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Von Günter Schuler (05.09.2008)

Fazit

Zugegeben - es muss nicht immer so viel Feinarbeit sein. Der Vorteil eines solchen Rasters ist, dass es "sicher" ist. Feinschliff ist auf einer solchen Basis immer noch drin - etwa zusätzlicher Platz für Bildunterschriften, eine Erweiterung der Stege um eine zusätzliche Einheit sowie andere Feinoptimierungen. Das Wichtigste ist jedoch, dass das abgebildete Layout zumindest für Editorial-Design funktioniert. Es ist stabil, bietet allerdings gleichzeitig die Grundlage für jede Menge Layout-Varianten.

Glossar DTP-Fachbegriffe

Die folgenden Fachbegriffe sind beim Anlegen von Seitenlayouts wichtig

Anschnitt. Bedruckte Teile einer Seite, die über das Seitenformat hinausragen. Aufgrund minimaler Ungenauigkeiten beim abschließenden Beschnitt ist es üblich, angeschnittene Seitenelemente einige Milimeter (drei sind allgemein üblich) über den Seitenrand hinaus zu positionieren.

DIN-Formate. Genormte Standardformate für Papier. Allgemein gebräuchlich ist vor allem die A-Reihe; daneben gibt es noch drei weitere Reihen: B, C und D. Die Größen:

A1: 594 mm x 840 mm

A2: 420 mm x 594 mm

A3: 297 mm x 420 mm

A4: 210 mm x 297 mm

A5: 148 mm x 210 mm

A6: 105 mm x 148 mm

A7: 74 mm x 105 mm

Gestaltungsraster. Konstruktionsraster für die Aufteilung von Dokumentseiten. Die meisten Raster orientieren sich am konkreten Zweck sowie dem vorgegebenen Papierformat. Proportionstechnisch kommen neben klassischen Proportionsalgoritmen wie dem Goldenen Schnitt, den DIN- und Fotoformaten auch ungewöhnliche Lösungen zum Zug, wie zum Beispiel hoch- oder quergestellte Panoramaformate.

Goldener Schnitt. Klassisches Proportionsschema, dessen Umsetzung vor allem aus Werken der klassischen Malerei hergeleitet wird. Regel: Beim Goldenen Schnitt verhält sich die größere Strecke zur kleineren wie die Summe aus beiden zur größeren.

Kontrast. Farbkontraste sind beim Anlegen von Layouts ebenfalls wichtig. Beim Anlegen von Gestaltungsrastern ist vor allem der Spannungskontrast zwischen Text-, Bild- und Grafikelementen wichtig. Grundsätzlich hat die Anordnung der einzelnen Elemente Ähnlichkeiten mit den Bildaufteilungsregeln in der Fotografie. Zusätzlich zu berücksichtigen ist dabei die Rolle des typografischen Weißraums.

Marginalspalten. Spalten, die - vom Haupttext abgetrennt - an den äußeren Rändern von Seiten mitlaufen. Marginalspalten eignen sich gut als Container für Elemente, die sonst schlecht unterzubringen wären, für das Generieren von typografischem Weißraum und allgemein zur Auflockerung.

Registerhaltigkeit: Ausrichtung der Grundschrift und eventuell weiterer Textelelemente an einem gemeinsamen vertikalen Zeilenfall. Klassischer Verwendungszweck ist das Verhindern von Zeilen, die auf der Rückseite versetzt durchscheinen. Umgesetzt wird Registerhaltigkeit vor allem mit dem Grundlinienraster. Als Ordnungsschema ist es auch innerhalb einer Seite von Nutzen - insbesondere bei komplexeren Layouts.

Satzspiegel. Nutzfläche eines Layouts. Im Satzspiegel enthalten sind zum einen die Spalten, zum zweiten die Stege zwischen den Spalten. Auch Marginalspalten werden gemeinhin dem Satzspiegel-Bereich zugerechnet.

Steg(e). Raum zwischen den einzelnen Spalten. Im Buchsatz wurde als Steg früher der unbedruckte Bereich hin zum Bund bezeichnet. Indesign teilt Dokumentseiten stringent in Ränder und Spalten. Spalten plus Stege ergeben hier den Satzspiegel.

Typografischer Weißraum. Weiß, unbedruckte Flächen sind als optische Ruhepunkte ein wichtiges Element in Seitenlayouts. Ein wichtiger Weißraum sind die Seitenränder außerhalb des Satzspiegels. Wie viel Weißraum sonst freigelassen wird, ist Erwägungssache. Publikationen, die auf ein mondänes Image Wert legen, gehen damit eher großzügig um. Da unbedruckter Weißraum auch ein ökonomischer Faktor ist, wird er dort gern eingespart, wo man keine Information zu verschenken hat. Ein weiterer Weißraum-Faktor ist der mikrotypografische Weißraum, der jedoch eher dem Bereich der Typografie und Schriftgestaltung zuzuordnen ist.

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