Test: Internet-Smartphones |
Seit es das iPhone gibt, macht Surfen im Internet richtig Spaß. Doch auch mit anderen Handys kann man ganz gut online gehen. Wir haben die besten Internet-Handys getestet.
Von Yvonne Göpfert (12.11.2009)
Was vor Jahren noch undenkbar war, ist heute Alltag: unterwegs
Macwelt.de und Spiegel online lesen oder die Börsenkurse auf dem Handy studieren. Alles, was man dazu braucht, ist ein Datentarif und ein guter Web-Browser. Bedienkomfort und Lade-Geschwindigkeit sind die k.o.-Kriterien. Als Faustregel gilt: Touchscreen-Handys sind besser zu bedienen, da der Nutzer die Seiten verschieben und bequem hineinzoomen kann. Die Ladezeiten variieren mitunter sehr stark – abhängig vom UMTS-Netz und der Güte des Handy-Browsers.
Je mehr Nutzer sich gleichzeitig in einer Mobilfunkzelle befinden und surfen, desto langsamer kommen die Daten aufs Handy. Zudem sind nicht alle Orte netztechnisch gleich gut ausgebaut. Das Update von Datenturbo UMTS auf HSDPA wurde beispielsweise zuerst an Flughäfen und in Bahnhöfen ausgebaut. Auf dem Land gibt es immer noch weiße Flecken auf der Landkarte, wo kein UMTS-Netz zur Verfügung steht. Der Nutzer kann dort nur mit EDGE surfen. Die Datenübertragung via EDGE entspricht in etwa der Surf-Geschwindigkeit, die in den neunziger Jahren mit einem PC-Modem möglich war.
Damit die Seiten schnell laden, ist es also immer noch ratsam, die Datenmengen einer Webseite möglichst klein zu halten. Aus diesem Grund bieten insbesondere Nachrichtenmagazine eine mobile Version ihrer Webseite an. Sie umfasst nicht alle Inhalte, die Sie über Ihren Internet-PC empfangen können, sondern nur eine Auswahl der neuesten Infos. Um bestens informiert zu sein, ist die mobile Version in der Regel ausreichend.
Testsieger: iPhone 3GS
Wir haben die Handy-Browser auf Herz und Nieren geprüft. Favorit ist das iPhone 3GS respektive das iPhone 3G. In beiden Modellen steckt der Safari Web-Browser, der das Internet blitzschnell aufs Display zaubert.Aber auch in allen anderen Disziplinen reagiert das iPhone 3GS extrem schnell. Beispiel App Store: Wer sich zusätzliche Software auf das Handy laden will, klickt sich durch die riesige Auswahl von inzwischen über 100.000 Apps. Der Download kann beim Apple iPhone 3GS per WLAN oder via HSDPA vonstatten gehen – im Schnitt dauert es eine halbe Minute bis eine Minute bis die Software heruntergeladen und installiert ist. Eine Ausnahme bildet Navigations-Software. Die Datenpakete sind hier so groß, dass man sich die Programme von Navigon oder Tomtom besser zuhause per WLAN herunterlädt.
Ebenfalls Pluspunkte heimst das Apple iPhone 3GS für die einfache Bedienung über den sensiblen Touchscreen ein. Der Nutzer kann eine Webseite mit zwei Fingern beliebig groß ziehen und so die Schrift vergrößern, bis sie gut lesbar ist. Diesen Komfort bieten nicht alle Browser. Auf dem Blackberry beispielsweise ist der maximale Zoom fest vorgegeben. Die Folge: Die Buchstaben bleiben recht klein, das Lesen im Internet ermüdet die Augen.
Zudem stehen beim Apple iPhone 3GS Lesezeichen und bis zu acht Browser-Fenster zur Verfügung. In den Einstellungen kann der Nutzer Pop-up-Fenster, die in der Regel nur Werbung enthalten, unterdrücken, Java-Skript aktiveren oder Cookies erlauben. Nur eine Disziplin beherrscht der Safari-Browser auf dem Apple iPhone 3GS nicht: Flash-Seiten anzeigen.
