Das A(dvent)BC des Macintosh |
Ach, wie hübsch klingen doch Produktbezeichnungen wie IBM DDRS-34560 UW-SCSI oder Seagate ST320410A U6. Glücklicherweise liest man solch Techsprech immer seltener, Apple sei für Firewire Dank - Neben Airport ein weiterer Begriff, der den Einsatzzweck der Technik mit nur einem Wort vorstellbar macht.
Von Peter Müller (06.12.2009)
Wie schon im ersten Teil unseres A(dvent)BC des Macintosh beschrieben, hat Apple Talent dafür, drögen Technologiestandards griffige Markennamen zu verpassen. So auch im Falle des IEEE 1394, den Apple schon im Jahr 1986 zu entwickeln begonnen hatte, als Ablösung für den SCSI-Standard. Im Jahr 1999 brachte Apple mit den blau-weißen Powermacs die ersten Rechner mit Firewire-Anschluss auf den Markt - und verzichtete sogleich auf SCSI, was zahlreiche externe Festplatten und Scanner für die neuen Macs unbrauchbar machte.
Exposé ist seit Mac-OS X 10.3 Jaguar an Bord. Seit Version Mac-OS X 10.5 Leopard teilt sich Exposé mit den virtuellen Schreibtischen Spaces die Systemeinstellung "Exposé & Spaces"
Firewire setzte sich nur langsam am Markt durch, auch heute verkaufen Hersteller externer Speicherlösungen die Firewire-Varianten gerne teurer als USB-2.0-Geräte. Denn kaum war Firewire in der Mac-Welt zum Standard für schnelle Datenverbindungen geworden, der Festplatten und vor allem Videokameras mit dem Mac verband, kam die Spezifikation USB 2.0 heraus, die mit 480 zu 400 Mbps (Megabit pro Sekunde) Datentransfer den theoretisch höheren Wert versprach. Firewire drohte zur Mac-Insellösung zu werden.
Auch wenn Apple mittlerweile selbst bei iPod und iPhone auf USB setzt - die ersten iPods hatten noch eine Firewire-Schnittstelle verbaut - der Standard hat weiter seine Existenzberechtigung. Groß war der Aufschrei, als Apple erstmals Firewire wegließ und das Uniboy-Macbook im Oktober 2008 nur mit USB ausrüstete. Immerhin, seitdem das Gerät mit 13-Zoll-Display und Aluminiumgehäuse wieder Macbook Pro heißt, verfügt es wieder über einen Firewire-800-Anschluss, das Macbook mit Unibody-Plastikgehäuse muss weiterhin auf den Port verzichten, daran wird sich wohl auch nichts mehr ändern.
Der Vorteil von Firewire besteht eher nicht in der Geschwindigkeit, wenngleich Firewire 800 doppelte Übertragungsgeschwindigkeiten verspricht und damit USB 2.0 deutlich in den Schatten stellt. Anders als über USB lassen sich mit Firewire Rechner in ein Netz zusammenschließen. Als Protokoll kommt dabei wie bei Ethernet TCP/IP zum Einsatz, weshalb man eine solche Verbindung mit "IP over Firewire" bezeichnet. Für ein solches Netz verbindet man zwei Macs per Firewire-Kabel und öffnet dann die Systemeinstellung "Netzwerk". Sollte der Dienst deaktiviert sein, markiert man ihn und ruft "Dienst aktivieren" aus dem Aktionsmenü auf. Im Aufklappmenü bei "Konfiguration" stellt man "DHCP" ein, woraufhin Bonjour dafür sorgt, dass beide Rechner eine selbst zugewiesene IP-Adresse erhalten. Um Daten zwischen den Macs auszutauschen, muss außerdem File-Sharing aktiviert sein, dann kann man wie bei einem Ethernet- oder Airport-Netz über die Seitenleiste im Finder-Fenster auf den anderen Rechner zugreifen.
Einfacher geht es jedoch, startet man einen der Rechner im Target-Modus, indem man beim Booten die Taste T gedrückt hält. Seine Volumes erscheinen anschließend auf dem Desktop des anderen, normal hochgefahrenen Macs, Daten lassen sich derart einfach hin und her schieben. Insbesondere beim Einrichten eines neuen Macs mit oder ohne Migrationsassistenten hilft die Verbindung über Firewire weiter: Steht mit dem Neukauf auch der Umstieg auf ein aktuelleres Betriebssystem an, wird man kaum den Weg über die Installation eines Time-Machine-Backups gehen, um Daten vom alten auf den neuen Rechner zu übertragen. Firewire wird noch eine ganze Weile in Macs seinen Dienst verrichten.
Unsere heutige Frage: Auch Sony setzt den Standard IEEE 1394 ein, jedoch weder unter dem Namen Firewire noch unter der drögen technischen Bezeichnung. Wie heißt der Anschluss bei Sony?
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MoreWire
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