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(23.10.2007)

Microsoft nimmt Niederlage vor EU-Gericht hin - Keine Berufung

Nach fast zehn Jahren steht der Brüsseler Streit mit Microsoft vor dem Ende: Der weltgrößte Softwarekonzern erfüllt komplett frühere Wettbewerbsauflagen der EU-Kommission und nimmt die schwere Niederlage vor dem Luxemburger EU-Gericht endgültig hin. Das Unternehmen verzichte auf eine Berufung beim höchsten EU-Gericht, dem Europäischen Gerichtshof, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag in Brüssel. Microsoft sicherte eine weitere enge Zusammenarbeit mit den EU-Wettbewerbshütern und der Branche zu. Die EU-Richter hatten Mitte September ein von der Kommission verhängtes Bußgeld von 497 Millionen Euro sowie einschneidende Wettbewerbs-Sanktionen gegen Microsoft ohne Einschränkungen bestätigt. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes berichtete von persönlichen Geheim-Verhandlungen mit Microsoft-Vorstandschef Steve Ballmer nach dem spektakulären Urteil. Ballmer habe dabei zugesagt, die seit dreieinhalb Jahren strittigen Wettbewerbsauflagen zu erfüllen. Dabei geht es um die Öffnung des marktbeherrschenden Computer- Betriebssystems Windows für mehr Wettbewerb. Der Brüsseler Microsoft- Streit hatte 1998 mit einer Beschwerde des Konkurrenten Sun Microsystems begonnen. 2004 verhängte Brüssel die Geldbuße und die Sanktionen. Kroes machte deutlich, dass sie durchaus noch nachträglich ein weiteres Bußgeld gegen den Konzern wegen Nichterfüllung früherer Auflagen verhängen könnte. Theoretisch könnte dabei ein Bußgeld von bis zu 1,5 Milliarden Euro fällig werden. Wettbewerbsbeobachter meinten jedoch, dass dieser Maximalbetrag bei weiterem nicht ausgeschöpft werden dürfte. Sie sprachen von einem «Arrangement auf der höchsten Ebene» zwischen der Kommissarin und dem Microsoft-Boss. Das zusätzliche Bußgeld würde angeblich ungerechtfertigte Lizenzgebühren für technische Informationen betreffen, die Microsoft Konkurrenten zur Verfügung stellen soll. Ballmer und Kroes legten nun die Bedingungen fest, unter denen Microsoft diese technische Einzelheiten an andere Hersteller offenlegt, damit deren Software für große Betriebsrechner mit Windows vereinbar wird. «Open-Source»-Entwickler wie Linux und andere Unternehmen können für einen Betrag von 10 000 Euro diese Daten erhalten. Falls sie einen weltweite Lizenz mit Patentrechten haben wollen, betragen die Gebühren 0,4 Prozent des mit dieser Software gemachten Umsatzes. Kroes sagte, die bisher angebotenten Konditionen seien unverhältnismäßig gewesen. Das High-Court-Gericht in London soll Streitigkeiten schlichten; die Kommission hält das britische Gericht für besonders geeignet. «Das ist ein Sieg für die Verbraucher», bilanzierte Kroes. Diese könnten fortan bei Betriebssystemen für Arbeitsgruppenrechner mit mehr Innovationen und preisgünstigeren Produkten rechnen. Kroes sieht das Urteil der EU-Richter als Rückendeckung für ihren harten Kurs gegen Microsoft und den weltgrößten Chiphersteller Intel, gegen den seit dem Sommer ein EU-Verfahren wegen Marktmissbrauchs läuft. (dpa)

Google macht Zugeständnisse bei DoubleClick-Kauf - EU prüft

Google hat bei der Übernahme der Online-Werbefirma DoubleClick Zugeständnisse angekündigt. Die Europäische Kommission in Brüssel verlängerte daraufhin am Montag die Frist, innerhalb derer sie den 3,1 Milliarden Dollar teuren Kauf prüfen will, um gut zwei Wochen, wie ein Kommissionssprecher bestätigte. Die Entscheidung soll nun bis zum 13. November fallen. Details zum Angebot des Suchmaschinenkonzerns wurden zunächst nicht bekannt. Die Kommission kann die Übernahme genehmigen oder ein erweitertes, viermonatiges Prüfverfahren eröffnen. Google verdient einen Großteil seines Umsatzes mit Textanzeigen, die neben Suchergebnissen erscheinen. DoubleClick bietet Software und Dienstleistungen für Online-Werbung und E-Mail-Marketing an, mit der Unternehmen gezielt Werbung schalten können. Google-Konkurrenten wie Microsoft und Yahoo! haben moniert, die Übernahme beeinträchtige den Wettbewerb in dem lukrativen Markt für Werbung im Internet. (dpa)

Experten verzeichnen neue Spam-Welle

Versender von Spam-Mails haben eine neue Methode entwickelt, um ihre unerwünschte Werbung zu verbreiten: Am Sonntag registrierten IT-Experten in mehreren Ländern weltweit eine Welle von E-Mails mit MP3-Dateien im Anhang. In den Audio-Botschaften von rund 30 Sekunden Länge bewirbt eine verzerrte Stimme die Aktien eines amerikanischen Unternehmens, wie das IT-Sicherheitsunternehmen Kaspersky am Montag mitteilte. Die Urheber der Werbung sind unbekannt, da sie gefälschte Sendeadressen benutzen. Es handle sich hier um so genannten Aktien-Spam, sagte Marc Sunner, Sicherheitschef des Software-Unternehmens MessageLabs. Sunner sagte, seine Firma habe innerhalb einer Stunde zehntausend dieser unerwünschten Mails abgeblockt. Die Versender der Spam-Mails versuchten damit, den Aktienkurs eines Unternehmens zu steigern, an dem sie vermutlich selbst Anteile hielten. Derartige Massenmails sind bekannt, neu ist aber die Form der Werbung, sagte Kaspersky- Virenanalyst Magnus Kalkuhl: «Spam hat erstmals eine Stimme.» Mit den MP3-Anhängen werde versucht, Filter-Software zu umgehen. «Indem man die Dateien nur leicht verändert, schafft man einen neuen Fingerabdruck», so Sicherheitsexperte Sunner. Das erschwere die Erkennung von Spam. Im aktuellen Fall hätten die Urheber den Dateinamen sowie Geschwindigkeit und Tonhöhe des vorgelesenen Textes verändert. Die Anhänge sind nach Musikern wie Britney Spears (britney.mp3) und Elvis Presley (elvis.mp3) benannt und sollen anscheinend auf den Inhalt neugierig machen. Das Sicherheitsrisiko schätzt Kalkuhl als vergleichsweise gering ein. Audio-Programme enthielten weniger Sicherheitslücken als etwa Software für Grafiken und pdf-Dateien und seien daher schwieriger anzugreifen. «Grundsätzlich ist es aber am besten, solche Dateien erst gar nicht zu öffnen.» (dpa)

AAPL legt zu

Vor Bekanntgabe der Bilanz für das vierte Quartal des Apple-Geschäftsjahres hat die Aktie des Mac-Herstellers an der Nasdaq einen neuen Rekordwert erreicht. Nach einem Plus von 3,94 US-Dollar oder 2,31 Prozent ging das Papier gestern mit 174,36 US-Dollar in New York aus dem Handel. Zwischenzeitlich erreichte der Kurs 174,90 US-Dollar. In Frankfurt kletterte AAPL um 62 Cent oder 0,51 Prozent auf 122,30 Euro.

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