Test: Neue iMacs

Test: Neue iMacs

Test: iMac mit neuem Herz

Neues Innenleben, gleiche Hülle

Der iMac - Apples Brot- und Butter-Mac - bekommt ein neues Innenleben. Viel ändert sich nicht, doch in den Details erkennt man durchaus Fortschritte.

Von Christian Möller (21.05.2008)

Wieder einmal fungiert der Chiphersteller Intel als Motor für Innovationen aus dem Hause Apple. Und doch hat der Mac-Hersteller seine Finger dazwischen und sorgt für Überraschungen. Die aktuellen Intel-Mobil-CPUs auf Basis der Penryn-Technologie finden nun auch den Weg in die Alu-iMac-Modelle - allerdings etwas anders, als erwartet. Auch wenn Apple keine expliziten Zahlen bekannt gibt, nach den mobilen Macs dürfte der iMac in den Verkaufsstatistiken ganz vorne liegen. Das All-in-One-Konzept bietet in Verbindung mit dem äußerst schicken Design Anreiz für Minimalisten und Ästheten. Jetzt sind die Rechner noch schneller, noch günstiger und Strom sparender.

CPUs nicht von der Stange

Die Suche nach den aktuellen iMac-CPUs in Intels Produktlisten führt zu keinem Ergebnis. Dort findet man weder ein Penryn-Modell mit 2,4 Gigahertz Takt und sechs Megabyte Level-2-Cache, noch eine Version mit 2,66 Gigahertz und schon gar nicht eine mit 3,06 Gigahertz.

Auch der Bustakt wirft Rätsel auf, 1066 Megahertz Frontside-Bustakt und 800 Megahertz Speichertakt sollten eigentlich erst mit Intels zukünftiger Mobilplattform "Montevina" möglich sein. Setzt Apple diese in den neuen iMacs etwa schon ein? Wir haben nachgesehen und die Antwort lautet: nein.

Leise Lüfter: Ein Lüftungsschlitz an der Rückseite reicht aus, die Abwärme der iMacs nach außen zu führen. Ein Großteil wird auch über das Alu-Gehäuse abgeleitet.
Leise Lüfter: Ein Lüftungsschlitz an der Rückseite reicht aus, die Abwärme der iMacs nach außen zu führen. Ein Großteil wird auch über das Alu-Gehäuse abgeleitet.
Nach wie vor arbeitet der bekannte Santa-Rosa-Chipsatz im iMac, allerdings hat Apple am CPU-, Bus- und Speichertakt herumgeschraubt. Was sonst nur PC-Bastler tun, die das letzte Quäntchen aus ihrem Spiele-Boliden herausholen wollen, macht Apple nun in industriellem Maßstab: Übertakten.

Die Geschichte des iMac

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iMac Bondi Blue
Der erste iMac erscheint 1998 und ist eine kleine Revolution. Apple kehrt den grauen und beigen Kisten den Rücken zu und startet die Ära der Design-Computer. Der iMac Bondi hat einen G3-Prozessor mit 233 MHz und einen 15-Zoll-Bildschirm.

Alles zum iMac

Dazu benutzt der Mac-Hersteller modifizierte Penryn-CPUs aus der Intel-Liste und fährt sie mit höherem Takt. Im iMac ist das ohne weiteres möglich, denn er bietet wesentlich mehr Spielraum für die Kühlung als bei den mobilen Macs. Besonders das 24-Zoll-Modell liefert durch das große Gehäuse eine Kühlleistung, die die von Notebooks bei weitem übersteigt. Erstmals wird dadurch ein iMac mit über drei Gigahertz CPU-Takt möglich.

Leider schafft es Apple nicht, uns diese Top-Maschine rechtzeitig bis zum Redaktionsschluss der aktuellen Ausgabe zur Verfügung zu stellen. Wir müssen uns mit den drei anderen iMac-Versionen von 2,4 bis 2,8 Gigahertz begnügen.

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Neuer Arbeitsspeicher

Durch die Anhebung des Speichertakts auf 800 Megahertz kommen neue Speichermodule mit eben dieser Taktfrequenz zum Einsatz. Bis auf das Einstiegsmodell kommen nun alle iMacs mit zwei Gigabyte RAM. Das ist löblich, denn Mac-OS X 10.5 Leopard braucht diese Speichermenge auch. Der Maximalausbau liegt - wie zuvor - bei vier Gigabyte. Leider sind bei allen Modellen ab Werk beide Speicherslots belegt. Will man aufrüsten, muss man einen oder beide Riegel austauschen. Im Test zeigt sich, dass der Einstiegs-iMac durch den knappen Arbeitsspeicher spürbar ausgebremst wird. Das System muss immer wieder den virtuellen Speicher auf der Festplatte benutzen und dadurch hakelt die Bedienung und Programme öffnen sich nur zäh. Unser Tipp: rüsten Sie den iMac gleich beim Kauf mit mindestens zwei Gigabyte RAM auf. Apple verlangt im Apple Store einen Aufpreis von 80 Euro für zwei Gigabyte. Billiger geht es, wenn man selbst Hand anlegt. Die 800-Megahertz-Module gibt es etwa im Internet bei www.dsp-info.com für etwa 20 Euro pro Gigabyte-Riegel. Damit spart man sich beim Aufrüsten auf zwei Gigabyte mindestens 40 Euro.

iMacs im Benchmark

Alles in allem verspricht der Mac-Hersteller eine Leistungssteigerung von bis zu 28 Prozent, wobei Apple hier ein altes 2,4-Gigahertz-Modell mit dem aktuellen 2,8-Gigahertz-iMac vergleicht.

