Filesharing-Bremse: Wo P2P geblockt wird

Kampf gegen den Traffic

Trotz Flatrates ist hohes Datenaufkommen vielen Internetanbitern ein Dorn im Auge: Es erhöht die Kosten für die Infrastruktur. Deshalb greifen einige Anbieter zu radikalen Mitteln und werfen den Filesharing-Protokollen einen Knüppel zwischen die Beine.

Von Patrick Woods (16.05.2008)

Das Max Plank Institut hat weltweit untersucht, welche Provider den Datenverkehr von Filesharing-Programmen künstlich ausbremsen.

Ein großer Teil des Datenverkehrs im Internet stammt von Filesharing-Programmen. Besonders das Bittorrent-Protokoll wird von Datentauschern in aller Welt gerne verwendet. Um die Traffic-Belastung zu reduzieren verwenden einige Internetprovider künstliche Sperren, um die Filesharer auszubremsen. Offiziell gibt das kein Unternehmen zu, lediglich der US-Anbieter Comcast wurde einmal dabei "erwischt" und beteuerte dass dies nur in "Spitzenzeiten" geschehe.

Das Max Plank Institut für Softwaresysteme hat 1.224 Internetanbieter mit einem Heer von freiwilligen Testern und der Software "Glasnost" getestet. 8.000 Probanden starteten zahlreiche Testversuche. Das Ergebnis: Nur 13 der 1.224 Anbieter behindern P2P-Traffic. Alleine neun davon sitzen in den USA. Die hartnäckigsten Blocker sind die US-Provider Comcast und Cox. Bei ihnen wurden jeweils über die Hälfte der Versuche ausgebremst.

In Deutschland bremst kein einziger der getesteten Anbieter seine Kunden aus, ebenso wenig wie im Rest Europas. Die drei blockierenden Provider außerhalb der USA sitzen in Singapur, Malaysia und Kanada.

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