Apples 17-Zoll-Notebook |
Eine "Brick"-Fassung des Macbook Pro 17 Zoll steht noch aus, vermutlich kommt diese Anfang 2009. Das größte Macbook Pro hat Apple aber noch ein wenig verbessern können.
(20.11.2008)
Viel Kritik steckt Apple derzeit für seine neuesten mobilen Macs ein. Sie sind zwar in der Leistung spitze und im Design wieder einmal wegweisend, jedoch bilden die verglasten und damit spiegelnden Displays einen Stein des Anstoßes.
Auch wir kritisierten das spiegelnde Glas bereits und werten die neuen Macs deswegen in der Ergonomienote auf ein "Ausreichend" ab. Mit entspiegelten Monitoren würden sämtliche Modelle hier die Note "Gut" erreichen. Doch wir wollten es noch genauer wissen und haben unsere Leser in einer Online-Befragung um ihre Meinung zu den Glas-Displays gebeten, bis Freitag Mittag steht die Teilnahme offen.
Hoch auflösend und glänzend
Das 17-Zoll-Modell hat Apple fast unangetastet gelassen. Das Gehäuse besteht nach wie vor aus Aluminium-Schalen. Die neuartige Fertigungsmethode, die Apple beim Macbook und beim 15-Zoll-Macbook-Pro anwendet, kommt beim 17-Zoll-Modell noch nicht zum Einsatz. Man kann allerdings davon ausgehen, dass der Mac-Hersteller in absehbarer Zeit auch die 17-Zoll-Version auf das neue Gehäusedesign umstellen wird. Wann das jedoch passiert, steht noch in den Sternen. Es könnte bereits im Januar 2009 soweit sein, doch wer die Geschichte verfolgt, weiß, dass sich Apple schon einmal viel Zeit bei der Komplettierung seiner mobilen Macs gelassen hat. Damals - im Jahre 2003 - kam das 15-Zoll-Powerbook im Aluminium-Gehäuse erst acht Monate nach dem 12- und 17-Zoll-Modell auf den Markt.
Neu beim aktuellen 17-Zoll-Modell ist die mit 320 Gigabyte etwas größere Festplatte. Auch die Speicherausstattung hat Apple verbessert. Sie liegt nun ab Werk bei vier Gigabyte. Das Display bekommt man nun ausschließlich in der hoch auflösenden Version, die 1920 mal 1200 Punkte abbildet. Hier kann man im Gegensatz zu den 13- und 15-Zoll-Modellen zwischen einer Hochglanz- und einer entspiegelten Display-Version wählen. Zum Test schickt uns Apple die Hochglanz-Version, die jedoch im Vergleich zu den verglasten Modellen deutlich weniger spiegelt.
In den USA gibt es inzwischen Anbieter, die mittels einer Folie die Displays der Macbooks entspiegeln wollen.
Doch das Verfahren ist nicht einfach in der Anwendung und liefert zudem fragwürdige Ergebnisse. Wir konnten im Macwelt-Testcenter bereits eine ähnliche Lösung für den iMac testen, die aber nie Marktreife erreichte. Der Grund: durch den Abstand der Glasscheibe zum eigentlichen Display (Parallaxenverschiebung), entstehen störende optische Effekte im Auge des Betrachters. Eine diffuse Folie wirkt hier wie ein optisches Gitter wodurch Interferenzen auftreten. Diese machen sich durch Schlieren und Farbrauschen bemerkbar, sobald der Betrachter den Kopf auch nur leicht bewegt. Unserer Meinung nach sind diese Effekte störender als die Spiegelungen.
Auch das 17-Zoll-Modell arbeitet nun mit einer LED-Hintergundbeleuchtung. Das merkt man schon direkt beim Einschalten, denn die volle Leuchtkraft des Displays ist quasi sofort erreicht. In unseren Labormessungen erreicht der Bildschirm eine maximale Helligkeit von 263 Candela pro Quadratmeter, ein guter Wert, wenngleich die 15-Zoll-Versionen mit über 300 Candela pro Quadratmeter ein sichtbar helleres Bild liefern. Beim Farbraum liegen die 15- und 17-Zoll-Versionen beinahe gleichauf mit leichtem Vorteil für die 15-Zöller. Insgesamt ist der Farbumfang der mobilen Macs jedoch immer noch weit von dem moderner Desktop-Monitore entfernt. Wer ernsthaft farbverbindliche Aufgaben durchführen will, sollte sich also auf jeden Fall einen externen Monitor zulegen.
