WWDC 2006: Apple schwebt durch Zeit und Raum

Erster Blick auf Leopard, Mac Pro und Xserve mit Intel Xeon

Diesmal hat sich Steve Jobs das Produkthighlight nicht erst für den Schluss aufgespart. Die Premiere gaben Mac Pro und Xserve während der Keynote zur WWDC schon vor dem angekündigten ersten Blick auf Mac-OS X 10.5 Leopard.

Von Peter Müller (07.08.2006)

Nur kurz hielt sich Steve Jobs mit Begrüßungsfloskeln zur Eröffnung der WWDC auf, in deren Rahmen 4.000 Entwickler auf 1.000 Apple-Ingenieure treffen, um sich vorwiegend über das kommende Betriebssystem Mac-OS X 10.5 Leopard zu informieren. Wer neue Hardware als dramatisch präsentiertes „one more thing“ erst zum Schluss der Ansprache erwartete und die Newsticker erst später einschaltete, hat die Premiere des Power-Mac-Nachfolgers verpasst. Gerade einmal 14 Monate nach Ankündigung des Intel-Switches hat sich Apple komplett vom PowerPC verabschiedet, Power Mac und Xserve haben Nachfolger auf Basis des Chips „Woodcrest“ erhalten.

Der Power-Mac-Nachfolger heißt wie erwartet Mac Pro und kommt im gleichen Gehäusedesign wie der G5. Im Inneren ist aber alles neu: Angefangen vom Dual-Core-Prozessor Woodcrest, auch als Intel Xeon bekannt, der mit Taktraten bis zu 3 GHz aufwartet, über den Platz für vier Festplatten bis hin zur Option, sich per build-to-order zwei Superdrives einbauen zu lassen. Der Woodcrest-Prozessor ist auf 64 Bit ausgelegt, was das neue Mac-OS X 10.5 systemweit unterstützen wird. Die Xeon-Architektur ist zudem in der Lage, in der Dual-Prozessor-Ausführung vier Kerne gleichzeitig bereitzustellen. Anders als beim bisherigen G5-Angebot kommen alle Mac Pros mit zwei Prozessoren – und damit vier Kernen. Die Preise beginnen bei 2.499 US-Dollar (2.449 Euro), Apple bietet den Rechner bei der Bestellung komplett konfigurierbar an –mit vier Millionen Variationsmöglichkeiten.

Ebenfalls mit den Quad 64-Bit Xeon-Prozessoren ausgestattet ist der neue Xserve, der wie sein Vorgänger in einem Rack-Gehäuse mit einer Höheneinheit kommt. Mit PCI-Express, 1,33 GHz schnellen Frontsidebussen und von allen vier Prozessorkernen gemeinsam genutzten 4 MB Level-2-Cache verspricht sich Apple bis zu fünfmal höhere Performance für seine neuen Rechner. Mehr Details zu Mac Pro und Xserve lesen Sie hier: Neue Macs auf der WWDC

Apple schwebt durch Zeit und Raum

Lange angekündigt, hatte es im Vorfeld der WWDC zahlreiche Spekulationen über Neuerungen im kommenden Mac-Betriebssystem Mac-OS X 10.5 Leopard gegeben. Während die Vermutung richtig war, Apple würde das Prinzip der virtuellen Desktops in sein System integrieren, kam die Ankündigung der internen Backup/Snapshot-Funktion Time Machine niemand auf der Rechnung. „Niemand macht Backup seines Systems. Also lassen wir es Leopard machen“, führte Steve Jobs das Feature ein. Time Machine schreibt Backups jeder Änderung im System oder in Dateien auf eine externe Festplatte oder einen Server, alte Zustände von Musik- oder Bildersammlungen, von Mails oder Officedateien lassen sich mit einem Mausklick wieder herstellen. Weitere Neuerungen in Mac-OS X 10.5 Leopard betreffen etwa Mail, das mit HTML-Vorlagen, Notizen und ToDo-Listen zur Entopurage-Konkurrenz wird. iChat bekommt Präsentationsfunktionen spendiert, in Videokonferenzen lassen sich Bilder und Präsentationen zeigen, zudem peppen Effekte die Videokonferenz auf. Die erwähnten virtuellen Desktops nennt Apple „Spaces“, thematisch ähnliche Programme fasst die Software in eigenständige Arbeitsbereich zusammen.

Das Erstellen von Dashboard-Widgets erleichtern soll Dashcode, mit wenigen Klicks lassen sich etwa Webclips erstellen, die Inhalte von Websites in ein Dashboard-Widget integrieren. Die neue Grafiktechnologie Core Animation erleichtetr das Erstellen visueller Effekte, die Sprachausgabe der Bedienungshilfen „Universal Access“ ist deutlich besser geworden. Die Systemeigene Suche Spotlight ist nun auch in der Lage, im Netzwerk angeschlossene Macs zu durchforsten. Mehr Details zu Mac-OS X 10.5 lesen Sie hier: Apple zeigt Mac-OS X 10.5 Leopard.

Mac-OS X 10.5 Leopard soll im nächsten Frühjahr in den Handel kommen, die Teilnehmer der WWDC konnten sich eine Entwicklerversion aus San Francisco mit nach Hause nehmen.

Bildergalerie von der Jobs-Keynote

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