Im Macwelt-Test können wir diese Ergebnisse nur teilweise reproduzieren. Durchschnittlich messen wir eine Leistungssteigerung von 15 Prozent. Bei extrem CPU-intensiven Anwendungen, wie beim 3D-Rendern in Cinema 4D kommen wir allerdings schon auf ähnliche Werte wie die von Apple. Hier liefert der 2,8-Gigahertz-iMac etwa 26 Prozent mehr Geschwindigkeit, als das alte 2,4-Gigahertz-Modell. In Photoshop CS3 erreicht der neue iMac gar 33 Prozent mehr Speed. Ein guter Wert. Weitere Details aus dem Macwelt-Testcenter entnehmen Sie bitte dem Benchmark-Kasten unten.

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Grafik nur beim Top-Modell verbessert

Bei den verwendeten Grafikchips bleibt fast alles beim Alten. Lediglich das 24-Zoll-Top-Modell kommt mit einem neuen Nvidia-Grafikchip vom Typ Geforce 8800 GS, der auf 512 Megabyte Video-RAM zugreift. Doppelt so viel wie vorher. Was die Grafikleistung der anderen Modelle angeht, messen wir daher im Testcenter erwartungsgemäß kaum Unterschiede zu den Vorgänger-iMacs.

Die in den Alu-iMacs integrierten Monitore bleiben ebenfalls unverändert. Die beiden 20-Zöller arbeiten mit einem TN-Panel, die 24-Zoll-Modelle kommen mit einem höherwertigen Display. Besonders das 20-Zoll-Modell musste sich bislang harscher Kritik ausgesetzt sehen. Das TN-Panel liefert zwar viel Helligkeit und hohe Kontrastwerte, aber die Farbdarstellung verändert sich bei diesen LCD-Panels extrem stark mit dem Blickwinkel.

Die Hoffnung, Apple würde in die neuen 20-Zoll-Modelle bessere Monitore einbauen, wird bereits beim ersten Blick enttäuscht. Nach wie vor verschieben sich die Farben sehr stark, wenn man den Kopf bewegt, oder das Display nach vorn oder hinten kippt. Das Phänomen tritt besonders im Bereich von blaugrauen Farbtönen auf. Für farbverbindliche Aufgaben, beispielsweise in der Druckvorstufe sollte man die 20-Zöller daher nicht einsetzen.

Anders beim 24-Zoll-iMac. Hier verwendet Apple ein hochwertige IPS-Panel, das die Farbdarstellung auch bei spitzen Blickwinkeln noch ausreichend konstant hält. In Sachen Helligkeit, Kontrast und Farbraum liefert auch der 24-Zoll-iMac sehr gute Werte. Diesen Apple-Computer kann man sich durchaus in der Druckvorstufe oder bei anderen kreativen Anwendungen vorstellen.

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Stromverbrauch und Lautheit

Immer wichtiger werden ökologische Aspekte. Gerade Apple musste sich hier in der Vergangenheit einiges an Kritik gefallen lassen. Während wir den Energieverbrauch bei der Herstellung eines Mac nicht messen und beurteilen können, ist dies beim Betrieb des Computers durchaus möglich. Auch die Geräuschemission gehört mit zu den Umweltbelastungen. Daher stufen wir diese Dinge in Zukunft höher bei den Bewertungskriterien ein.

Im aktuellen Test schlägt sich dies prompt in der Gesamtnote des 24-Zoll-iMac nieder. Trotz besserer Ausstattung und höherer Leistung liegt er in der Gesamtnote knapp hinter dem 20-Zoll-Modell mit 2,66 Gigahertz. Verantwortlich dafür ist der höhere Stromverbrauch. Zwar benötigen die neuen Modelle dank des Penryn-Prozessors weniger Strom als die Vorgänger, aber beim aktuellen 24-Zöller fällt uns ein hoher Verbrauch im Sleep-Modus und im ausgeschalteten Zustand auf. Mit 4,2 Watt im Ruhezustand verbraucht der große iMac deutlich mehr als seine kleineren Brüder (2,2 respektive 2,4 Watt). Aber auch ganz ausgeschaltet zieht der 24-Zöller noch 3,4 Watt aus dem Stromnetz. Das ist eindeutig zuviel. Selbst der Vorgänger lag mit lediglich 1,9 Watt deutlich darunter. Verantwortlich ist hier offensichtlich ein neues Netzteil, das Apple im 24-Zoll-Modell verwendet. Der Netzadapter arbeitet nicht so effizient wie bei den Vorgängermodellen. Apple sollte dies so schnell wie möglich ändern.