Die LED-Hintergrundbeleuchtung bringt im Vergleich zum Vormodell keinen nennenswerten Vorteil, wenn es um die Akkulaufzeit geht. Wir messen im Test sogar eine um 10 Minuten kürzere Laufzeit.
Wir testen alle Macs im Vergleich zu einem Referenzsystem, dass bei den mobilen Macs derzeit aus einem Powerbook G4 mit 1,25 Gigahertz Taktfrequenz und ATI Radeon 9600 Grafikchip besteht. Dieses System bekommt die Note "Ausreichend" alle Testkandidaten orientieren sich daran.
Alle Tests führen wir mit Programmen durch, die auch unsere Leser bei der täglichen Arbeit und Unterhaltung mit ihren Macs benutzen. Im Einzelnen sind dies: MP3-Kodierung mit iTunes, DVD-Komprimierung mit Toast 9 und iDVD, Diashow-Export mit iPhoto, HD-Video-Rendering mit iMovie HD, schnelle 3D-Action mit Unreal Tournament 2004 und Doom 3. Daneben benutzen wir Maxons Cinebench R10 und die Audiosoftware Peak 5.2 von Bias, Quark Xpress 7, Imaginator, den Quicktime-Player und Photoshop.
Alle ermittelten Werte fließen in eine Datenbank ein, die daraus vier Einzelnoten berechnet. Diese sind: Leistung (60%), Ausstattung (10%), Handhabung (10%) und Verbrauch/Ergonomie (20%). Die Gesamtnote setzt sich wiederum aus Gewichtungen der vier Ergebnisse zusammen. Details über das Bewertungssystem erfahren Sie hier.
Hersteller Apple
Preis € 2500, CHF 3600
Vorzüge hohe Rechenleistung, hoch auflösendes Display, lange Akkulaufzeit, Display auch in entspiegelter Version erhältlich
Nachteile Große Gehäuseabmessungen, Grafikprozessor nicht mehr auf dem Stand der Technik
Einzelnoten
Leistung (60%) 1,0
Ausstattung (10%) 1,6
Handhabung (10%) 2,4
Verbrauch/Ergonomie (20%) 1,9
Gesamtnote 1,4
Display 17 Zoll
Auflösung 1920 x 1200
Prozessor Intel Core 2 Duo Penryn
CPU-Takt 2,5 GHz
Level-2-Cache 6 MB
Systembus 800 MHz
Speicher (standard) 2 GB DDR2 (Taktrate 667 MHz)
Speicher (maximal) 4 GB
Grafikchip Nvidia Geforce 8600M GT
Videospeicher 512 MB
Grafik-Bus PCI-Express
Externer Monitor DVI bis 30-Zoll-Cinema-Display
HDD-Schnittstelle S-ATA
Interne Festplatte 320 GB, 2,5 Zoll
Optisches Laufwerk Superdrive (2)
Ethernet (Gigabit) integriert
Airport Extreme (IEEE 802.11a/g/n) integriert
Bluetooth integriert, 2.1 + EDR
Externe Anschlüsse 1x Express-Card 34, 1x DVI-i, 3x USB 2.0, 1x Firewire 400, 1x Firewire 800, Kopfhörerausgang, Audio-Line-in, optischer Digital-Ein- und Ausgang
Lithium-Polymer-Akku 68 Wh
Maße in cm (H x B x T) 2,59 x 39,2 x 26,5
Gewicht in kg 3,08
Info: www.apple.de
Anmerkungen: (1) Grafikchip benutzt Hauptspeicher als Video-RAM.
(2) Slotloading-Superdrive brennt DVD+-R und +RW in 8fach-Speed, DVD-RW in 6fach-Speed und DVD+-R DL in 4fach-Speed, CD-R in 24fach-Speed und CD-RW in 16fach-Speed
(3) externes Slotloading-Superdrive über USB, brennt DVD+-R und +RW in 8fach-Speed, DVD-RW in 6fach-Speed und DVD+-R DL in 4fach-Speed, CD-R in 24fach-Speed und CD-RW in 16fach-Speed
(4) über USB-nach-Ethernet-Adapter
Alle Modelle mit integrierter iSight-Kamera, Stereolausprechern, Mikrofon, Infrarotempfänger und Magsave-Ladegerät
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