Von Christian Möller (03.08.2006)

So schnell wird der Mac Pro

Intel-CPUs im Vergleich: Zum Vergrößern auf das Bild klicken
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Unser Schwester-Magazin Tecchannel kann bereits ein PC-System auf Basis des Core 2 Duo testen und erste Benchmarks unter Windows ermitteln. Das Testsystem besteht dabei aus einem Core 2 Extreme X6700 mit 2,93 Gigahertz unter Windows XP.

Im Vergleich zum Core Duo setzt sich der neue Chip teilweise deutlich ab. Besonders fällt das bei den Spec-Tests auf. Bei ganzzahligen Integer-Berechnungen erreicht der Core 2 Extreme etwa die 1,7 fache Geschwindigkeit des Core Duo. Die Taktfrequenz allein würde einen Faktor von etwa 1,4 ergeben. Hier greifen also die Optimierungen der neuen Core-Microarchitecture ganz gut. Bei Fließkommaberechnungen ist das Ergebnis noch einmal besser. Diese Spec-Tests fordern nur einen CPU-Kern, im Multiprozessorbetrieb, den wir mit Cinebench, iTunes und Quicktime testen, sinkt der Faktor auf etwa 1,5 ab.

Dennoch sind 50 Prozent mehr Leistung ein gutes Ergebnis. Unter Mac-OS X dürfte sich dies noch etwas weiter verbessern, da Windows im direkten Vergleich zu Mac-OS X bei identischen Anwendungen etwas langsamer arbeitet (siehe Macwelt 6/2006, Seite 48). Der Grund: Windows muss auch noch alte CPUs unterstützen.

Xeon 5100 – Server- CPU im Power Mac

Es gibt einige Hinweise darauf, dass Apple im Power-Mac-G5-Nachfolger nicht nur den Core 2 Duo sondern auch die neue und eigentlich für Server vorgesehene CPU Xeon 5100 einsetzen wird. Schaut man genauer in die technischen Spezifikationen der Chips, wird der Grund klar: Es gilt, den Power Mac G5 Quad zu schlagen, der schon seit Oktober 2005 mit zwei Dual-Core-CPUs – also insgesamt vier CPU-Kernen arbeitet und nach wie vor in Sachen Leistung vorn liegt. Intels Desktop-CPU Core 2 Duo lässt aber ein Zwei-Prozessor-System (also vier Kerne) nicht zu. Dazu fehlen diverse Sig-nalleitungen, die das symmetrische Multiprocessing im Unix-Kernel von Mac-OS X benötigt. Will Apple also eine Vierkern-Maschine auf Intel-Basis bringen, die den Power Mac G5 Quad in Sachen Rechenleistung hinter sich lässt, muss der Mac-Hersteller zwingend auf den Xeon 5100 zurückgreifen.

Den Xeon für 2-Wege-Systeme lässt Intel als Modell 5160 mit einer Taktfrequenz von 2,67 oder 3,0 Gigahertz arbeiten. Beide Kerne greifen auf einen 4 MB großen gemeinsamen Level-2-Cache zurück. Die Geschwindigkeit des Prozessorbusses hebt Intel auf 1333 MHz an. In einem 2-Sockel-System steht jedem Xeon ein eigener Frontside-Bus zum Chipsatz zur Verfügung. So setzt der Core-Prozessor auf die Chipsatz-Plattformen „Bensley“ für Server und „Glidewell“ für Workstations auf. Letztere bietet sich für einen High-End-Mac Pro an. Beide Plattformen sollen dank vier FB-DIMM-Channels mit DDR2-533-RAM für einen ordentlichen Speicherdurchsatz sorgen. Damit sind theoretische 17 Gigabyte pro Sekunde Bandbreite möglich – mit DDR2-667 sogar 21 Gigabyte pro Sekunde.

Intels Xeon-5100-Serie beherrscht die 64-Bit-Erweiterung EM64T. Auch hier zieht der Intel-Chip technologisch mit dem G5 im Power Mac gleich, der von Anfang an 64-Bit-Fähigkeiten hatte. Damit könnte das Thema 64-Bit-Unterstützung nun endlich auch für Mac-OS X interessanter werden. Bislang unterstützt Apples Betriebssystem die 64-Bit-Möglichkeiten der G5-Prozessoren nur stiefmütterlich. Vielleicht wird Mac-OS X 10.5, das Apple erstmals auf der kommenden WWDC zeigen will, mehr Optionen bieten, um die 64-Bit-Fähigkeiten zu nutzen.

Für die Virtualisierung der CPU verfügen die Xeons über den VT-x-Befehlssatz der Vanderpool-Technologie. Damit lassen sich mehrere virtuelle Betriebssysteme parallel ausführen. Das funktioniert bereits mit den aktuellen Core-Duo-CPUs. Die Firma Parallels beweist dies mit der Software Parallels Desktop eindrucksvoll. Das Programm ermög-licht es, parallel zu Mac-OS X ein Windows XP zu starten. Apples bisherige Lösung Boot Camp erfordert einen Neustart, um den Mac mit Windows zu betreiben. Es kursieren Gerüchte, dass Apple für Leopard ebenfalls an einer parallelisierten Lösung arbeitet. Die Xeon-CPUs würden diesen Ansatz jedenfalls begünstigen.

Ein Standard-Feature bei der Xeon-5100-Serie ist auch die XD-Technologie für erweiterten Schutz vor Viren und Buffer Overflows. Speed Step zum dynamischen Senken der Taktfrequenz und der Kernspannung zählt ebenfalls zum Repertoire der Woodcrest-CPU.

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