Digitale Spiegelreflexkamera |
Videos lassen sich mit immer mehr Spiegelreflex-Kameras aufnehmen. Auch die Canon EOS 500D kann dies, sogar bis Full-HD. Auch ihr eigentliches Handwerk, das Fotografieren, erledigt die DSLR-Kamera für Einsteiger und Hobby-Fotografen ordentlich.
Von Markus Schelhorn (15.05.2009)
Bei der Ausstattung kann man wahrlich nicht meckern: Fotos bis 15 Megapixel und Videoaufnahmen bis Full-HD, das alles in einer DSLR-Kamera, die auch für den Hobby-Fotografen bezahlbar ist. Dazu noch durchwegs sinnvolle Automatik-Programme und eine einfache Bedienung sowie eine ordentliche Mac-Unterstzützung. Da scheint es auf den ersten Blick nur wenig zum Meckern geben, doch ein paar Ecken und Kanten bringt die Canon EOS 500D dann doch mit sich. So das mäßige 18-55mm-Kit-Objektiv, hier sollte man ein höherwertigeres (und somit teureres) Objektiv im Bundle mitkaufen.
Der Griffwulst ist wie bei ihrer Vorgängerin EOS 450D etwas klein und eignet sich so vor allem für Personen mit kleineren Händen. Wer große Hände hat, muss sich daran gewöhnen, dass die Fingerspitzen am Gehäuse anliegen, hält man die Kamera. Am Griffwulst und auf der Rückseite bietet die EOS 500D gummierte Flächen für einen rutschfesten Halt. An der von hinten betrachtet linken Seite würde ihr zusätzliche Gummierungen gut tun, doch in dieser Preisklasse ist das die Seltenheit.
Gut gefällt die Einstellung CA am Wahlrad, in der man automatisch die beste Einstellung für den maximalen oder minimalen Schärfentiefenbereich wählen kann. Dies ist sinnvoll für Landschaftsaufnahmen (maximaler Schärfentiefenbereich) und Portrait-Aufnahmen (minimaler Schärfentiefenbereich).
Belichtungsreihen sind auch bei Einzelaufnahmen aktiv. Vergisst man, dass man die Belichtungsreihe aktiviert hat, sind viele Fotos so falsch belichtet. Drei unterschiedliche belichtete Aufnahme lassen sich erstellen, ausreichend für HDRI-Fotos. Schön: Stellt man beim Selbstauslöser ein, dass man beispielsweise zwei Aufnahmen möchte, erstellt die Kamera zwei Belichtungsreihen, also sechs Aufnahmen. Das kann je Aufnahmesituation nützlich sein.
Neben normaler Aufnahme gibt es natürlich die Reihenaufnahme. Hier ist die Kamera mit rund 3,4 Bildern pro Sekunde recht flott. Erst nach etwas über 40 Aufnahmen bei höchster JPEG-Qualität wird die Serienbildaufnahme langsamer, bei RAW-Aufnahmen bereits nach acht Aufnahmen. Interessant ist zudem, dass sich bei einem Selbstauslöser eine Reihenaufnahme von bis zu zehn Bildern erstellen lässt, ideal für ein Gruppenbild vom Stativ aus, bei denen der Fotograf sich noch selber ins Gruppenbild begibt.
Der Autofokus arbeitet schnell und präzise. Doch im Liveview-Modus ist er langsam, denn dazu muss die Kamera den Spiegel herunterklappen und den AF-Sensor verwenden. Anders wie gewohnt muss man den Autofokus im Liveview wie übrigens auch im Video-Modus über die Stern-Taste betätigen, die sich hinter dem Wählrad befindet. Das ist wenig komfortabel und erst recht nicht intuitiv.
Bis zur Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixel kann man mit der EOS 500D Videos drehen. Allerdings nur mit 20 Bildern pro Sekunde, bei schnelleren Bewegungen bemerkt man dann doch ein Ruckeln. Interessanter ist da die normale HD-Auflösung von 720p, hier schafft die Videoaufnahme 30 Bilder pro Sekunde (fps). Canon liefert sogar Quicktime-Erweiterungen mit, doch auch ohne diesen Erweiterungen lassen sich die Filme problemlos am Mac betrachten und mit iMovie 09 bearbeiten.
Die Bildqualität ist erstaunlich gut, besonders bei Innenaufnahmen mit schwachem Licht sind sie Aufnahmen von Camcordern überlegen. Allerdings wird der Ton lediglich in Mono aufgenommen - dafür in brauchbarer Qualität. Den Fokus sollte man vor der Aufnahme manuell einstellen, der Autofokus ist im Video-Modus langsam und nicht sehr präzise.
Die Bildqualität der EOS 500D ist hervorragend. Von ISO 100 bis ISO 1600 finden wir nahezu keine Bildfehler. Auch der Dynamikumfang ist bemerkenswert. Die Eingangsdynamik ist sehr hoch, so dass die DSLR auch kontrastreiche Motive darstellen kann, ohne dass Lichter ausbrennen und Schatten absaufen. Die Ausgangsdynamik, die den Tonwertreichtum einer Kamera beschreibt, ist ebenfalls hoch. Die EOS 500D setzt damit viele Helligkeitsstufen zwischen den hellsten und den dunkelsten Bildbereichen ein.
Auch der Gesamteindruck der aufgenommenen Fotos überzeugt mit ausgewogenen Farben. Gut gefällt der automatische Weißabgleich, der auch bei Kunstlicht den Weißpunkt gut bestimmt. Gerade bei Kunstlicht neigen viele Digitalkameras zu einer zu warmen Farbgebung.
Der Wirkungsgrad, also die letztlich erzielte Auflösung, ist laut unseren Laborergebnissen mäßig. Das liegt an der Kombination vom mittelmäßigem Kit-Objektiv (18-55 mm) und der hohen Auflösung des Bildsensors. Besonders zum Bildrand hin fällt die Auflösung sehr stark ab. Wir empfehlen deshalb ein ordentliches Objektiv.
Zu einem recht günstigen PReis packt Canon eine Menge Funktionen in die EOS 500D. So eignet sie sich ideal als Begleiter für hochwertige Fotos und Videoaufnahmen. Lediglich ein besseres Objektiv als das getestete 18-55-mm-Kitobjektiv sollte man sich gönnen. Dieses sollte aber unbedingt einen optischen Bildstabilisator haben, da der Body der EOS 500D keinen Bildstabilisator eingebaut hat. Wer auf die Videofunktion verzichten kann, der findet weiterhin mit der EOS 450D eine gute Alternative, möchte er nicht das System wechseln. mas
Ausgezeichnete Allround-DSLR mit Video für den Einstieg
Canon
Preis: € 800, CHF 1160
Note: 1,7 gut
Leistung (50%) 1,4
Ausstattung (20%) 1,8
Handhabung (20%) 1,8
Ergonomie (10%) 2,0
Vorzüge: Einfache Bedienung, gute Foto- und Videoqualität, sinnvolle Automatik-Modis, schnell
Nachteile: Mäßiges Kit-Objektiv, unkomfortabler und langsamer Autofokus bei Video und Liveview
Alternativen: Nikon D5000, Canon EOS 450D (ohne Video-Funktion)
Bildsensor: APS-C-Größe (Crop 1,6), CMOS, 15,1 MP; Speicher: SD(HC)-Steckplatz; ISO: 100 bis 3200; Verschluss: 1/4000 bis 30 s, Bulb; Display: 3,0 Zoll, 920 000 Pixel; Videoformat: 1920 x 1080 Pixel bei 20 fps, 1280 x 720 Pixel und 640 x 480 Pixel bei 30 fps
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