Test Macbook Pro |
(Update) Apples aktuelle Notebook-Serie setzt Maßstäbe in puncto Design, doch das Glas-Display erntet viel Kritik, da es stark spiegelt. Die 17-Zoll-Version gibt es nun auch mit entspiegeltem Display. Jetzt kommen unsere Messungen.
Von Christian Möller (08.05.2009)
Statt der Glasfront verbaut Apple einen schmalen Alurahmen. Das Panel an sich ist mit einer Anti-Reflexionsschicht versehen, so wie man es von herkömmlichen LCD-Displays her kennt.
Mechanisch gibt der Rahmen dem Klappdisplay ähnlich viel Stabilität, wie die feste Glasscheibe. Optische jedoch wirkt der helle Rahmen im Vergleich zu den Glas-Displays deplatziert. Die schwarze Gummilippe, die außen um den Rand herum für einen guten Verschluss des Displays sorgt, wirkt optisch wie ein Trauerrand. Ein schwarzer Rahmen würde hier wesentlich besser passen und das Gerät optisch in die gesamte Produktlinie einpassen.
In der folgenden Bildergalerie finden Sie ein paar optische Eindrücke des 17-Zoll Macbook Pro mit entspiegeltem Display.
Da bis auf das Display alle anderen technischen Daten des Macbook Pro mit dem des Glas-Modells identisch sind, konzentrieren wir uns in diesem Test nur auf das Display. Alle anderen Ergebnisse finden Sie hier.
Sofort auf den ersten Blick sichtbar sind die deutlich reduzierten Reflexionen. Besonders bei Außenlicht oder mit hellen Wänden im Rücken, sieht man bei der Glas-Version kaum noch etwas, während die Bildschirminhalte des Non-Glare-Modells noch gut erkennbar sind.
Die weiteren Messungen ergeben allerdings: das Panel der entspiegelten Version ist quasi identisch mit dem des Glas-Modells. Im Farbumfang und in der Reaktionszeit gibt es nur marginale Unterschiede, die auch auf Produktions- oder Messabweichungen basieren können.
Größere Unterschiede gibt es jedoch in puncto Helligkeit, Helligkeitsabweichung und Kontrastverhältnis. Die Glasscheibe des herkömmlichen Modells nimmt offensichtlich einiges an Licht weg. Bei der Non-Glare-Version messen wir 311 Candela pro Quadratmeter, während das Glasdisplay nur 275 Candela pro Quadratmeter durchlässt. Auch das Kontrastverhältnis ist bei der Non-Glare-Version etwas besser als beim Glas-Modell. Wir messen hier 606:1 gegenüber 552:1.
Nachteilig wirkt sich die fehlende Glasscheibe hingegen bei der Bild-Homogenität aus. Offensichtlich sorgt die Scheibe für eine bessere Lichtverteilung, denn die Standardabweichung liegt beim Non-Glare-Modell mit 18 Candela pro Quadratmeter deutlich höher als beim Glas-Modell mit 10 Candela pro Quadratmeter.
Laut unseren Messungen wirkt sich das Non-Glare-Display positiv auf den Stromverbrauch aus. Im Mittel braucht die Non-Glare-Version etwa 10 Watt weniger im Betrieb bei voll aufgedrehter Helligkeit. Unter Volllast der CPU relativiert sich der Wert allerdings wieder. Einen realistischen Grund dafür gibt es allerdings nicht. Eventuell setzt Apple inzwischen generell Strom sparendere Panels ein, die zum Testzeitpunkt der Glas-Version noch nicht verfügbar waren.
Nur wer viel in hellen Umgebungen arbeitet, sollte die zusätzlichen 50-Euro investieren und sich die Non-Glare-Version des 17-Zoll-Macbook-Pro zulegen. Damit lässt es sich auch in problematischem Beleuchtungsumfeld noch gut arbeiten. Für alle anderen wäre es rausgeworfenes Geld. Zumal die schicke Optik des Macbook Pro durch den hellen Alu-Rahmen deutlich gestört wird. cm
Feedback: christian.moeller@macwelt.de
Mobiler High-End-Mac mit entspiegeltem Display
Apple
Preis: € 2550, CHF 3680
Note: 1,6 gut
Leistung (60%) 1,0
Ausstattung (10%) 1,8
Handhabung (10%) 2,2
Ergonomie (20%) 3,2
Vorzüge: reflexionsarmes Display, lange Akkulaufzeit, viele Anschlussmöglichkeiten, großer Farbumfang des Displays, hohe 3D-Grafikleistung
Nachteile: hoher Preis, kein Firewire 400
Alternativen: Macbook Pro 15-Zoll Unibody Alu
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