Ausführlicher Testbericht: Apple iPhone 3GS
Bei der Eingabe einer Web-Adresse wird beim Palm Pre eine Autovervollständigung aktiv. Sie greift auf Lesezeichen und den Browserverlauf zurück, um passende Vorschläge zu unterbreiten. Die URL-Zeile öffnet sich automatisch, sobald auf der Nutzer auf der Tastatur des Palm Pre tippt.
Mit Flash-Inhalten kann das Palm Pre noch nicht umgehen. Allerdings soll eine Betaversion des Flash-Players 10.1 für Web OS noch bis Ende des Jahres zum Download zur Verfügung stehen, die dieses Manko beseitigt.
Der Browser des Palm Pre arbeitet im Hoch- und im Querformat. Im Querformat wird die Menüleiste ausgeblendet, so dass etwas mehr Platz auf dem Display zur Verfügung steht. Um die Menüsteuerung aufzurufen, muss der Anwender die Lautstärketasten des Palm Pre drücken.
Ausführlicher Testbericht: Palm Pre
Als Browser setzt auch das Samsung Pixon 12 auf Webkit. Der Browser bietet Tabbed Browsing mit bis zu fünf Fenstern. Und er beherrscht Flash Lite - allerdings wird das Samsung Pixon12 dabei deutlich langsamer. Die Seitendarstellung ist gut: Der Text der Webseite passt sich der Größe des Touchscreen-Displays an. Dank der hohen Auflösung von 480 x 800 Pixeln sind Inhalte auf dem Samsung Pixon 12 gut zu lesen.
Merkwürdig gebärdet sich der Sensor des Samsung Pixon 12, der die Webseite je nach Lage des Handys im Hoch- oder Querformat darstellt: Kippt der Nutzer das Handy nach rechts, dreht sich die Webseite so, dass sie auf dem Kopf steht.
Ausführlicher Testbericht bei PC-Welt: Samsung Pixon 12 M8910
Wenig komfortabel ist das Zoomen beim Nokia 5800 Xpress Music. Die Vergrößerung erfolgt, indem der Anwender auf eine Zoomleiste auf dem Touchscreen-Handy drückt. Die 10-Prozentschritte sind jedoch so klein, dass man häufig vergrößern muss, bis der Text auf einem Nachrichtenportal eine annehmbare Lesegröße aufweist. Dabei bemüht sich der Browser des Nokia 5800 Xpress Music, die Zoom-Seite an die Displaygröße anzupassen - dennoch sind die Buchstaben am Rand nicht mehr sichtbar und das schmälert den Lesekomfort.
Seiten werden beim Nokia 5800 Xpress Music via WLAN oder HSDPA mit bis zu 10,2 MBit/s abgerufen - zumindest theoretisch. In der Praxis braucht eine Webseite im Schnitt eine knappe halbe Minute, bis sie komplett aufgebaut ist. Die Webseite von PCwelt.de lag hier mit elf Sekunden über dem Durchschnitt. Außerdem unterstützt das Symbian S60-Smartphone Nokia 5800 Xpress Music HSUPA mit maximal 2,0 MBit/s bei einem Datei-Upload. Wer E-Mails vom Handy aus abruft, kann sich auch Dateianhänge anzeigen lassen: PDF, Excel, Powerpoint, Word - alles klein Problem. Wer die Daten auch noch bearbeiten will, muss jedoch erst eine Lizenz erwerben.
Ausführlicher Testbericht bei PC-Welt: Nokia 5800 Xpress Music
Entscheidend sind die Zeiten, die in der Praxis gemessen werden. Hier schneidet das Nokia E75 gut ab. So haben wir 14 Sekunden zum Laden der Homepage von PCwelt.de via HSDPA gemessen. Per WLAN geht es naturgemäß flotter: Hier betrug die Wartezeit 8 Sekunden, bis die Seite aufgebaut war. Zudem lässt sich das Nokia E75 auch als Modem fürs Notebook nutzen. Damit kann der Nutzer mit HSDPA-Geschwindigkeit durchs Netz surfen. Das ist fast so flott wie DSL zuhause.
Ausführlicher Testbericht bei PC-Welt: Nokia E75
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