Test: Macspeech Dictate 1.5.5

Für unterschiedliche Personen kann man eigene Profile anlegen.

Test: Macspeech Dictate 1.5.5

Macspeech: Prima Diktieren in Word und Co

Lange hat es gedauert, bis Dictate in deutscher Lokalisierung auf den Markt kam. Nun haben Mac-Anwender wieder die Option auf eine Spracherkennung, die ihnen fast immer aufs Wort gehorcht. Macwelt hat sie getestet.

Von Thomas Hartmann (07.10.2009)

Genügend Training vorausgesetzt erkennt Dictate die jeweilige Person erstaunlich gut.
Genügend Training vorausgesetzt erkennt Dictate die jeweilige Person erstaunlich gut.
Dictate ist der Nachfolger des deutlich in die Jahre gekommenen iListen von Macspeech. Das neue Diktierprogramm basiert auf der unter Windows bereits bewährten Sprachengine von Dragon Naturally Speaking. Nach der Installation ist lediglich ein kurzer Text zu diktieren, bevor das Mikrofon des von Macspeech zertifizierten, aber optionalen Plantronics-Headsets (75 Euro zusätzlich) auf die eigene Stimme eingestellt ist und es richtig losgehen kann. Nach 15 bis 20 Minuten ist das komplette Eingangsprozedere erledigt. Es schadet aber nicht, möglichst bald vorliegende eigene Texte durch Dictate analysieren zu lassen, was im Unterschied zu früheren iListen-Versionen jetzt zuverlässig funktioniert. Damit wird der Spracherkennung auch selteneres und für bestimmte Zwecke proprietäres Vokabular umstandslos hinzugefügt.

Die Spracherkennung klappt bestens

Zunächst sprechen wir munter in das Mikrofon hinein, was uns gerade einfällt, um die Flexibilität und Erkennungsgenauigkeit von Dictate mit Alltagssprache zu testen. Anschließend werden Abschnitte aus verschiedenen Sachbüchern (medizinisch, psychologisch, religiös) sowie aus einem anspruchsvollen Roman (Das Spiel des Engels von Carlos Ruiz Zafón) diktiert, die das Programm mit erstaunlicher Präzision auf den Bildschirm zaubert. Dabei laufen die Zeilen geschmeidig über das Display, im Texterkennungsfenster lassen sich gegebenenfalls Wörter und Phrasen korrigieren. Die Anzahl der erwünschten Korrekturvorschläge lässt sich einstellen, sinnvoll sind nach unserer Erfahrung fünf oder sechs Alternativen. In diesem Bereich erkennt Dictate fast immer die korrekte Wendung. Selbst in diesen Zeilen für die Korrektur kann man die richtigen Wörter per Sprache, auch buchstabiert, eingeben, immer aber ist das nicht sinnvoll.

Macspeech Dictate

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Für unterschiedliche Personen kann man eigene Profile anlegen. Mit dem optionalen Plantronics-Headsets (75 Euro) ist die Texterkennung hervorragend.

"Goldene Regel": Nicht immer realisierbar

Die Sprachsteuerung des Rechners muss noch verbessert werden.
Die Sprachsteuerung des Rechners muss noch verbessert werden.
Ab und zu kommt man auch in Dictate mit Maus und Tastatur am schnellsten zum Ziel. Und gelegentlich geht es gar nicht anders. Denn zwar empfiehlt Macspeech in seiner "Goldenen Regel", die Finger beim Diktieren möglichst nicht für Eingaben und Korrekturen zu benutzen, aber speziell in Öffnungsdialogen kann man leider nicht immer ohne die physische Einflussnahme zum Ziel gelangen. Beispielsweise lassen sich Ordner oder Dokumente nicht durch Aufruf ihrer Bezeichnung oder ihres Namens öffnen, wie das etwa in IBM Via Voice für Windows geht.

Da bislang zudem keine Unterstützung für die Maussteuerung (Links- und Rechtsklick, Doppelklick vor allem) implementiert ist, kann das Menschen mit entsprechenden Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit doch immer wieder vor unangenehme Hürden stellen. Immerhin hat uns Application Systems Heidelberg, die sich nach unserem Eindruck sehr engagiert um das Projekt bemühen, verraten, dass die Maus in zukünftigen Versionen der Spracherkennung angesteuert werden könne. Eine gewisse, aber begrenzte Abhilfe ist die Option der Tastaturbefehle, mit denen sich per Stimme die Tastatur auch in Kombinationen ("Drücke Tastenkombination Befehlstaste N") steuern lässt.

Es finden sich weitere Ungereimtheiten in der Steuerung. So ist es nicht besonders intuitiv, dass man zwar sagt, "Zum Textende bewegen", um am Schluss des bisherigen Diktats weiter zu machen, aber der Befehl "Bewege zum Textende" tippt die Phrase als Satz, statt sie auszuführen, obwohl die Absicht klar erkennbar ist. Ferner gibt es keinen Befehl, um nur ans Zeilenende zu gelangen. Zum gleichzeitigen Formatieren von Text (kursiv, fett, etc.) benutzt man am besten Text Edit - dort funktionieren diese Befehle problemlos.

Empfehlung

Mit Dictate lässt es sich flott drauflos diktieren, die Erkennungsrate ist mit dem empfohlenen Plantronics-Headset schon nach kurzem Training erfreulich hoch. Bei Navigation und Programmsteuerung per Sprache sowie der Mausunterstützung muss der Entwickler noch deutlich zulegen. tha

Macspeech Dictate 1.5.5

Starkes Diktierprogramm mit hoher Lernkurve für die Navigation

Macspeech

Preis: € 229, CHF 333

Note: 1,8 gut

Leistung (30%) 1,7

Diktiergeschwindigkeit (30%) 1,4

Bedienung (30%) 2,1

Dokumentation (10%) 2,5

Vorzüge: Hohe Diktiertrefferquote, sehr gute Integration in Mac-OS X, Dokumentanalyse für spezifische Worte, guter Vokabeltrainer, unterstützt Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch

Nachteile: Keine Maus-Unterstützung, hohe Lernkurve für Navigation, Befehle nicht immer intuitiv, gelegentlich Abstürze, keine gedruckte Hilfe, hoher Preis

Alternativen: Macspeech iListen, Windows-Diktierprogramme per Virtualisierung

Ab Mac-OS X 10.5

www.macspeech.com und www.application-systems.de

Für unterschiedliche Personen kann man eigene Profile anlegen.
Für unterschiedliche Personen kann man eigene Profile anlegen.

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