E-Books am iPhone |
Nicht nur das iPad beweist: Elektronische Bücher liegen voll im Trend. Der größere Bildschirm des iPad und Apples iBooks werden das Lesen bequemer machen, aber auch am iPhone gibt es schon jetzt diverse Leseprogramme für E-Books. Wir stellen die besten vor
Von Matthias Zehden (04.02.2010)
Trotz iPad wird es sicher noch eine ganze Zeit dauern, bis elektronische Bücher und Zeitschriften ihre traditionellen Kollegen in Papierform überholen werden. Einiges spricht jedoch ganz klar für das digitale Konzept. Da wäre als Erstes der geringe Platzbedarf. Die elektronischen Titel landen auf dem Rechner oder direkt auf einem Lesegerät.
Außerdem kann man in digitale Bücher neben Text und Abbildungen andere Inhalte wie Sprache, Musik oder Filme einbinden. Auch interaktive Elemente werden möglich. Hat Ihnen ein Buch gefallen, lassen Sie sich gleich andere des gleichen Autors zeigen. Oder Sie verschicken einen Textausschnitt per E-Mail oder posten ihn auf Twitter.
Auch die Kosten für Druck und Transport entfallen mehr oder weniger, wenn man sich den neuesten Thriller einfach per DSL vom Server des Anbieters saugt. Ein ähnliches Schicksal ereilt gerade die CD und DVD, die als Datenträger immer mehr an Bedeutung verlieren. Bücher brauchen im Vergleich dazu viel weniger Platz und flutschen auch ohne aufwendige Kompression in bester Qualität durch die Leitung.
Um iPhone oder iPod Touch zum Lesegerät zu machen, benötigen Sie die passende App. Sie übernimmt die Buchbeschaffung, indem sie die Daten lädt oder gleich mitbringt. Außerdem entscheidet sie über den Lesekomfort. Ermüdungsfreies Lesen erfordert ausreichende Schriftgrößen und Kontraste. Außerdem müssen Lesezeichen nachgebildet und ein brauchbares Konzept zum Scrollen oder Blättern gefunden werden. Sehen Sie auf den folgenden Seiten die besten E-Book-Reader für das iPhone.
Der E-Book-Reader Stanza von Lexcycle ist wohl hierzulande das bekannteste Programm seiner Art. Die kostenlose App liegt erfreulicherweise auch in Deutsch vor. Wenn Sie in der Symbolleiste auf "Bücher" tippen, erhalten Sie eine Liste von immerhin fünf Buchhändlern und acht freien Servern für E-Books. Stanza unterstützt die Formate Ereader/PDB (mit DRM) und Epub.
Mithilfe der von Lexcycle für Mac-OS X und Windows erhältlichen StanzaDesktop-Software können Sie ebenfalls Bücher laden, in Epub konvertieren und aufs iPhone übertragen. Heruntergeladene E-Books werden nach Titel, Autor oder Gruppe sortiert. Der Reader bietet allerlei Einstellungsmöglichkeiten für Farben und Schriften, einschließlich eines Hintergrundbildes mit einstellbarer Transparenz. Geblättert wird bei Stanza seitenweise nach links und rechts. Sehr praktisch ist die Helligkeitsänderung beim Lesen per Fingergeste. Die übliche Kneifbewegung mit Zeigefinger und Daumen zum Skalieren klappt ebenfalls. Auch eine Kapitelübersicht ist verfügbar.
Es gibt verschiedene Formate und Vertriebsmethoden für digitale Bücher.
Ein elektronisches Buch kann im Prinzip einfach eine Word-Datei sein, aber die eignet sich nur begrenzt für die Anzeige auf mobilen Geräten. Neutraler sind reiner Text, PDF oder HTML, für die es auf allen Plattformen die passenden Programme gibt. Deshalb nutzen viele freie Bücher diese Formate, obwohl die Qualität der Darstellung oftmals nicht optimal ist. Speziell auf die Belange von E-Books abgestimmt sind das freie Epub-Format und Amazons Kindle-Dateien, die auch DRM unterstützen. Andere Anbieter umgehen Kompatibilitätsprobleme, indem sie Reader und Dokument einfach zu einer App verschmelzen.
Eine weitere rasant wachsende E-Book-Plattform ist Amazon Kindle. Wer sich bisher von Preisen und Größen der Hardware-Reader abhalten ließ, kann es nun mit dem kostenlosen Reader aus dem App Store versuchen. Bei der ersten Benutzung des Programms muss man sich bei Amazon anmelden, wobei aber auch ein normaler deutscher Amazon-Account funktioniert. Danach sehen Sie eine Liste der geladenen Bücher.
Amazon nutzt für E-Books das eigene Kindle-Format. Für den Einkauf neuer Bücher wird von der App in Safari gewechselt und die Kindle-Seite des Shops auf Amazon.com geöffnet. App, Bücher und Webseite sind derzeit nur auf Englisch verfügbar.
Der Shop präsentiert sich im schlanken Mobile-Outfit, das man als Amazon-Kunde schon von der normalen deutschen Seite kennt. Der Inhalt wird nach Kategorie oder Verkaufsrang gelistet. Dazu gibt es noch die persönlichen Empfehlungen, basierend auf den Büchern, die Sie gekauft oder angesehen haben. Als Leseprobe kann man von jedem Kindle-Buch einige Kapitel kostenlos herunterladen.
Einkäufe werden in Dollar abgerechnet, können aber problemlos über ein hiesiges Amazon-Konto mit Nicht-US-Kreditkarte erfolgen. Der Download läuft dann direkt am iPhone oder iPod Touch, bei iPhone auch über das Mobilfunknetz. Der Reader meldet sich bei Amazon an und lädt automatisch die Bücher, die mit dem zugehörigen Account neu gekauft wurden.
Der Reader ist nicht ganz so komfortabel wie Stanza, reagiert aber sehr flott auf jede Eingabe. Er unterstützt Hoch- und Querformat sowie die üblichen Komfortfunktionen wie Lesezeichen, Inhaltsverzeichnis oder den Sprung zu einer bestimmten Seite. Die Schriftgröße lässt sich anpassen, aber nicht der Font. Als Farben stehen nur Schwarz, Weiß und ein Sepia-Modus zur Verfügung. Geblättert wird seitlich.
Die geschlossene Kindle-Plattform bietet auch Vorteile, die sonst schwer zu realisieren wären. Durch das DRM sind Bücher an einen Account gebunden, dafür weiß der Server aber auch, welche Bücher gekauft wurden. Löschen Sie ein Buch, können Sie es erneut vom Kindle-Server laden. Benutzen Sie mehrere Reader, lassen sich auch Lesezeichen über den Server abgleichen oder die letzte gelesene Seite.
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