Die Geräuschemission messen wir in unserer Schallmesskammer. Hier schneiden alle neuen Modell sehr gut ab. Schon die Vorgänger fielen durch sehr leise Lüfter auf, die auch bei Volllast kaum aufdrehen. Mit den neuen Penryn-CPUs hat sich dies noch einmal verbessert. Nach 20 Minuten Volllast beider CPU-Kerne und des Grafikchips messen wir lediglich zwischen 0,2 und 0,3 Sone. Das liegt an der unteren Hörschwelle des menschlichen Ohres. Ein sehr guter Wert.

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Massenspeicher an Bord

Die Festplattenausstattung hat Apple dem Stand der Technik angepasst. Das Low-Cost-Modell bleibt allerdings bei 250 Gigabyte Kapazität. Die mittleren Modelle stellen jeweils 320 Gigabyte zur Verfügung. Das 24-Zoll-Spitzenmodell kommt mit einer 500 Gigabyte fassenden Festplatte. Optional kann man hier auch bis zu 1 Terabyte bekommen. Alle iMacs kommen weiterhin mit dem bekannten Slot-In-Superdrive, einem DVD-Brenner im Notebook-Format. Der Brenner schreibt CDs mit 24facher- und DVDs mit achtfacher Geschwindigkeit. Im Test messen wir auch hier keine signifikanten Veränderungen zu den Vorgängern, obwohl Apple ein neues Laufwerk einsetzt. In allen drei iMacs findet man nun ein Matsushita UJ-875. Lediglich beim Brennen von CDs arbeitet das optische Laufwerk nun etwa 20 Prozent schneller. Dafür ist es allerdings auch etwas lauter.

Fazit

Schneller Speicher: Die neuen iMacs verwenden erstmals Speichermodule mit 800 Megahertz Taktfrequenz. Ab Werk sind beide Slots belegt.
Schneller Speicher: Die neuen iMacs verwenden erstmals Speichermodule mit 800 Megahertz Taktfrequenz. Ab Werk sind beide Slots belegt.
Mit dem neuen iMac hat Apple den Sprung auf Intels aktuelle 45-Nanometer-CPU-Generation so gut wie abgeschlossen. Lediglich der Mac Mini und das Macbook Air basieren noch auf dem alten CPU-Design. Die Penryn-CPUs bringen vor allem Verbesserungen im Stromverbrauch. Der Leistungszuwachs ist messbar, aber in der Praxis kaum spürbar.

So testet Macwelt

Testsystem

Wir testen alle Macs im Vergleich zu einem Referenzsystem, das bei den All-in-One-Macs derzeit aus einem iMac G5 mit 1,8 Gigahertz Taktfrequenz und Nvidia Geforce FX 5200 Grafikchip besteht. Das Referenzsystem erreicht dabei die Note Ausreichend.

Testverfahren

Alle Tests führen wir mit Programmen durch, die auch unsere Leser bei der täglichen Arbeit und Unterhaltung mit ihren Macs benutzen. Im Einzelnen sind dies: MP3-Kodierung mit iTunes, DVD-Komprimierung mit Toast 9 und iDVD 7, Diashow-Export mit iPhoto 7, HD-Video-Rendering mit iMovie HD, schnelle 3D-Action mit Unreal Tournament 2004 und Doom 3. Daneben benutzen wir Maxons Cinebench R10 und die Audiosoftware Peak 5.2 von Bias, Quark Xpress 7, Imaginator, den Quicktime-Player und Photoshop CS 3.

Testbewertung

Alle ermittelten Werte fließen in eine Datenbank ein, die automatisch eine Gesamtnote aus den Ergebnissen des Tests ermittelt. In dieser Gesamtnote schlagen sich alle Aspekte einschließlich der Ausstattung eines Systems nieder. Dabei hat jede Einzelnote eine unterschiedliche Gewichtung. Details über das Bewertungssystem erfahren Sie hier.

Die deutschen Preise hat Apple an den schwachen Dollarkurs angepasst. So sinken die Euro-Preise um rund 200 Euro im Vergleich zu den Vorgänger-Modellen.

Kaufempfehlung

Christian Möller, leitender Redakteur
Christian Möller, leitender Redakteur
Apple hat die iMacs kräftig aufgebohrt. Die Steigerung der Taktfrequenzen für CPU, Frontside-Bus und Speichermodule machen sich im Messlabor bemerkbar. In der Praxis jedoch liegt die "gefühlte" Geschwindigkeit nicht wesentlich über der der Vorgängergeneration. Insgesamt das beste Preis-Leistungs-Verhältniss bietet derzeit das 20-Zoll-Modell mit 2,66 Gigahertz Takt. Hier stimmen Ausstattung, Leistung und nicht zuletzt der vergleichsweise sparsame Stromverbrauch. Allerdings darf man von dem 20-Zoll-Display nicht zuviel erwarten, besonders wenn es um die farbkorrekte Darstellung geht. Besser macht es in diesem Punkt das 24-Zoll-Modell. Der große iMac erreicht dennoch eine etwas schlechtere Gesamtnote. Der Grund liegt in dem deutlich höheren Stromverbrauch.

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