Von Thomas Biedermann (22.08.2007)
Im investigativen Journalismus werden Quellen geheim gehalten und nicht preisgegeben. Belletristik-Publikationen lassen gerne mal „Fünfe gerade“, was die Quellenangaben angeht. Wissenschaftliche Publikationen jedoch unterliegen der Pflicht, ihre Quellen angeben zu müssen. Dies belegt zum Einen den Umstand, dass der Autor Fremdes übernommen hat. Zum Anderen lässt es die Überprüfbarkeit seiner Aussagen durch den Leser zu. Dies hätte sich die Leserschaft vermutlich schon bei der Watergate-Affäre gewünscht.
Papier ist geduldig. Die Quellenangabe eines gedruckten Dokuments lässt sich problemlos und vollständig entnehmen – man schaut auf den ersten Seiten im Impressum nach. Das Internet jedoch wird vielfach als zu flüchtig und unstet für Quellenangaben von Zitaten angesehen. Manche Verlage lassen daher Zitate aus Internet-Quellen nicht zu oder weisen darauf hin, dass die Quellenangabe möglicherweise nicht mehr aktuell und nachzuvollziehen ist.
Bei gedruckten Publikationen unterscheidet man zwischen zwei unterschiedlichen Quellenangaben:
1. Amerikanische Zitierweise: „Im sog. amerikanischen Zitiersystem werden Literatur- und Quellennachweis als Kurztitel direkt in den Fließtext geschrieben“ :NachnameJahreszahl:Seite des Zitats. Das macht es kurz und bündig. Diese Nachweise stehen am Ende einer Publikation in dem Literaturverzeichnis.
2. Vollständige Zitierweise: Wird das vollständige Werk zitiert, geschieht dies meist nach folgenden Muster: Nach- und Vorname des Verfassers/vollständiger Titel der Quelle/evtl. Auflage/evtl. Reihe oder Serie/Erscheinungsort/Verlag und Erscheinungsjahr/Seite des Zitats. Diese Quellenangabe erfolgt dann in einer Fußnote.
Fußnoten sind im Fließtext durch eine Anmerkungsziffer am entsprechenden Wort, Satzteil oder Satz gekennzeichnet – eine hochgestellte Zahl, die die Fußnoten fortlaufend durchnummeriert.1
Es gibt bei umfangreichen Fußnoten vier verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten:
1. Die Fußnote sitzt auf der gleichen Seite wie die gekennzeichnete Textstelle, am Fuß des Textes und durch eine kurze waagrechte Linie getrennt.
2. Befinden sich zu viele Fußnoten auf einer Seite oder sind diese zu lang und umbrechen auf die nächste Seite, dann folgen sie ebenfalls am Fuß des Textes der folgenden Seite, sind aber durch einen durchgezogenen waagrechten Strich in der Breite des Satzspiegels gekennzeichnet.
3. Fußnoten werden zu Endnoten, wenn die Erläuterungen nicht am Fuß des Textes stehen, sondern am Ende eines Kapitels. Dort sind alle Kapitel-Endnoten zusammen aufgeführt.
4. Manche Autoren führen ihre Endnoten auch alternativ am Ende der Publikation auf. Die Endnoten erhalten damit den Status eines eigenen Kapitels.
Vereinzelt kann man in Fußnoten auch bibliografische Abkürzungen finden.2
1 Fußnoten haben normalerweise eine kleinere Schriftgröße als der Fließtext, um sich von diesem abzuheben. Sie enthalten entweder Anmerkungen zu einer Stelle im Fließtext, einer Bildunterschrift oder einer Tabelle oder die vollständige Quellenangabe zu einem Zitat.
2 „ib.“ – lateinisch für „ebenda“ – und „ebd.“ werden benutzt, wenn man sich auf die Quellenangabe in der vorhergehenden Fußnote bezieht. „a.a.O“ – „am aufgeführten Ort“ – kann sich darüber hinaus auf Quellenangaben in früheren Fußnoten beziehen. „vgl.“ steht für vergleichende Hinweise, soll aber nicht vor Quellenangaben verwendet werden. „ders.“ – „derselbe“ – benennt den gleichen Autor, jedoch ein anderes Werk. Und „f.“ (Plural „ff.“) in direktem Anschluss an eine Seitenzahl bedeutet, dass auch die darauf folgende(n) Seite(n) einer Quellenangabe beachtet werden sollen.
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