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Besser als Quark Xpress 8?
Wenige Monate nach dem Erscheinen von Xpress 8 bringt Adobe in der Creative Suite 4 eine überarbeitete Version des Layoutprogramms Indesign. Dabei hat der Hersteller eine der größten Schwachstellen überarbeitet, das Preflight.
Von Thomas Armbrüster (23.09.2008)
Adobe hat sich nicht nur der Programmoberfläche von Indesign CS 4 angenommen und dem Programm neue Funktionen spendiert, sondern auch eine offene Baustelle endlich in Angriff genommen: Es gibt jetzt ein Preflight, das seinen Namen verdient. Es verwendet Profile, die man selbst erstellt, ein Standardprofil mit einigen wichtigen Prüfschritten auf fehlende Bilder und Schriften sowie Übersatz wird mitgeliefert.
Neu gestaltet und erweitert haben die Programmierer außerdem die Verknüpfungspalette. Im oberen Teil befindet sich die Liste mit den platzierten Objekten, im unteren, ausblendbaren Bereich stehen Informationen zum momentan in der Liste markierten Objekt. Zur besseren Orientierung dienen die Icons der Liste sowie die einblendbare Vorschau im Informationsbereich. Welche Spalten in der Listendarstellung und welche Angaben im Informationsteil zu sehen sind, legt man über Voreinstellungen fest.
Beim Aufziehen oder Positionieren von Rahmen und Bildern blendet Indesign intelligtente Hilfslinien ein um anzuzeigen, wann die Objekte korrekt aneinander beziehungsweise am Satzspiegel ausgerichtet sind und wann sie dieselbe Größe haben. Sind schon mehrere Objekte auf der Seite vorhanden, werden außerdem Maßzeichen für die Abstände eingeblendet. Damit ist es sehr einfach, Objekte mit der Maus in derselben Größe, mit derselben Position oder mit identischen Abständen zu platzieren und es entfällt die Eingabe von Werten.
Auch beim Drehen blendet das Programm den Winkel neben dem Objekt ein. Importiert man Bilder und zieht mit der Maus die Rahmen für die Bildpositionen auf der Seite auf, sorgt Indesign jetzt automatisch dafür, dass die Bilder proportional richtig skaliert und die Rahmen an die mit der Maus definierten Bildgrößen angepasst sind. Das erspart das nachträgliche Zentrieren der Bilder in den Rahmen und/oder das Anpassen des Rahmens an das Bild.
Einem Text lässt sich in Indesign CS4 eine Bedingung zuweisen (Conditional Text), die in einer Palette verwaltet wird und ein- und ausgeschaltet werden kann. Nur wenn die Bedingung aktiviert ist, ist auch der Text zu sehen. Hat man beispielsweise eine Preisliste mit einem deutschen und einem österreichischen Preis, weist man Ersterem die eine und Letzterem eine andere Bedingung zu. Nun kann man über das Augensymbol in der Palette nur den einen oder nur den anderen Preis einblenden.
Der Clou bei der Geschichte: Die Preise stehen immer an derselben Stelle im Textrahmen, auch wenn man sie bei der Texteingabe nacheinander geschrieben hat. Ebenfalls neu ist die im Englischen als "Cross-Reference" bezeichnete Möglichkeit, Texte mehrfach im Layout zu verwenden, die sich dann alle ändern, wenn man die Referenz editiert. Und bei den verschachtelten Absatzformaten gibt es neu die Möglichkeit, innerhalb eines Absatzes entweder nur die erste Zeile oder mehrere Zeilen am Absatzanfang mit einer anderen Zeichenstilvorlage zu formatieren als den restlichen Absatz.
Hier ist auch der Button zu finden, um zu Bridge zu wechseln. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, die Arbeitsfläche zu drehen, was vor allem das Bearbeiten von Texten erleichtert, die in gedrehten Rahmen stehen. Einen neuen Trick beherrscht die Verschiebehand. Ist sie ausgewählt, egal ob in der Werkzeugpalette oder per Tastenkürzel, zoomt Indesign vorübergehend aus dem Dokument aus, wenn man die Maustaste gedrückt hält. So kann man bei einer vergrößerten Darstellung schnell auszoomen, den Bildschirmausschnitt neu wählen und dann durch Loslassen der Maustaste wieder zur vorherigen Größendarstellung zurückkehren.
Auch Indesign CS4 springt auf den Flash-Zug auf. Zum einen kann man jetzt mehr interaktive Elemente im Dokument erstellen wie Seitenübergänge und Schaltflächen sowie Hyperlinks anlegen. Zum anderen lassen sich die Layouts als Flash-Datei (SWF) exportieren oder in einem Format speichern, das man dann in Adobe Flash weiter bearbeiten kann. Letzteres haben wir aber noch nicht ausprobiert. Da in der Betaversion weder PDF-Handbuch noch Hilfedateien verfügbar sind können wir außerdem nicht herausfinden, warum die Seitenübergänge nicht funktionieren, auch nicht in einem exportierten PDF.
Indesign CS4 verfügt über eine neue, auf XML basierende Programmiersprache (Indesign Markup Language), über die man sämtliche Elemente eines Layouts sowohl aus einem Dokument auslesen als auch ein Dokument aus den einzelnen Elementen aufbauen kann, ohne das Indesign-Dokument öffnen zu müssen. Mit Hilfe dieser Schnittstelle ist es möglich Anwendungen zu entwickeln, die auf den Layoutfähigkeiten von Indesign aufbauen oder mit Indesign-Dokumenten kommunizieren und die einzelnen Elemente verarbeiten.
- Automatisches Preflight
- Verbesserte Verknüpfungspalette
- Bedingter Text
- Textreferenzen
- Intelligente Hilfslinien
- Automatisches Skalieren beim Platzieren
- Erweiterte verschachtelte Formate
- Drehen der Arbeitsfläche
- Dokument und Paletten in einem Fenster
- Mehrere Dokumente in Tabs öffnen
- Schaltflächen, Hyperlinks und Seitenübergänge
- Export als Flash-Datei (SWF) und im Format von Adobe Flash
- Indesign Markup Language
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