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Morgenmagazin: Kaminfeuer

Montag, 9. November

Apple arbeitet angeblich an Hybrid-iPhone für GSM und CDMA +++ Javascript will Flash verdrängen +++ Skype-Gründer geben nach: Weg für Verkauf an Investoren wird frei +++ Streit um Beatles-Musik online +++ Netzeitung entlässt Redaktion +++ Mobilfunklizenz-Auktion droht zu platzen +++ Nvidia schreibt dank guter Nachfrage wieder Gewinn +++ AAPL leicht im Plus

(09.11.2009)

Apple arbeitet angeblich an Hybrid-iPhone für GSM und CDMA

Ein Insider-Bericht von Electronista deutet daraufhin, dass Apple an einem iPhone für GSM- und CDMA-Netzwerke arbeitet. Der Bericht beruft sich auf Hinweise von OTR Global an Appleinsider, dass iPhone an einem Chipsatz mit Qualcomm entwickelt, um mit beiden Netzen kompatibel zu sein.

Hybrid-Mobiltelefone gibt es bereits seit Jahren, jedoch benötigen alle zwei Chipsätze, die in der Regel nur sehr begrenzte UTMA und HSPA 3G-Unterstüzung bieten. Die Absicht dahinter ist, die Kunden auf dem in den USA weitverbreiteten CDMA-Netzwerk (wie Verizon) zu halten und nicht etwa an die Konkurrenz mit GSM-Netzen (wie AT&T) zu verlieren.

Die gleiche Quelle erwartet, dass der Zulieferer Pegatron aus Taiwan diese Hybrid-iPhones fertigen wird und somit Foxconn sein Monopol mit Apple verliert. Außerdem sprechen die Gerüchte wie im letzten Sommer erneut von einem kleineren iPhone-Modell mit 2,8-Zoll- (statt 3,5-Zoll) Bildschirm und einer abgespeckten "Lite-Version" speziell für Verizon. Als Freigabetermin handelt die Gerüchteküche Juni 2010, den dritten Geburtstag des iPhones und das Auslaufdatum des Exklusiv-Vertrags von Apple mit dem Mobilnetzbetreiber AT&T.

Bisher erwiesen sich alle Verizon-Gerüchte als falsch. Nicht zuletzt dank der Nachricht von Apple, dass "CDMA tot" sei und eine Produktion für dieses Netzwerk die Entwicklung eines zweiten Gerätes erfordern würde. Eine Hybrid-Lösung würde aber gleich zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen: Weiterhin nur ein iPhone-Modell in Produktion, aber potentielle Verträge mit einer ganzen Reihe von neuen Netzbetreibern, von Verizon bis hin zu kleinere Firmen wie Sprint oder Cellular South.

Javascript will Flash verdrängen

Javascript ist nun so schnell, dass es problemlos Adobes Flash Technologie ersetzen kann, behauptet Brendan Eich, der Entwickler von Javascript. "Dank der Weiterentwicklung und Unterstützung von der Webbrowsern ist Javascript nun superschnell und wird zunehmend von Programmierern benutzt - neuerdings sogar für 3D-Grafik", erläutert Eich.

Die Skript-Sprache erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei der Gestaltung von Webseiten und hat sich in den letzten Jahren von einem behelfsmäßigen Ableger der Programmiersprache Java zur eigenständigen Plattform entwickelt. Laut Eich findet mittlerweile Java auf Web-Clients kaum mehr Einsatz, während Javascript fast überall vertreten ist.

Entscheidend für die Weiterentwicklung soll die zukünftige Version von Internet Explorer sein. Eich, der auch Vorsitzender der Mozilla Foundation ist, erwartet mit Spannung die Entscheidung von Microsoft, ob auch IE Erweiterungen zu Javascripts direkt unterstützt oder zumindest via Plugins erlaubt. Dann wird Javascript den Einsatz von Flash völlig verdrängen.

Der Kern von Javascript wird innerhalb des nächsten Monats auf Version ECMAscript 5 erweitert und wartet im Moment auf die offizielle Zustimmung als neuer Standard. Neben Meta-Programmierung können mit der neuen Version Objekte geschützt werden, d.h. Programmierer haben volle Kontrolle über alle Änderungen ihrer Objekte. Eine Erweiterung von ECMAscript auf der Basis von Harmony ist für Mitte 2012 angesetzt. Eich erwartet, dass bis dann Javascript kaum Änderungen oder Verbesserungen benötigen wird. (Das vollständige Interview von Eich mit Infoworld steht auf deren Webseite zur Verfügung.)

