Vorteile gegenüber JPEG und TIFF
Auch Fotoamateure können vom Raw-Format profitieren. Wir erklären, was Sie dabei beachten sollten und wo die Unterschiede zu JPEG und TIFF liegen
Von Matthias Zehden (02.07.2008)
Das Raw-Format bietet Digitalfotografen oftmals eine deutlich höhere Bildqualität und mehr Spielraum für die Bearbeitung als die von der Kamera erzeugten JPEGs. Wie groß die Unterschiede sind, hängt allerdings von der einzelnen Kamera ab. Denn Raw ist nicht gleich Raw. Wer auch als Hobbyfotograf versuchen will, mit der Speicherung von Raws mehr aus seinen Fotos rauszuholen, tut gut daran, sich zunächst einmal klarzumachen, was Raw eigentlich bedeutet und warum man hier tatsächlich mehr rausholen kann als bei den üblicherweise benutzten JPEGs.
Weitere Entscheidungen, die die Kamera unumkehrbar für Sie trifft, sind zum Beispiel der Weißabgleich und die Umsetzung der gemessenen Helligkeitswerte in Bildpunkte. Die Kamera misst nämlich mehr als die 8 Bit pro Farbe, die im JPEG landen. Je nach Modell stehen meistens 12 oder 14 Bit zur Verfügung, aus denen die Kamera dann im Idealfall eine zum Foto passende Gammakurve für die Verteilung auf die JPEG-Bits erstellt. Lineares Interpolieren der Helligkeitswerte ist nämlich nur die zweite Wahl, da sich die Wahrnehmung von Sensor und Auge unterscheiden. Der Sensorwert wächst linear mit dem eingesammelten Licht, während das menschliche Auge, vermutlich irgendwelchen Urtrieben folgend, im Schatten noch sehr kleine Unterschiede wahrnimmt, bei großer Helligkeit dagegen deutlich unempfindlicher wird. Berücksichtigt eine Kamera diesem Umstand durch eine nichtlineare Gammakurve, kann sie tatsächlich mehr sichtbare Informationen in den 8 Bit der erzeugten JPEG-Datei unterbringen.
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