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Von Thomas Biedermann (22.08.2007)

Das Literaturverzeichnis

Ein umfangreiches Literaturverzeichnis rundet eine Publikation ab und beendet sie. Es hat mehrere Funktionen. Zum Einen stellt es „den Nachweis aller […] [in einer Publikation] verwendeten Quellen dar“ (Duden-Taschenbuch, Bd. 21 1988:146). Zum Anderen ermöglicht es eine abgekürzte Zitierweise im Fließtext, wenn die Quellen vollständig im Literaturverzeichnis stehen.

Darüber hinaus muss der Autor nicht nur die in den Publikationen verwendeten Quellen erwähnen. Er kann auch zusätzliche Werke nennen, die er nicht zitiert hat, aber für hilfreich für die weitere Beschäftigung mit dem Thema hält. Sachbuchverlage listen gern einen ganzen Kanon auf, der weiterführende Literatur aus dem gleichen Themengebiet enthält. Größere Belletristikverlage tun dies, indem sie wichtige eigene Publikationen auflisten – die Verbindung zur Eigenwerbung liegt da nahe.

Grob unterscheiden muss der Autor im Literaturverzeichnis zwischen Büchern – mit Autor(en) oder Herausgeber(n) –, Sammelwerken, Zeitungen/Zeitschriften und Veröffentlichungen im Internet.

Wie Angaben zu Büchern zu setzen sind, haben wir schon beschrieben (siehe Abschnitt „Der Quellennachweis“, Punkt 2). Hat ein Buch nur Herausgeber und keine Autoren, dann nennt man diese, gefolgt von dem Kürzel „(Hrsg.)“. Einzelne Kapitel eines Autors in Sammelwerken nennt man mit Autorennamen und Kapitel, dem sich ein „in:“ und die kompletten Buchangaben anschließen. Genauso verfährt man mit Zeitschriften- und Zeitungsartikeln. Bei Quellen aus dem Internet gibt man üblicherweise die vollständige URL und das aktuelle Tagesdatum des Zugriffs an. Surft jemand sechs Monate später zu dieser URL und der Inhalt hat sich – erwartungsgemäß – geändert, liegt dies am Medium und nicht am Autor der Veröffentlichung. Bei Zitaten von amerikanischen Websites ist es sogar üblich, die entsprechende Person aus Urheberschutzgründen persönlich zu fragen, ob man das Zitat verwenden darf.

Fazit

Die Materie ist komplex. Schließlich werden ganze Bücher darüber publiziert (siehe oben). Aber lassen Sie sich nicht entmutigen. Für professionelle Printproduktionen gibt es meist Lektoren, deren Beruf es ist, dieses Fachwissen mitzubringen und anzuwenden. Es ist aber dennoch hilfreich, wenn man es im Hinterkopf behält. Für Ihr nächstes Projekt können Sie dann die wichtigsten Stellen nachschlagen. Sie wissen ja, niemand ist unfehlbar, denn es gilt: „Errare humanum est!“ (Cicero)3.

3 www.lateinforum.de/thesauru/WdAntike/E/errarhum.htm, 02.07.07

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