Geotagging
Fotos mit Ortsangabe versehen
Ortsbestimmung im Bild
Neben technischen Informationen kann man in digitale Bilder auch Angaben über den exakten Aufnahmeort integrieren. Geotagging heißt diese Technik, und viele Programme und Portale nutzen sie bereits
Von
Walter Mehl
(28.10.2008)
Unter Geotagging versteht man das Versehen von Bildern, Filmen oder anderen Informationen mit geografischen Koordinaten. Auf diese Weise lässt sich etwa einem Bild ein Längen- und Breitengrad sowie optional eine Höhe über Normalnull zuweisen. Bilder mit derartigen Informationen zu versehen ist kein großes Problem. Die Exif-Spezifikationen bieten bereits Felder für die Eingabe solcher Daten. Alle Bilder, die mit halbwegs aktuellen Digitalkameras geschossen wurden, lassen sich also nachträglich mit den Geodaten versehen. Ebenso Scans und andere Bilder, die - wie im folgenden Workshop gezeigt - einen Exif-Header verpasst bekommen haben. Es gibt inzwischen erste Digitalkameras, die die Geodaten automatisch über ein internes oder externes GPS-Modul bei der Aufnahme erfassen.
Integration und Nutzen
Wer sich diesen Luxus nicht leisten kann oder will oder Geotagging für gescannte Fotos anwenden möchte, kann das mit kostenloser Software nachträglich tun. Apple-Programme wie Vorschau und Aperture unterstützen bereits Bilder, die über Geodaten verfügen. Sie ermöglichen die Anzeige einer Google-Map, in der der Ort zu sehen ist, an dem das Foto geschossen wurde. Die genannten Programme lassen den manuellen Eintrag der Koordinaten allerdings momentan nicht zu, auch iPhoto ist hier noch nicht so weit. Gut gerüstet und einfach zu bedienen ist die Software Picture Info Editor. Das Tool ist kostenlose Donationware und auf unserer Heft-CD zu finden.
Sobald die Bilder über Geodaten verfügen, lassen sich die schon genannten Aufnahmeorte anzeigen, zudem gibt es Portale, die eine Karte mit den Bildern, etwa eines Urlaubs, zeigen. vr
Geotagging mit Picture Info Editor
1. Bilder laden
Fotos in Picture Info Editor auswählen und zur Ortsbestimmung vorbereiten: Die Software Picture Info Editor bietet links im Programmfenster die Liste der geladenen Fotos, die man mit Geodaten versehen möchte. In der rechten Hälfte ist eine Google-Map samt Navigationselementen abgebildet. Hier legen Sie später den Aufnahmeort fest. Wählen Sie zunächst im Menü "File" die Option "Load Photos". Sie können hier in einem Rutsch alle Fotos laden oder nur solche, die an einem Ort aufgenommen wurden.
2. Koordinaten wählen
Kartenausschnitt zur Ortsangabe bestimmen: Die eingeblendete Google-Map verschieben Sie zunächst so, dass der Ort, an dem das Foto aufgenommen wurde, etwa in der Mitte des Bildes ist. Mit dem Schieberegler wählen Sie dann per Zoom (+) einen immer feineren Kartenausschnitt. Versuchen Sie, den Ort der Aufnahme möglichst in die Bildmitte zu bekommen.
3. Marker setzen
Mehrere Fotos auf einmal mit einer Ortsangabe auszeichnen: Falls alle geladenen Bilder an einem Ort aufgenommen wurden, aktivieren Sie jetzt alle Bilder. Wurden die Bilder an verschiedenen Orten aufgenommen, aktivieren Sie nur jene, die an einem Ort entstanden sind. Im nächsten Schritt klicken Sie auf den Button "Add Marker". Das Programm setzt einen kleinen Marker in die Karte, den Sie mit der Maus verschieben können. Setzen Sie ihn an die gewünschte Stelle. Vor dem aktivierten Dateinamen sehen Sie ein Kreissymbol, das halb gefüllt ist.
4. Koordinaten speichern
Mehrere Fotos nacheinander mit unterschiedlichen Ortsangaben versehen: Falls Sie Fotos aus verschiedenen Gegenden laden, aktivieren Sie nacheinander alle Fotos, die jeweils an einem Ort aufgenommen wurden, und weisen Sie ihnen jeweils einen Marker zu. Am Ende der Prozedur sollten Sie vor allen Dateinamen das halb gefüllte Kreissymbol sehen: Das Programm hat die Geodaten erfasst. Ein Klick auf den Button "Save Pictures", und die Informationen werden in die Dateien geschrieben. Das Programm bietet die Option, Dateien samt Metadaten neu zu erstellen, zum Beispiel in einem neuen Ordner. So bleiben die Originale unangetastet.
Fotos mit Geodaten nutzen
1. Vorschau und Aperture
Die Ortsangaben lassen sich sowohl mit Google, als auch mit Vorschau und Aperture überprüfen: Um zu prüfen, ob die Daten im Bild erfasst wurden, starten Sie Vorschau und öffnen ein getaggtes Bild (siehe Abbildung). Wählen Sie dann im Menü "Werkzeuge" die Option "Informationen". Die integrierten Geo-daten werden angezeigt, ein Klick auf "Suchen" öffnet Google Maps und zeigt den Ort in der Satellitendarstellung. In Aperture wählen Sie im Menü "Metadaten" die Option "Auf Karte zeigen". Sie steht nur zur Verfügung, wenn die Exif-Daten Geoinformationen enthalten.
2. Panoramio
Eigene Weltkarte mit Panoramio erstellen: Der zu Google gehörige Dienst Panoramio (www.panoramio.com) erlaubt es, Bilder inklusive Geodaten auf das Portal zu laden (bis zu 2 Gigabyte) und eine "eigene" Weltkarte zu erstellen, auf denen die Bilder an den Stellen platziert sind, an denen sie aufgenommen wurden. Auf diese Weise können Sie etwa von einer Reise eine bebilderte Route anzeigen und Freunde an Ihren Erlebnissen teilhaben lassen.