Das Volks-Photoshop bietet in Version 8 einige markante Neuerungen, die helfen, komplexe Bildbearbeitungen einfach anzuwenden. Dabei sieht man ihm das auf den ersten Blick nicht an.
"Bild neu zusammensetzen" in Elements 8 entspricht dem inhaltsbewahrenden Skalieren in Photoshop CS4. Hier können die Bildproportionen geändert werden ohne wichtige Inhalte zu verzerren.Die bemerkenswertesten Neuerungen finden sich hauptsächlich im assistierten Bearbeitungsmodus von Elements 8. So hat Elements das inhaltsbewahrende Skalieren vom großen Bruder
CS4 übernommen. Mit dieser Funktion lassen sich Bildabmessungen neu festlegen, etwa von Querformat zu Quadratisch, ohne dass dabei wichtige Formen wie der Körper einer Person verzerrt werden. Die Funktion hat ihre Grenzen, ab der auch die automatisch vor Verzerrung geschützten Bildbereiche gestaucht oder gedehnt werden. Dann muss man von Hand mit einem Schutzpinsel solche Bildbereiche markieren. Entgegengesetzt arbeitet der Löschpinsel, mit dem man Bildbereiche markieren kann, die bei einer Begrenzung des Bilds entfernt werden dürfen.
Photoshop Elements 8
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„Bild neu zusammensetzen“ in Elements 8 entspricht dem inhaltsbewahrenden Skalieren in Photoshop CS4. Hier können die Bildproportionen geändert werden ohne wichtige Inhalte zu verzerren.
Hier wird der Szenenbereiniger eingesetzt, um aus dem linken Bild ein Segelboot, zwei Schwimmer und zwei Jogger zu den Personen im rechten Bild hinzuzufügen. Einfache Pinselstriche reichen dafür aus.Zwei weitere neue Werkzeuge für komplexe Bearbeitungen finden sich in der Photomerge-Abteilung im assistierten Modus. Der Szenenbereiniger dient dazu, störende Elemente aus Szenen zu entfernen - man kann aber auch umgekehrt Elemente zu einer Szene hinzufügen. Dazu benötigt man zwei oder mehrere möglichst deckungsgleiche Aufnahmen einer Szene. Eine der Aufnahmen wird als Vorlage für das Endergebnis bestimmt und in den anderen Aufnahmen markiert man mit einfachen Pinselstrichen die Bereiche, die in das Endergebnis transferiert werden sollen. Im Endergebnis-Bild lassen sich zudem Bereiche markieren, die entfernt werden sollen. Elements 8 richtet zusätzlich dazu die einzelnen Aufnahmen zueinander aus. Auch diese Funktion ist versierten
Photoshop-CS4-Anwendern bereits bekannt, dort findet sie sich unter den Stapel-Funktionen. Eine so einfache Anwendung bietet das große Photoshop allerdings nicht.
Optimale Belichtung
Bei der Photomerge-Belichtung kombiniert Elements 8 gut belichtete Teile einer Szene miteinander - entweder automatisch, halbautomatisch oder mit manueller Maskenmarkierung.Zu den Photomerge-Funktionen gesellt sich auch eine Belichtungskombination hinzu. Hier werden mehrere Belichtungen desselben Bildausschnitts so kombiniert, dass nur gut belichtete Bildbereiche im Endergebnis zu sehen sind. Unter- und überbelichtete Bereiche werden somit ausgeblendet. Das Prozedere kann man vollautomatisch geschehen lassen, was im Test in den meisten Fällen sehr gut funktioniert. Daneben stehen noch ein halbautomatischer Modus, bei dem man Lichter und Schatten selber gewichtet, und einer mit manueller Maskenmarkierung zur Verfügung.
Auch hier arbeitet wieder eine automatische Ausrichtung der Bilder zueinander, falls nicht vom Stativ fotografiert wurde. HDR-Fans werden weiter auf eine Unterstützung durch Elements 8 warten müssen, aber die meisten (Amateur)anwender werden mit einer Belichtungskombination besser zurecht kommen als mit der schwerer zu beherrschenden HDR-Technik.
Assistiert wird schließlich auch für die drei neuen Anwendungen "Altmodisches Foto", "Gesättigter Diafilm" und "Strichzeichnung". Der Diafilm-Effekt ist ein einfacher Ein-Knopf-Filter - aber warum findet er sich nicht beiden anderen Effekte bestehen aus mehreren Arbeitsschritten, die man im Assistenten per Knopfdruck anwenden kann. Alternativ lernt man im Assistenten, wie man in Elements 8 Variationen des Effekts erzielt.
