Modbook

Pimp my Mac: Das ModBook im Detail

Der Tablet-Mac kommt - nicht von Apple

Hätte Steve Jobs auf der Keynote einen Tablet-Mac aus dem Rucksack statt einem iPhone aus der Hosentasche gezogen, vielleicht hätte es am nächsten Tag die Titelseiten geziert.

Von Thomas Weiss (15.01.2007)

Der Mac-Hersteller selbst allerdings scheint den Bedarf nach einem solchen Gerät nicht nachvollziehen zu können, auch wenn eine Reihe von Anwendern immer wieder lautstark danach ruft. Ihrer erbarmt sich nun der unabhängige Hersteller Axiotron: Das ModBook ist der erste Tablet-Mac, kommt im in den USA voraussichtlich im April auf den Markt - und ist eigentlich ein umgebautes MacBook.

Zwei Preise hat das ModBook auf der Macworld Expo 2007 bereits eingeheimst, einen Best of Show Award der Macworld und den Award der MacsimumNews. macnews.de hatte ebenfalls bereits Gelegenheit, das Gerät in die Hand zu nehmen und kurz mit Andreas Haas zu reden, dem Vorstand und CEO von Axiotron. Haas kennt seine zukünftigen Kunden bereits: Er hat lange Jahre bei Apple gearbeitet, insbesondere bei der Newton Systems Group. Entsprechend fühlt sich das ModBook an: Wie ein echter Mac, nur ohne Tastatur.  

Verfügbarkeit in Deutschland: Erste Hinweise

Axiotron ist der Entwickler und Hersteller eines ModBooks-Kits, mit dem sich aus regulären MacBooks Tablet-Macs bauen lassen. Den Umbau übernimmt die Firma aber nicht selbst, ihn muss der jeweilige Vertriebspartner organisieren, in den USA ist das Other World Computing. Für Deutschland nennt Axiotron offiziell noch keine Vertriebskanäle. Archibald Horlitz, Gründer und Vorsitzender der Gravis AG, gehört aber offiziell zum Beraterteam der Firma und so lässt sich ein erster Vertriebspartner in Deutschland bereits erahnen. Im Übrigen kommt das Gerät auch in den USA erst im Mai auf den Markt, es lässt sich dort allerdings bereits vorbestellen.  

Mehr als ein MacBook: Spezifikationen

Es ist so groß wie ein MacBook, nur zwei Millimeter dicker und hat den gleichen Unterbau: Unter einem neuen LCD-Display, das sich wie ein Grafiktablett mit einem Stift beschreiben lässt, steckt ein MacBook. Je nach Konfiguration des Original-Macs kostet das ModBook zwischen 2279 und 2849 US-Dollar und ist ist mit Combo- oder SuperDrive-Laufwerk zu haben, im Ganzen gibt es drei Modelle. Neben Modifikationen am Gehäuse hat Axiotron vor allem drei Funktionen hinzugefügt: Der Hersteller spendiert dem ModBook einen neuen Bildschirm, der bei gleicher Auflösung mehr Kontrast bietet und Einblicke aus einem größeren Winkel ermöglicht. Schließlich will man das ModBook auch noch verwenden können, wenn es flach vor einem auf dem Tisch liegt. Er rüstet es mit Wacom-Technik aus, die mit einem speziellen Stift das Schreiben und Malen auf dem Bildschirm möglich macht. Und schließlich integrieren die zwei teureren Modelle für 2579 Dollar und 2699 Dollar einen GPS-Empfänger.  

Fühlbar hochwertig: Magnesium und Glas

Das Gehäuse des ModBook besteht aus einer Magnesium-Legierung, die das Gerät deutlich stabiler erscheinen lässt als ein MacBook. Man kann den Tablet-Mac ohne Angst in die Hand nehmen, ihn schütteln und drücken und drehen: Nichts knarzt, nichts wackelt, nichts dröhnt. Die gebürstete Oberfläche verstärkt den hochwertigen Eindruck und verhindert Fingerabdrücke. Laut Herstellerangaben ist die Glasoberläche des Displays chemisch verstärkt: Sie soll so mehr Resistenz gegen Kratzer und eine längere Haltbarkeit gewährleisten. Damit man mit dem Eingabestift nicht auf dem Display abrutscht, haben es die Entwickler einer Säurebehandlung unterzogen, die zudem mehr Genauigkeit beim Zeichnen bieten soll. Die Hand kann man beim Zeichnen und Schreiben problemlos aufs Display legen: Denn für die Eingabetechnik zeichnet Wacom verantwortlich, Hersteller von Grafiktabletts. Das Display sendet Radiowellen aus, die der Wacom-Pen zurückwirft: Berührung spielt keine Rolle. Wie bei einem Grafiktablett kann man das Eingabemedium deshalb auch umdrehen und als Radiergummi benutzen. Axiotron entwickelt keine spezielle Eingabesoftware, Mac OS X hat mit Inkwell aber bereits eine leistungsstarke Lösung an Bord und der Softwaremarkt bietet weitere Lösungen, oft sogar kostenlos. Das ModBook hinterlässt den Eindruck einer guten Verarbeitung und von großer Liebe zum Detail. Sogar die unter Glas geschützte iSight-Kamera ist leicht abgewinkelt und lässt einen direkt in die Kamera schauen. Dementsprechend gehoben ist allerdings auch der Preis der drei Modelle. Wer aber einen Tablet-Mac für seine Arbeit einsetzen möchte oder sich ein Gerät wünscht, das aus der Rolle fällt und nicht jeder hat, dürfte sich davon nicht abhalten lassen und die Markteinführung in Deutschland mit Spannung erwarten.

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