Publish: Xpress 8

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Von Walter Mehl (29.05.2008)

Blocksatz in Perfektion

Quark überholt Adobe beim optischen Randausgleich mit der Funktion "Hanging punctuation". Ziel ist wie beim "Mehrzeilensetzer" von Adobe Indesign, dass Interpunktionszeichen wie Komma oder Trennstrich, aber auch bestimmte Buchstaben minimal über den Rand des Blocksatzes hinausragen, damit der Block für das menschliche Auge zu einem soliden Rechteck wird. In Xpress 8 definiert man dazu "punctuation sets", sprich: eine Gruppe von Zeichen und deren Überstand am linken oder rechten Rand des Blocksatzes in Prozent der Schriftgröße. Mehrere solcher Definitionen oder Sets lassen sich zusammenfassen und bilden dann für einen Absatz die Vorschrift für den optischen Randausgleich.

Prozentrechnung Für eine Gruppe von Zeichen entscheidet man, wie weit sie über den Rand des Textblocks ragen sollen.
Prozentrechnung Für eine Gruppe von Zeichen entscheidet man, wie weit sie über den Rand des Textblocks ragen sollen.

Anderes Lizenzmodell

Quark teilt die Welt neu; ganz grob gibt es künftig West- und Osteuropa, England, USA und Asien - letzteres unterteilt in China und Japan. Für diese Länder wird die Oberfläche (sprich: Menüs und Befehle) in der jeweiligen Landessprache lokalisiert. Für die Formatierung von asiatischen Zeichen oder die Betonungszeichen mit Rubi gibt es eine zusätzliche Palette, die nur in Xpress East Asian erhältlich ist - oder in allen anderen Sprachversion mit Hilfe des Zusatzpakets "Plus", das Quark für einige Hundert Euro anbieten will. Da die Software aber die Buchstaben grundsätzlich im Opentype-Format speichert, kann man mit jeder Version von Xpress 8 solche Dokumente mit asiatischen Zeichen öffnen und (vorausgesetzt die Schriften sind korrekt) auch drucken. Für Arabisch ist wie bisher eine Erweiterung nötig.

Ungereimtheiten und Unvollständiges

Größte Überraschung ist im Vorabtest das Tabellenwerkzeug beziehungsweise die Abwesenheit desselben. Tabllen baut man in Version 8 wie bisher: Befehl wählen, Zahl der Spalten und Zeilen eingeben und dann Feld für Feld ausfüllen.

Ärgerlicherweise lassen sich die neuen Objektstile ("item style") nicht auf Tabellen anwenden; Hintergrundfarbe, Trennlinien oder Ränder muss man von Hand einstellen und zwischen den Tabellen synchronisieren. Die Objektstile haben eine weitere Besonderheit: Sie lassen sich nicht als Teil eines Job Jackets vordefinieren; deshalb muss man solche Stilvorlagen zwischen mehreren Arbeitsplätzen von Hand synchronisieren.

Fazit

Xpress 8 ist die Modernisierung an der Oberfläche, die die Layoutsoftware lange verdient hat. Die Neuerungen beim Grundlinienraster und bei den Objektstilen sind gut gelungen. Wenn jetzt noch die Tabellenfunktion etwas mehr Komfort bekommt, können wir den Kauf von Xpress 8 empfehlen - vorausgesetzt, die Zahl der Fehler unter Mac-OS X 10.5 ist wirklich so gering, wie die Entwickler von Quark beim Vorabtest behauptet haben.

Weitere Informationen über Quark, http://euro.quark.com/

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