Analysten melden erste Zweifel am iPhone an +++ Cingular wird wieder zu AT&T +++ Behörden untersuchen Aktienoption für Jobs +++ Cisco wollte kompatible Geräte zu Apples iPhone anbieten +++ Pimp my Mac: Das ModBook im Detail +++ iPhone in Deutschland vorbestellen - Amazon macht's möglich +++ File System in Userspace: Google portiert FUSE für Mac OS X +++ Garmins Training Center für Mac enttäuscht Anwender +++ AMD gibt Umsatz- und Gewinnwarnung aus +++ AAPL fällt unter 95 US-Dollar
(15.01.2007)
Der Hype um das iPhone ebbt langsam ab, einige Analysten stellen sich nun Fragen, die Apple rund um den telefonierenden iPod noch nicht beantworten konnte oder wollte. So sorgt sich der Ovum-Analyst Roger Entner um das Tochscreen-Display, das womöglich keine fehlerfreie Bedienung mehr erlaubt, wenn es verkratzt ist. Über die Haltbarkeit der Oberfläche hat Apple bislang nichts verlautet. Michael Gartenberg von Jupiter Research zweifelt mittlerweile daran, dass man beim SMS schreiben oder beim Verfassen von E-Mails die virtuelle Tastatur ebenso leicht verwenden kann wie die fest installierte Tastatur anderer Smartphones. Gartenberg ist sich darüber hinaus nicht so sicher, ob man das iPhone wirklich mit nur einer Hand benutzen kann. Der hohe Glasanteil könnte das iPhone empfindlich machen, lässt man es aus der Hand fallen, wäre vieles gebrochen.
Apple hat bisher keine Stellung dazu bezogen, ob und wie der Akku vom Anwender auszutauschen ist oder ob das iPhone ebenso versiegelt ist wie der iPod. In der Regel sind in Handys die SIM-Karten hinter dem Austauschakku angebracht, wenn Apple nun die Karte des Providers in einen Schacht an der Seite montiert habe, könnte die SIM-Karte dort leichter verschmutzen und unbrauchbar werden.
David Chamberlain von In Stat sieht im Softwareangebot eine weitere mögliche Quelle der Enttäuschung. Da Apple die Schnittstellen für Dritthersteller nicht öffnen wollte, sind iPhine-Anwender auf Software beschränkt, die Apple speziell zusammen mit Cingular entwickelt hat. Das Angebot würde anfangs etwas dünn sein, meint Chamberlain.
Albert Lin von American Technology Research Research vermutet, dass Apple aus Kostengründen auf Mobilfunktechniken der dritten Generation wie UMTS verzichtet hat. Damit sei der Kauf von Musik aus dem iTunes Store von unterwegs unterbunden worden. Lin rechnet damit, dass Apple dieses Feature nachreichen könnte, sobald das iPhone auch mit UMTS funken werde.
Apple hat angekündigt, das iPhone in den USA exklusiv mit dem Mobilfunkprovider Cingualr Wireless zu vertreiben. Bis das Handy im Juni auf den Markt kommt, wird Cingular aber wieder AT&T heißen. Wie der Telekommuikationskonzern am Freitag bekannt gegeben hat, soll die Marke Cingular nach und nach durch die von AT&T ersetzt werden, eine Werbekampagne, die zunächst ein gemeinsames Logo zeigt, werde am heutigen Montag starten. AT&T Wireless war einst ein eigenständiger Konzern, der aus dem Telefonriesen AT&T hervorgegangen war. Cingular hatte AT&T Wireless übernommen, einer der beiden Besitzer von Cingualr, SBC, hatte schließlich AT&T übernommen. Erst kürzlich kaufte das derart verstärkte AT&T den zweiten Cingualr-Besitzer Bell South auf. AT&T will nun seine diversen Telekom-Marken konzentrieren und nur noch als AT&T auftreten. Im Laufes dieses Jahres sollen auch die 2.000 Cingular-Stores in den USA nach und nach unter die Marke AT&T kommen. Der Konzern nennt keine detaillierten Zeitpläne.
Der Skandal um inkorrekt vergebene Aktienoptionen bei Apple ist auch nach Abgabe des Abschlussberichts an die US-Börsenaufsicht nicht überstanden. Wie das Wall Street Journal am Freitag berichtete, untersuchen die Behörden eine Vergabe von Aktienoptionen zu einem Datum im Oktober 2001 an Apple-CEO Steve Jobs. Sorgen, der Job von Jobs könnte im Strudel der Ereignisse gefährdet sein, sind unter Investoren nun wieder aufgetaucht. Der Analyst Jonathan Hoope von Think Equity ist jedoch davon überzeugt, dass Staatsanwalt und Börsenaufsicht den Apple-CEO von jeder schuldhaften Verwicklung freisprechen werden. Bis die Behörden ihre Untersuchungen abgeschlossen hätten, würden jedoch Monate vergehen.
Bei Verhandlungen um den Markennamen iPhone wollte der Netzwerk-Spezialist Cisco nach eigenen Angaben vor allem, dass das erste Apple-Handy mit seinen eigenen Produkten kompatibel sein kann. Cisco hatte Apple wegen des Namens iPhone verklagt. Apple will so sein innovatives Mobiltelefon nennen, Cisco sieht die Namensrechte bei sich. Cisco habe vor allem einen offenen Standard angestrebt, schrieb Firmenmanager Mark Chandler in seinem Weblog. «Wir hofften, dass unsere Produkte in Zukunft miteinander kompatibel sein könnten.» Cisco sei nicht auf Geld oder Abgaben auf jedes Apple-Handy aus gewesen, betonte Chandler. Apple hatte sein neues Handy am Dienstag vorgestellt und laufende Gespräche mit Cisco abgebrochen.
Ein Apple-Sprecher hatte in einer ersten Reaktion die Klage heruntergespielt. Sie seien streitbar und außerdem sei das iPhone ein Multimedia-Handy, während Cisco unter dem Namen Geräte für die Internet-Telefonie anbietet. «Wie würde Apple reagieren, wenn jemand ein Produkt mit dem Namen iPod herausbringt und behauptet, es sei schon in Ordnung so, weil es mit einem anderen Videoformat arbeitet?», konterte Chandler. Cisco hatte den Markennamen iPhone bereits im Jahr 2000 mit dem Kauf der Firma Infogear bekommen. Apple habe bereits seit 2001 mehrfach um Erlaubnis gebeten, den Namen iPhone zu verwenden, teilte Cisco mit. (dpa)
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