Aktionen - nur zum Ausführen
Elements 8 kann nun Aktionen ausführen - aufzeichnen lassen sich diese aber nach wie vor nur im großen Photoshop-Bruder aus der Creative Suite.Nach Elements 7 für Windows kann nun auch Elements 8 Mac Photoshop-Aktionen, das sind aufgezeichnete Befehlsfolgen, ausführen. Aufzeichnen lassen sich Photoshop-Aktionen in Elements selber aber weiterhin nicht, dazu benötigt man weiterhin eine Photoshop-CSx-Version. Und noch eine Einschränkung besteht: Die Aktion darf nur Befehle enthalten, die auch Elements versteht, womit nicht alle der vielen frei verfügbaren Aktionen in Elements 8 ausgeführt werden können. Der im assistierten Bearbeitungsmodus zu findende Action-Player hat magere fünfzehn solcher Aktionen etwa für Sepia-Toning oder Bildausschnitte im Angebot, die man immerhin durch weitere Aktionen aus dem Web ergänzen kann.
Pinsel für lokale Bearbeitungen
Beim Smart-Pinsel kombiniert Elements 8 eine Schnellauswahl-Maskierung mit einem Effekt oder einer Bildkorrektur. Hier ist der obere Teil des Bilds mit einfachen Pinselstrichen mit einer Sepiatonung überlagert worden.Mit den Smart-Pinseln gibt es schließlich auch Neues unter den Werkzeugen. Smart-Pinsel kombinieren eine Maskierung (der Bereich, über den man mit dem Pinsel malt) mit einer Bildkorrektur oder einem Effekt, der auf den Bildbereich unter der Maske angewendet wird. Zur Maskierung arbeitet der Smart-Pinsel wie das Schnellauswahl-Werkzeug, auf die so erstellte Auswahl werden einer von über 50 Effekte und Bildkorrekturen angewendet. Die Maske lässt sich leicht ergänzen oder einschränken. Wie Smart-Pinsel arbeiten auch drei neue Pinsel im Schnell-Editiermodus, sie dienen weißeren Zähnen, blauerem Himmel und dem Schwarzweiß-Wandeln von Bildteilen.
Das ist neu
- Smart-Pinsel
- Photomerge Szenenbereinigung
- Photomerge Bild neu zusammensetzen
- Photomerge Belichtungskombination
- Action Player wendet Photoshop-Aktionen an
- assistierte Effekt-Bildbearbeitung
- visuelle Variationen bei Schnellkorrektur
- Weichzeichner für Hauttöne (Matter machen)
Bilder sichten und RAW-Entwicklung
Statt wie unter Windows mit einem eigenen Organizer ausgestattet zu sein, verwendet Elements 8 in der Mac-Version das Programm Bridge CS4 aus der professionellen Creative Suite im vollen Funktionsumfang. Mit Bridge lassen sich übrigens nicht nur Bilder organisieren und sichten, sondern auch andere Mediendateien wie Videos oder PDF-Dateien. Allerdings hat Bridge CS4 keine automatische Gesichtserkennung oder Tag-Clouds wie der Elements-Organizer in der Windows-Ausgabe. Hier verweist Adobe mehr oder weniger offen auf iPhoto, dem sich Elements einfach als dessen Bildbearbeitungsprogramm zuweisen lässt. Mit Bridge CS4 wird auch automatisch ein Elements-Script installiert, das den direkten Aufruf von Elements-Funktionen wie den Photomerge-Anwendungen aus der Bridge erlaubt. Auch das Camera-Raw-Zusatzmodul für Raw-Aufnahmen lässt sich aus der Bridge aufrufen - allerdings ist der Funktionsumfang gegenüber Photoshop CS4 eingeschränkt.
Fazit
Elements 8 behält die gute Note, die bereits die vorherige Version 6 ergattert hat. Die Neuerungen, die auch die der Windows-Version 7 einschließen, machen ein Update für bestehende Elements-Besitzer empfehlenswert. Doch auch die zahlreichen bereits vorhandenen Funktionen, die sich baugleich im "großen" Photoshop finden, machen Elements 8 zu einer Empfehlung für Amateur-Bildbearbeiter, die einen Bildeditor mit professionellen Potential suchen.
Photoshop Elements 8
Ausgewachsene Bildbearbeitung für Hobbyfotografen
Adobe
Preis: 100 €, 150 CHF
Note: 1,5 gut
Leistung (50%) 1,5
Ausstattung (20%) 1,2
Handhabung (20%) 1,5
Dokumentation (10%) 2,4
Vorzüge: Smart-Pinsel, komplexe Bearbeitungen vereinfacht anwendbar, intelligentes Skalieren, Belichtungskombination, sinnvolle Assistenten
Nachteile: Nur einfache PDF-Diashow, keine HDR-Funktion, kein 64-Bit
Alternativen: Photoline, Gimp, Acorn, Pixelmator
Mac mit Intel-Prozessor, ab Mac-OS X 10.4.11 bis 10.6
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