Flash ist übrigens nicht nur durch Javascript gefährdet: Auch der kommende Webstandard HTML 5 wird eine Menge neue Unterstützungen für Grafiken bieten.

Skype-Gründer geben nach: Weg für Verkauf an Investoren wird frei

Skypes Mitbegründer Janus Friis und Niklas Zennstrom haben zugestimmt, die Urheberrechte für die Skype-Technologie an Ebay zu übertragen. Damit ist nach langem Tauziehen der Rechtsstreit in England und den USA beigelegt und der Deal nun endlich perfekt. Ebay kann jetzt legal Skype an eine Investorengruppe weiterverkaufen.

Im Gegenzug erhalten Friis und Zennstrom 14 Prozent der Skype-Aktien und einen Sitz im Investoren-Konsortium. Die anderen Partner der Investorengruppe - vorwiegend Silver Lake - erhalten 56 Prozent und Ebay die verbleibenden 30 Prozent der Aktien. Außerdem trennt sich das Konsortium von zwei ursprünglichen Partnern, die in einen Rechtsstreit mit Friis und Zennstrom verwickelt sind.

Die Geldsummen des Verkaufs bleiben unverändert: 1.9 Milliarden US-Dollar werden von der Investorengruppe in bar an Ebay ausgezahlt Der Wert von Skype im Quartal 4/2009 wird auf 2,75 Milliarden US-Dollar geschätzt. Egon Durban, der geschäftsführende Direktor von Silver Lake, drückte in einer Pressemitteilung am letzten Freitag volle Zufriedenheit mit dem Ausgang der Verhandlungen aus und erwartet, dass mit dem Beitritt der Mitbegründer zum Investoren-Konsortium Skype nun sein volles Potential ausschöpfen kann.

Nach einem Streit über Lizenzbedingungen Anfang diesen Jahres führten die Mitbegründer von Skype einen Rechtsstreit mit Ebay, die beim Kauf in 2005 nicht alle Rechte an der Skype-Technologie erwarben und nun die Lizenz zur Anwendung von Skype verloren. Die Situation spitzte sich zu, als Ebay im September den Weiterverkauf von Skype an eine Investorengruppe ankündigte. Die Firmen Joltid und Joost von Friis und Zennstrom verklagten daraufhin sowohl Ebay als auch die Investorengruppe wegen Verletzung der Urheberrechte.

Streit um Beatles-Musik online

Der britische Musikkonzern EMI hat mit einer gerichtlichen Verfügung den Online-Verkauf von Beatles-Musik durch das Musikportal Bluebeat gestoppt.

Während EMI die Urheberrechte an allen Beatles-Songs hält hat Bluebeat aber eine originelle Verteidigung: Der Eigentümer Hans Risan hat über seine Anwälte mitteilen lassen, dass er das Originalmaterial "psycho-akustisch" behandelt hat und somit eigenständige neue Werke erzeugte, an denen er selbst das Urheberrecht besitzt. Der Richter in Los Angeles hingegen beurteilte die umstrittenen Lieder als Neuaufnahmen und verhängte eine einstweilige Verfügung zum sofortigen Verkaufsstopp für Material von den Beatles und anderen EMI Musikern. Seit Freitagnachmittag sind zwar die Links auf Bluebeats Musikportal noch zu sehen, aber der Download für 25 US-Cents pro Lied ist deaktiviert.

Laut einem Bericht von BBC beruft Risan sich auf einen Paragraph des US-Kopierschutzgesetzes, wonach Nachahmungen von Tributebands nicht dem Urheberrecht unterliegen. Die Gerichtsverhandlung ist für den 20. November angesetzt. Apple Corps, das von den Beatles gegründete Unternehmen zur Vermarktung aller Beatles-Lizenzen, und EMI stehen bereits seit geraumer Zeit in Verhandlungen, wie der Gesamtkatalog aller Beatles-Werke auch online zur Verfügung gestellt werden kann.

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