Schutz für E-Mail
Sichere E-Mails mit iPhone und iPad
Wer mit iPhone oder iPad E-Mails zur Kommunikation nutzt, sollte sicherstellen, dass vertrauliche Nachrichten nicht in falsche Hände geraten
Von
Volker Riebartsch
(08.02.2010)
Die Kommunikation per E-Mail war und ist die häufigste Anwendung im Internet. Mit Mobile Mail bietet Apple für iPhone, iPod Touch und iPad einen ausgereiften Mail-Client, der über fast alle Funktionen der Desktop-Version verfügt. Bisher noch nicht erfüllt hat Apple einen Anwenderwunsch: Die Nutzung von digitalen Signaturen und Verschlüsselung in Mail über Zertifikate.
Gerade unterwegs wäre das wünschenswert, da der Benutzer "fremde" Hotspots nutzen muss. Die Abhörgefahr lässt sich allerdings auch hier unterbinden, nutzt man einen Mail-Provider, der SSL-Verschlüsselung der Verbindung anbietet.
Im folgenden Artikel zeigen wir, wie Sie Mail so einrichten, dass ein- und ausgehende Nachrichten weitgehend geschützt sind.
Mail-Account einrichten
Provider wählen
Die Einrichtung eines Mail-Accounts an iPhone und
iPod Touch ist sehr einfach. Natürlich sollten Sie die Mail-Zugangsdaten Ihres Providers zur Hand haben. Ist noch kein Mail-Account eingerichtet, gelangen Sie zum Konfigurationsfenster, indem Sie einfach auf das Mail-Icon tippen. Ansonsten erfolgt der Konfigurationszugang über "Einstellungen > Mail, Kontakte, Kalender", im neuen Fenster tippen Sie dann auf "Account hinzufügen > Mail-Account hinzufügen". Wer über einen Exchange-Mail-Account oder einen Account bei Mobile Me, Googlemail, Yahoo Mail oder AOL verfügt, spart Konfigurationsarbeit. In diesem Fall tippen Sie einfach das Symbol des entsprechenden Providers an und füllen die vier Felder im folgenden Dialog aus - fertig. Verfügen Sie über einen Account bei einem anderen Provider, tippen Sie auf "Weitere".
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IMAP statt POP
IMAP statt POP
Im nächsten Schritt sind Vor- und Zuname des Benutzers einzutragen, die Mailadresse und das Kennwort. Mit "Sichern" wird die Einstellung gespeichert, allerdings überprüft Mobile Mail zunächst die Einstellungen, nimmt dazu Verbindung mit dem Mailserver auf. Wer über ein Mail-Account verfügt, das nicht in Apples Liste zu finden ist, muss jetzt die Daten für eintreffende Mails und den Versand eintragen. Zunächst gilt es, das Protokoll für die Post-Abholung festzulegen. Falls angeboten, sollten Sie am iPhone stets IMAP wählen. Das modernere der beiden Protokolle belässt die Mails auf dem Server, stellt die Voransicht schneller an iPhone und
iPod Touch dar. Schauen Sie bei Ihrem Mail-Provider nach, ob IMAP angeboten wird. Einige Anbieter kostenloser Mail-Accounts bieten IMAP nur gegen Aufpreis, die Extra-Ausgabe lohnt sich.
Schutz: Viren & Spam
Gute Webhoster und Mail-Provider bieten ihren Kunden einen wirksamen Schutz vor Viren und Spam bereits am Server.Während die Spam genannten Werbemails lediglich lästig sind, stellen Viren eine potenzielle Gefahr für einen PC dar. Da es sich bei iPhone und iPod Touch letztlich auch "nur" um Computer handelt, sollte Vorsorge getroffen werden. Zwar sind am iPhone aktuell keine Viren bekannt, Vorkehrungen sollten dennoch getroffen werden. Es gibt erste Anti-Spam-Apps für das iPhone, der wirksamste Schutz ist aber ein Spamfilter beim Provider. Auch in diesem Bereich sollte der Benutzer einen Mail-Provider wählen, der Viren- und Spam-Filter bereits am Server einsetzt. In diesem Fall geraten die digitalen Plagegeister erst gar nicht auf das iPhone.
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SSL-Verschlüsselung
SSL-Verschlüsselung
Verschlüsselt empfangen
Ist ein Mailserver beim Provider gut gesichert, haben potenzielle Hacker kaum eine Chance, an Mails eines Benutzers zu kommen. Die Gefahr lauert eher auf dem Transportweg, hier speziell am Router des Hotspots, den der Benutzer zum Empfang und Versand von Mails einsetzt. Ein technisch versierter Hacker kann hier die komplette Nachricht samt Zugangsdaten "mithören". Da das iPhone-OS aktuell keine lokale Verschlüsselung per PGP oder über Zertifikate unterstützt, muss der Mail-Provider in die Bresche springen.
Bietet er SSL-Verschlüsselung für den Mail-Transport, lassen sich weder ein- noch ausgehende Nachrichten abhören. Im Allgemeinen wird die SSL-Einstellung beim Anlegen des Mail-Accounts bereits eingeschaltet, wenn vom Provider unterstützt. Um das zu prüfen, öffnen Sie die Einstellung "Mail, Kontakte, Kalender", wählen den Account aus und tippen auf den Button "Erweitert". Die Option "SSL verwenden" sollte aktiviert sein.
Verschlüsselt versenden
Ebenso wie der Mail-Empfang lässt sich auch das Versenden verschlüsselt gegen "Mithörer" schützen, sofern der Mail-Provider dies unterstützt. Um die Einstellung zu prüfen, öffnen Sie die Einstellung "Mail, Kontakte, Kalender" und wählen den Account aus. Scrollen Sie nach unten, und wählen Sie den unter "SMTP" eingetragenen Server aus. Unter "Primärer Server" finden Sie im folgenden Fenster wiederum Ihren Ausgangsserver, wählen Sie ihn nochmals an. Wie im Bild sollte "SSL verwenden" eingeschaltet sein, die Identifizierung erfolgt per Kennwort.
Hintergrund: SSL
Den Begriff SSL-Verschlüsselung kennen die meisten Benutzer im Zusammenhang mit sicherem Surfen. SSL (Secure Socket Layer) und Start TLS (Start Transport Layer Security) dienen der sicheren Übermittlung von Daten via Mail oder Webbrowser. Meist ist allerdings bei der sicheren Mailübermittlung nur von SSL die Rede. Bei der sicheren Übermittlung werden sowohl der Benutzername als auch das Passwort für den Zugang zum Server für eingehende und für ausgehende Mails verschlüsselt übermittelt. Außerdem sorgt SSL dafür, dass auch die Mailnachricht einschließlich etwaiger Mail-Anhänge verschlüsselt wird. SSL wird sowohl vom POP- und IMAP-Protokoll beim Empfangen von Mails als auch von SMTP beim Versenden benutzt. Wer auf Sicherheit der Daten im Mailverkehr angewiesen ist, sollte unbedingt einen Mailprovider wählen, der diese Verschlüsselungsform unterstützt beziehungsweise auch anbietet. Einige Anbieter verlangen hier ein paar Euro extra, die Ausgabe lohnt sich.