Von Thomas Biedermann (22.08.2007)
Rein rechtlich „darf nur zitiert werden, wenn die Quelle deutlich angegeben wird“, dies besagt Paragraf 63 des Urheberrechtsgesetz. Ohne Nennung einer Quelle handelt es sich um ein Plagiat.
Für die korrekte Darstellung eines Zitats in einem Text gibt es vier verschiedene gestalterische Möglichkeiten der Hervorhebung, die in sich geschachtelt sind:
1. Zitate werden in „An- und Abführungszeichen“ gesetzt.
2. Tritt der Fall auf, dass sich innerhalb eines Zitats ein weiteres Zitat oder eine wörtliche Rede befindet, greift man zu einfachen ‚An- und Abführungszeichen‘.
3. Wenn die wörtliche Rede in diesem Zitat ihrerseits ein Zitat enthält, werden französische »Guillemets« verwendet, die in Deutschland auch für die Hervorhebung zulässig sind.
4. Und wenn der ganz seltene Fall vorliegt, dass dieses zweite Zitat nochmals eine wörtliche Rede enthält? Dann muss man in letzter Konsequenz zu den ›einfachen Guillemets‹ greifen. Das dürfte aber auch das „Ende der Fahnenstange“ sein. Mehr sollte nicht vorkommen.
„Wenn die Genauigkeit oder Richtigkeit des Zitats vom Leser in Frage gezogen werden könnte, z.B. bei orthografischen … Fehler [sic] im Original“ (Standopp 1990:45), wird die kursive Anmerkung [sic] in eckigen Klammern verwendet.
Auslassungen in Zitaten werden … mit dem Auslassungszeichen, der Ellipse, gekennzeichnet. Verwendet der Autor des Zitats in demselben ebenfalls Auslassungszeichen, dann „muss zwischen den Ellipsen des zitierenden und den […] vom Autor verwendeten Punken durch Einführung eckiger Klammern … unterschieden werden“. (Standopp 1990: 46) In der Populärliteratur verwenden viele Autoren oder Verlage hierfür auch die runden Klammern.
Zitate sollen wortgetreu in den syntaktischen Zusammenhang des Textes eingebunden werden. Etwaige Ergänzungen am Anfang oder Endes des Zitats, um es im Notfall einzugliedern, werden in eckige oder runde Klammern [gesetzt]. „Jede Sprachbeugung ist [jedoch] vom [sic] Übel.“ (Standopp 1990:46)
Zitiert man in elektronischen Medien wie in E-Mails oder in entsprechenden Foren, so haben sich hier unterschiedliche Zitierweisen etabliert.
Das „Fullquoting“ ist eine Antwort auf eine elektronische Nachricht, die die Ausgangsmitteilung komplett enthält. Fügt der Antwortende seine Mitteilung oberhalb der kompletten Ausgangsmitteilung ein, so nennt man dies TOFU („Text Oben, Fullquote Unten“).
Diese Zitierweise wird aber von vielen Internet-Usern als schlechter Stil angesehen und abgelehnt. Sie ist auch nur in speziellen Situationen sinnvoll. Beispielsweise wenn man sich an eine Support-Hotline wendet, kann auf diese Weise der Verlauf des Problemlösungsversuchs dokumentiert werden.
Etabliert hat sich dagegen das Inline-Quoting, das in vielen Newsgroups und Webforen durch die Netiquette – Kunstwort aus englisch net (Netz) und etiquette (Etiquette) – vorgeschrieben wird. Bei diesem verschichteten Zitierstil nennt man nur einige wenige Sätze der Ausgangsmitteilung, kennzeichnet sie durch spezielle Einrückungszeichen – normalerweise „An-/Abführungszeichen“ oder >Größer-/Kleiner-Zeichen< – und antwortet darauf.
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