwei Befehle, die Einzelbilder in Ebenen automatisch aneinander ausrichten und ineinander überblenden
Von Mike Schelhorn (22.11.2007)
Der Anwender profitiert dabei sehr stark von den eingebauten Automatismen und kann sich im Regelfall eine zeitraubende Nachbearbeitung ersparen. Und falls eine solche doch nötig ist, stehen Masken und Einzelbildebenen nach Anwendung dieser neuen Funktionen bereit.
Bei der Aufnahme der Einzelbilder von Panoramen sollte man jedoch einiges beachten: Am besten gelingen die Aufnahmen vom Stativ, jedoch kann Photoshop auch aus der Hand fotografierte Einzelbilder sehr gut in ein Panorama integrieren. Egal mit welcher Methode, die Einzelbilder sollten sich um wenigstens ein Viertel der Bildbreite überlappen – dann erzeugt das überarbeitete Photomerge Stitching-Ergebnisse, die sich vor denen spezialisierter Panorama-Software nicht verstecken müssen. Die Belichtung sollte manuell eingestellt und über die Abfolge der Aufnahmen nicht mehr verändert werden.
Das stark verbesserte Photomerge ist nun eine wirklich brauchbare Stitching-Lösung und setzt sogar mehrzeilige Bilder zusammen. Nach dem automatischen Ablauf des Stitching kann man das erzeugte Panorama weiterbearbeiten, wenn nötig. Photomerge legt dazu auch Ebenenmasken an.
Schritt 1 Für die Verarbeitung in Photomerge müssen erst einmal die Bilder bereitstehen. Entweder sind sie in Photoshop bereits geöffnet oder man wählt sie über den Durchsuchen-Dialog von Photomerge aus. Der dritte und bequemste Weg geht über Bridge. Hier wählt man die Bilder an und ruft anschließend aus dem Menü „Werkzeuge > Photoshop“ die Photomerge-Funktion auf. Sind die Bilder wie hier im Beispiel noch nicht gedreht, übernimmt Photomerge diese Aufgabe auch. Wer die Bilder direkt aus Photoshop zum Panorama zusammenführen will, wählt Photomerge aus dem Untermenü „Datei > Automatisieren“. Schritt 2 Nun zeigt sich der Photomerge-Dialog und präsentiert links die verschiedenen Panorama-Stitching-Methoden. Für normale Panoramen, also eine Bildfolge von links nach rechts, bieten sich die Funktionen „Auto“ oder „Zylindrisch“ an. „Perspektivisch“ verzerrt das Ergebnis bei normalen Einzelaufnahmen zu sehr. Die weiteren Methoden sind „Nur repositionieren“ und „Interaktives Layout“. Bei „Nur repositionieren“ erzeugt Photomerge zwar Ebenenmasken, verzerrt allerdings nicht die Einzelbilder zur Anpassung. In der Regel sind dabei Übergänge sichtbar. Nur die letzte Option „Interaktives Layout“ öffnet einen weiteren Dialog. Alle anderen Optionen erledigen ihre Arbeit bis zum Endergebnis vollautomatisch. Wichtig: Nahtlose Übergänge erzeugt Photomerge nur, wenn die Option „Füllbilder ergänzen“ aktiviert ist.Der zweite Weg zu Panoramen führt über die neuen Photoshop-Funktionen „Ebenen automatisch ausrichten“ und „Ebenen automatisch füllen“. Er empfiehlt sich für die schwierigereren Fälle, bei denen die Automatismen von Photomerge nicht zu befriedigenden Ergebnissen geführt haben.
Schritt 1 Zunächst müssen die Einzelbilder als Ebenen in ein einzelnes Photoshop-Dokument aufgenommen werden. Entweder zieht man bei gedrückter Shift-Taste mit dem Bewegen-Werkzeug weitere Einzelaufnahmen auf das Panoramastartbild (so werden sie dabei zentriert) oder man wählt den Skripten-Befehl „Dateien in Stapel laden“ und lässt dabei die Optionen unten im Dialog unmarkiert. Schritt 2 Nun wählt man in der Ebenenpalette alle Einzel-ebenen zusammen aus. Sollte eine der Ebenen eine Hintergrund-ebene sein, befördert man sie zuvor mit einem Doppelklick auf das Ebenenbild zu einer normalen Ebene. Sind alle Ebenen ausgewählt, ruft man den Befehl „Ebenen automatisch ausrichten“ aus dem „Bearbeiten“-Menü auf. Jetzt erscheint ein Dialog mit den von Photomerge bekannten Stitching-Methoden. In diesem Beispiel wählen wir die Methode „Zylindrisch“.Die beiden Befehle zum Ausrichten und Füllen von Ebenen eignen sich nicht nur für Panoramen, sondern auch für überlagerte Bilder. Nur in Photoshop CS3 Extended stehen dabei die Berechnungen des Stapelmodus bereit, doch auch in der Standardversion kann man die beiden Funktionen für Bildüberlagerungen nutzen.
Beispiel 1 Bei diesen aus der Hand geschossenen Aufnahmen schaffen wiederum die Befehle „Ebenen automatisch ausrichten“ und „Ebenen automatisch füllen“ die Voraussetzungen für eine schnelle Retusche, die den Bewegungsablauf der Aikido-Übung verdeutlicht. Beispiel 2 Hier haben wir zwei Aufnahmen des Motivs, eines vor Sonnenuntergang und eines kurz nach Sonnenuntergang, miteinander kombiniert. Nachdem die Ebenen in einer Photoshop-Datei angelegt waren (siehe Schritt 1 beim vorigem Workshop), schaffen die Befehle „Ebenen automatisch ausrichten“ und „Ebenen automatisch füllen“ die Voraussetzungen für unsere Bildretusche. Der dramatischere Himmel nach Sonnenuntergang soll erhalten bleiben, das Haus und die Wipfel der Bäume noch vom Sonnenlicht erfasst werden. Nach dem Ausrichten hat der Befehl „Ebenen automatisch füllen“ praktischerweise auch gleich die Ebenenmasken angelegt. Wir aktivieren die obere schwarze Ebenenmaske und malen mit dem Pinsel das Sonnenlicht an die gewünschten Bildstellen zurück.Newsletter bestellen: Newsletter und Wochenchronik
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