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Von Günter Schuler (05.09.2008)

Sinnvolle Seiten-Bestandteile

Lockeres Raster: Magazinstories - wie hier aus der Wochenillustrierte "Stern" - dürfen gern locker, individuell und großzügig aufbereitet werden.
Lockeres Raster: Magazinstories - wie hier aus der Wochenillustrierte "Stern" - dürfen gern locker, individuell und großzügig aufbereitet werden.
Muss man ein Faible für Mathematik haben, um brauchbare Gestaltungsraster anzulegen? Zum Glück nicht. Harmonieregeln sind zwar genreübergreifend und gelten für gekonnte Layouts ebenso wie für gute Fotos oder architektonische Entwürfe. Wichtiger sind jedoch Grundkenntnisse über die unterschiedlichen Elemente einer Layoutseite. Neben der Seite selbst sind dies vor allem der Satzspiegel, der Steg sowie die Satzspiegel-Spalten. Der Satzspiegel ist nichts weiter als die Nutzfläche eines Layouts - also die Fläche, innerhalb der Text, Grafiken und Bilder angeordnet werden. Bilder, die über die Satzspiegelkanten hinaus in den Anschnittbereich gehen, sind mittlerweile üblich, für den Fließtext ist der Satzspiegel jedoch die maßgebliche Orientierung. Generell gilt: Bei Doppelseiten sollte der Satzspiegel etwas näher zum Bund stehen als zu den Außenkanten rechts und links. Wie breit die Begrenzung um den Satzspiegel herum ausfällt, hängt davon ab, welche Elemente außerhalb positioniert werden sollen. Neben der Seitenzahl, die meist obligatorisch ist, können noch weitere Bestandteile anfallen: lebende oder tote Kolumnentitel, Logos oder Navigationselemente.

Tabellarisch: Bei tabellenhaften Info- Aufbereitungen - wie hier das TV-Programm in der "TV Digital" - ist indes jeder Millimeter abgezirkelt und als Nutzfläche vorgesehen.
Tabellarisch: Bei tabellenhaften Info- Aufbereitungen - wie hier das TV-Programm in der "TV Digital" - ist indes jeder Millimeter abgezirkelt und als Nutzfläche vorgesehen.
Zweitwichtigste Einheit einer Seite sind die Spalten. Während im Buchsatz noch immer Einspalter die Regel sind, kommen im Magazin- und Tageszeitungen-Layout unterschiedliche Spaltenbreiten zum Zug. Gängig sind - je nach Publikation - zwei, drei, vier oder gar mehr Spalten. Breitere Spalten wirken generell edler, vor allem dann, wenn sie mit viel typografischem Weißraum kombiniert sind. Den Raum zwischen den einzelnen Spalten bezeichnet man als Steg. Eine alte Regel besagt, dass die Breite des Stegs dem Zeilenabstand der Grundschrift entsprechen soll. Dies erweckt allerdings einen recht gedrängten Eindruck. Stringent durchgezogen wird diese Art der Aufteilung vom Nachrichtenmagazin "Spiegel", das generell ein sehr kompaktes, komprimiertes Text-Bild-Layout produziert.

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