Web 2.0 |
Websites für Schnäppchenjäger, Google Wave, Twitter für Arbeitsgruppen, Wikitravel, Live-Video-Streams, Online-Videoverzeichnis, Grooveshark/Spotify, Google Voice - wir stellen Ihnen die Geheimtipps des Webs vor.
Von Ruwen Schwerin (08.02.2010)
In den letzten Jahren haben viele Websites und Internet-Services versucht international Fuß zu fassen. Manche sind schnell wieder verschwunden, andere werden mittlerweile von vielen Menschen fast täglich besucht. Immer neue technische Möglichkeiten führen dazu, dass immer neue Angebote möglich werden. Doch selbst die beste, innovativste Idee ist kein Garant für den Erfolg einer neuen Seite. Man kann sich sicher sein, dass in den nächsten Monaten wieder einige Kämpfe ausgetragen werden, aus denen dann Gewinner und Verlierer hervorgehen. Durch die große Konkurrenz ist es heute schon etwas Besonderes, wenn eine Seiten nicht sofort wieder verschwindet.
Im Folgenden lesen Sie von Internetseiten und Online-Services, die eine gute Chance haben, sich einen Namen zu machen. Einige davon kennen Sie sicher schon, andere dürften Ihnen noch unbekannt sein. Einen (zweiten) Blick wert sind sie aber alle.
Von Vorteil ist es für Internetangebote immer, wenn Sie auch für den mobilen Bereich gemacht sind - denn der ist momentan stark auf dem Vormarsch. Tauchen Sie ein in die spannende Welt des Internets, das sich momentan schneller verändert als jemals zuvor. Globale Player wie Google bekommen Konkurrenz …
Nach der Freigabe von Bing fiel schnell eine beträchtliche Anzahl von Suchanfragen an und man wurde so tatsächlich zu einem legitimen Konkurrenten von Google. Auch wenn Google immer noch weit voraus ist mit mehr als 70 Prozent aller Web-Suchen, steigt der Bing-Anteil weiter: Heute entfallen auf Bing bereits etwa 10 Prozent der Web-Suchanfragen.
Ich glaube, dass der Stern von Bing noch immer am aufsteigen ist, denn in diesem Jahr wird Bing erst richtig gegen Google antreten. Man sollte auch daran denken, dass Microsoft Office 2010 mit Web-basierten Komponenten (Windows Live) kommt, die eine Vielzahl von Benutzern erreichen werden.
All das summiert sich: Eine Menge von Menschen wird die verschiedensten Anwendungen für Android-Handys suchen. In den meisten Fällen werden sie ihre Anwendungen dann im Android Market finden. Der Market bietet derzeit "nur" etwa 20.000 Apps, weit weniger als die 100.000, die man für das iPhone findet. Aber das wird sich schnell ändern.
Zu schön, um wahr zu sein? Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass das Business-Modell von Grooveshark verdächtig klingt - zu viel Blut im Wasser für die Haie, die in den Rechtsabteilungen der Plattenfirmen lauern. Aber Grooveshark bietet auch für die Labels einige verlockende Köder: Wenn Sie einen Stream hören, können Sie ihn bequem online bei iTunes oder Amazon in höherer Klangqualität erwerben. Und in der Theorie hält der Aspekt des Social-Networking von Grooveshark das Gespräch über die Musik am Laufen und fördert damit unter Umständen gerade die Umsatzrendite der Plattenlabels.
Konkurrenz für Grooveshark wird die viel-gehypte Musik-Website Spotify bringen, die momentan nur für Europa zur Verfügung steht. Von Deutschland aus kann man die Seite aber momentan nicht aufrufen. Mit etwa dem gleichen Service wie Grooveshark (aber mit mehr Musik und mehr Mitgliedern, die eine Software installieren müssen - Grooveshark ist browserbasiert) will Spotify bald auch in den Vereinigten Staaten richtig durchstarten - aber ohne dafür von den US-Labels verklagt zu werden. Die Musikindustrie ist in den USA besonders empfindlich, weil dort viel Geld verdient wird. Wenn Spotify in den Vereinigten Staaten einschlägt, könnte das sich natürlich negativ für Grooveshark auswirken. Aber was die Anwälte der Plattenlabels hier noch in der Hinterhand haben, muss vorher abgewartet werden. Die rechtlichen Fragen könnten auch die Zukunft von Grooveshark bestimmen.
Die Sterne stehen gut für Google Voice. Das Unternehmen hat vor kurzem Gizmo5 gekauft, einen VoIP-Service-Provider, der Nutzern kostenlose oder preiswerte VoIP-Anrufe direkt vom Handy ermöglicht. Und die Software könnte letztlich nur auf einem Mobiltelefon laufen, das wiederum von Google kommt: Das viel diskutierte Google-Phone soll zwar in jedem Mobilfunknetz funktionieren, aber wann immer möglich auf VoIP setzen. Werbeanzeigen auf dem Gerät könnten das finanzielle Konzept sein, ganz im Gegensatz zu heutigen Strategien. Die Nutzer müssen dann einen Vertrag mit einem Anbieter von mobilen Internetdienstleistungen abschließen.
