
Zeit für den Wechsel
Eine der häufigsten Fragen bei der Vorstellung der Creative Suite 3 war die nach der Zukunft von Freehand. Und die Antwort von Adobe ist deutlich: Das von Macromedia übernommene Grafikprogramm wird nicht weiter entwickelt werden, nur ein paar Wartungs-Updates sollen in nächster Zeit noch heraus kommen. Spätestens mit dem Umstieg auf Intel-Macs heißt es also Abschied nehmen.
Von Claudia Runk (03.07.2007)
Freehand MX ist über vier Jahre alt, und bereits beim Update von Version 10 auf MX fehlten Aufsehen erregende Neuerungen. Somit schläft Freehand seit vielen Jahren den Schlaf der Gerechten und kümmert sich wenig um die Konkurrenz.
Seit der Übernahme von Macromedia durch Adobe liegt Freehand MX völlig brach. Laut Adobe-Webseite wird das Produkt zwar weiterhin „verkauft, unterstützt und gewartet“ – mehr aber nicht. Wer den Wunsch nach neuen Funktionen, besserer Verständigung zwischen den Applikationen sowie der Optimierung für Intel-Macs hegt, sollte sich von dem langjährigen Begleiter Freehand verabschieden und zu Illustrator wechseln. Macwelt hat die wichtigsten Unterschiede zusammengefasst und hilft, sich nach dem Wechsel schnell zurecht zu finden.
Jede neue Datei enthält automatisch eine Sammlung an Farben, Pinselspitzen, grafischen Stilen und anderen Attributen. Wer das Angebot bestimmen möchte, hat in Freehand bisher mit der Dokumentvorlage gearbeitet. Die Datei „Defaults A4“ wurde entsprechend eingerichtet, mit den gewünschten Attributen wie auch der benötigten Grundschrift versehen und im Ordner „Settings“ gesichert. In Illustrator ist die Arbeit komplexer, da das Programm mit mehreren Startdateien arbeitet.
In CS2 basieren die Attribute auf zwei Startdateien namens „Start_CMYK.ai“ und „Adobe Illustrator Start_RGB.ai“, die sich im Programmordner im Unterordner Zusatzmodule befinden. In diesen Dateien befinden sich alle Attribute, die in jeder neu angelegten Datei zur Verfügung stehen. Wer das Angebot ändern möchte, kopiert sich sicherheitshalber beide Dateien an eine andere Stelle, öffnet dann die Originale und entfernt dort alle Farben, Pinsel, Verläufe und andere Attribute, die er nicht benötigt. Nach einem Programmneustart sind die Startdateien aktualisiert. Wo die Startdateien in CS3 gelagert sind, ist in der vorliegenden Betaversion noch nicht ersichtlich.
Schon seit vielen Versionen ist das Anlegen von mehreren Seiten in Freehand kein Problem. Bei einer Arbeitsfläche von über sechs Quadratmetern kann sich der Freehand-Anwender so richtig austoben, was Größe und Anzahl der Seiten anbelangt. Auch Musterseiten hat Macromedia im Angebot. Wer gleiches in Illustrator umsetzen will, steht vor einem Problem. Das Adobe-Produkt ist nicht in der Lage, mehrere Seiten innerhalb einer Datei zu verwalten. Zwar kann man eine große Seite in zwei oder vier kleinere Seiten unterteilen, dies ersetzt aber bei weitem nicht die Möglichkeiten von Freehand. Einen Umweg beziehungsweise Ausweg gibt es schlicht nicht.
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