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Von Peter Müller, Thomas Hartmann, Volker Riebartsch (30.07.2005)

Das räumt auch Aziz ein, er hält die Halluzinationen für eine potentielle Störanfälligkeit der Regionen des menschlichen Gehirns, die für die Rezeption von Musik zuständig seien. Eine Anfälligkeit für das Radio im Kopf habe der Mensch schon immer gehabt, mit der massenweisen Verbreitung von persönlichen Musiksystemen werde die Veranlagung erst zum Problem.

Die Kur ist manchmal einfach, erklärt Aziz in seiner Studie. Zwar versuchten es einige Fachkollegen mit Psychopharmaka, wirkungsvoller sei es aber, ein echtes Radio anzudrehen und derart den Ohrwurm zu löschen. Bis man sich einen neuen fängt.

Dass es die Meldung von der Krankheit, die keine ist und ihrer Kur, die lediglich ein Symptom durch ein anderes ersetzt, überhaupt in die Presse geschafft hat, ist natürlich dem Sommerloch zu verdanken. Immerhin bringt sie uns auf andere Ideen, man könnte doch einmal den iPod auf dem Weg ins Büro weglassen, empfiehlt sich auch aus Sicherheitsgründen beim Radeln. Zuhause noch mal ordentlich in die Lieblingsplaylist reingehört und sie eine Stunde lang im inneren Ohr repetiert, schon hört man auch besser den Querverkehr heranrauschen. Oder überhaupt: Einmal intensiv das neu erworbene Album hören, in einem Raum mit perfekter Akustik oder über gute Kopfhörer, das langt dann wieder übers Wochenende, das man ohne Elektronik am Badesse oder im Biergarten verbringt. Ratscht es sich auch leichter mit den Nachbarn auf der Liegewiese oder am Biertisch. Überhaupt, braucht man dann noch einen iPod, wenn man über die eigene Schnittstelle im Kopf genau so gut auftanken kann? Gut, dass nur wenige Menschen diese Art der Musikspeicherung beherrschen, sonst wäre es mit dem Verkaufserfolg des iPod schnell vorbei... (pm)

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