Das ist alles ist bisher Spekulation, aber eine solche Diskussion ist genau das, was Google sich wünscht, um den Markt aufzumischen. Schlecht war Google diesbezüglich noch nie. Das Unternehmen entwickelt und kauft offensichtlich Technologie für den Einstieg in das Voice-Geschäft - es bleibt nur noch abzuwarten, wie spektakulär der Auftritt letztlich wird. Unabhängig davon wird Google Voice aber sicher der Motor der eigenen Ambitionen sein.
Welchen Nutzen hat man davon? Wenn man etwa von einem Sportereignis ausgeht, dass nicht im Fernsehen übertragen wird, kann man den Nutzen erkennen: Ein Fußballspiel auf der anderen Seite der Welt wird von einem Nutzer live gefilmt und ins Internet gestellt und man selbst kann es ebenfalls live genießen. Doch damit nicht genug, man kann sogar mit anderen Fans chatten und das Spiel mit anderen diskutieren.
Bereits jetzt hat Justin.tv eine große Community - wenn diese weiter wächst, könnte 2010 ein richtiges Erfolgsjahr werden. Natürlich sind die Rechteinhaber nicht allzu glücklich darüber, dass Benutzer Inhalte live im Internet verbreiten. In den USA fand diesbezüglich vor Kurzem eine Anhörung statt. Justin.tv arbeitet nun mit Eigentümern von Inhalten (etwa Fox) zusammen, um diese Bedenken auszuräumen. Diese rechtlichen Aspekte dürften auch hier wieder ausschlaggebend dafür sein, wie erfolgreich die Internetseite international werden kann.
Eine gutes zentrales Verzeichnis wäre hier die Lösung. Clicker ist hier momentan der Vorreiter. Diese Website gibt auf Suchanfragen aus, auf welcher Seite sie die entsprechenden Videos finden und stellt einen direkten Link zur Verfügung.
Die Reichweite der Suche von Clicker ist schon jetzt beeindruckend - auch wenn das nur für englischsprachiges Material gilt. Die Website bietet Links zu aktuellen und populären Videos auf den verschiedensten Seiten, nicht nur im Mainstream-Bereich. Wenn man bedenkt, wie beliebt Onlinevideos sind und wie viele neue Seiten nach und nach entstehen, kann man sich vorstellen, welche Bedeutung der Seite Clicker bald zukommen könnte.
Die Redakteure von PCWorld etwa nutzen Yammer bereits jetzt als wichtigsten Kanal für die Kommunikation während des Tages - egal, ob man zu Hause, bei einer Veranstaltung oder im Büro ist. Dadurch kann man anderen mitteilen, woran man gerade arbeitet, technische Fragen diskutieren oder seinen Kollegen einfach nur schreiben, wie der Kaffee gerade schmeckt. An so etwas gewöhnt man sich sehr schnell und kann sich dann die Arbeit ohne einen solchen Dienst kaum noch vorstellen. Es verwundert nicht, wenn im Jahr 2010 noch viele andere Unternehmen Yammer für sich entdecken.
Das Wiki-Konzept ist heute aus dem Internet nicht mehr wegzudenken. Beachtenswert ist, dass unrichtige oder unklare Informationen durch die Nutzer selbst bereinigt werden. Das funktioniert, weil der Mensch einfach gerne das verbessert, was er selbst besser weiß. Sicher findet man dabei auch viele Egoisten, die nur an sich selbst denken - weil dieser Mechanismus aber zu sauberen und informativen Web-Angeboten führt, ist der Wiki-Trend sicher noch nicht zu Ende.
Ob die Seite nun über den heimischen PC oder ein mobiles Gerät besucht wird (etwa über ein iPhone App), Postabon zeigt den Nutzern die "Bons" auf einer Karte der unmittelbaren Umgebung an (Postabon erkennt dabei automatisch den ungefähren Standort des Nutzers). Natürlich gibt es verschiedene Arten von Bons (Essen und Trinken, Einkaufen usw.), und man kann wählen, welche Schnäppchen angezeigt werden.
Auf diesem Weg zu einem richtig gutem Angebot zu kommen, fühlt sich gut an und macht Spaß. Postabon bietet eine sinnvolle Möglichkeit, aus der Schnäppchenjagd einen Mannschaftssport zu machen. Der Service ist momentan nur in New York ausgebaut - aber man kann sich hoffentlich darauf freuen, auch in der eigenen Stadt im Jahr 2010 auf die Jagd gehen zu können.
Das Internet verändert sich
Google Wave ist ein unglaubliches Produkt - und es könnte die Web-Kommunikation wie wir sie heute kennen völlig verändern - nicht aber im Jahr 2010. Halten Sie die Augen auf, was sich im Internet in der nächsten Zeit alles so tut, dann verpassen Sie keinen Trend.
Probieren Sie doch einfach jede der hier vorgestellten Internetseiten einmal aus - und lassen Sie sich überraschen, wie gut gestaltet und durchdacht sie sind. Ob den Kandidaten wirklich ein gutes Jahr bevorsteht, bleibt abzuwarten, jedenfalls hätte jede von ihnen das Potenzial dazu. Schade ist, dass oft rechtliche Streitigkeiten das Aus besiegeln - an mangelndem Interesse oder fehlender Mitarbeit von Nutzern liegt es jedenfalls in den wenigsten Fällen.
Dieser Artikel beruht auf einer Veröffentlichung von unserer Schwesterpublikation PC World (Mark Sullivan).
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