Das A(dvent)BC des Macintosh

 
Adventskalender 2009: 15

Das A(dvent)BC des Macintosh

O wie Open Source

"Come in, it’s open": Apple weiß die Vorteile von Open Source geschickt zu nutzen. Über einem quirligen Basar thront eine edle Kathedrale, die von Mal zu Mal schöner wird.

Von Peter Müller (15.12.2009)

Warum funktioniert Open Source? Wie kann das gehen, dass lose miteinander verbundene Entwickler Programme entwerfen, entwickeln und verbessern, ohne dass eine zentrale Instanz über Fortschritte wacht und das fertige Produkt vermarktet?

Die Lösung der Frage vom 14. Dezember

Das Modbook kommt in der Tat von Axiotron, das den Preis zuletzt stark gesenkt hat. Asus und Acer haben bereits Netbooks im Angebot und sind damit Kandidaten für Googles Chrome-OS. Netbooks mit dem Open-Source-Betriebssystem werden in der Zweiten Jahreshälfte 2010 erscheinen - womöglich zeitgleich mit Apples Antwort auf die Netbook-Frage.

Das erste Projekt mit quelloffener Software, die den populären Begriff verwendete, war der Browser Mozilla. Netscape hatte den Browserkrieg gegen Microsoft verloren und sah als einzige Chance gegen das drohende Internet-Explorer-Monopol, den Quellcode des einstigen Marktführers unter den Browsern frei zu geben. Den Anlass dazu soll das 1997 erschienene Essay "Die Kathedrale und der Basar" von Eric Raymond gegeben haben. Der Autor zeigt hierin die Unterschiede von proprietärer und quelloffener Software anhand eines mittelalterlichen Bildes auf. Die Kathedrale bauen für ihre Dienste entlohnte Arbeiter nach einem Plan, den ein Architekt im Auftrag eines Bauherren gezeichnet hat. Der Einzelne hat seine genau bestimmte Aufgabe, Abweichungen vom Plan sind nicht zulässig. Auf dem Basar oder Marktplatz, der sich vor der Kathedrale gebildet hat, tauschen jedoch viele einzelne Händler mit unterschiedlichen Interessen ihre Waren aus, mal macht man mit diesem Geschäfte, mal mit jenem. Eine übergeordnete Autorität, welche die Art der Geschäfte anordnet oder gar ihre Abwicklung reglementiert, gibt es nicht. Allenfalls wird der Marktplatz von einer zentralen Instanz zur Verfügung gestellt oder gar vermietet. Der Open-Source-Kern von Mac-OS X wird also immer Apple gehören, das mit den offenen Komponenten wie Apache, CUPS oder X11 in jedem Fall von den Ergebnissen des Basars profitiert.

Die beste Freeware für Mac-OS X

Bild 1 von 28
image

Stanza - Erste Aufgabe ist das Lesen am Bildschirm zu erleichtern. PDFs, Word-Dokumente und HTML-Seiten präsentiert die Software in einer besonders lesefreundlichen Fließtext-Ansicht. Auch E-Book-Formate werden unterstützt. Neben Amazon Kindle (ohne Kopierschutz), PalmDoc, Mobipocket und LIT kann die Software auch Publikationen im neuen Open Source-Format epub öffnen. Ein Online-Katalog mit über 100 000 Titeln (zumeist englischsprachig) ist integriert, die neue Version bietet auch einen Shop. Die zweite Aufgabe ist das Umwandeln von E-Books in ein anderes Format. Man kann damit ein E-Book am Mac lesend und auch per WLAN auf ein iPhone übertragen. Eine eigenständige iPhone-Version ist ebenfalls verfügbar. Für PDFs mit vielen Grafiken und Bilder ist die Software allerdings weniger geeignet, da auch alle Tabellen und Inhaltsverzeichnisse in Fließtext umgewandelt werden. Die Umwandlung eines Textes in eine Audiodatei ist ebenfalls möglich.

Download: Wandelt E-Books in andere Format, unterstützt auch das iPhone.

Ein Missverständnis über Open Source Software: Diese ist zwar stets quelloffen und in der Regel auch kostenlos zu nutzen, aber mit freier Software nicht identisch. Und so quirlig und unübersichtlich der Marktplatz auch wirkt, wenn man mittendrin Waren und Ideen austauscht, so geordnet sieht er vom Turm der Kathedrale aus. Denn jedes Open-Source-Projekt hat eine zentrale Instanz, welche die Weiterentwicklung koordiniert. Meist ist dies der Projektgründer, im Fall von Linux etwa Linus Torvalds, Mozilla, Firefox und Thunderbird "gehören" im diesem Sinne der Mozilla Organization. Freilich bilden sich immer wieder Abspaltungen von den Projekten und neue Unterprojekte. So mag man vom Turm der Kathedrale aus auf dem einstigen Lebensmittelmarkt mit zunehmenden Wohlstand der Marktteilnehmer immer mehr Stände sehen, die Luxusgüter anbieten, um das Raymond-Bild noch einmal zu bemühen. Vor einigen Jahren hatte Microsoft das als weniger ansprechend empfunden, und Kunden, die den Umstieg von Windows und Office auf quelloffene Alternativen erwogen, mit einem teuren Werbefeldzug gewarnt. Mit Open Source wisse man nie, was man kriege, und lautete die Botschaft der "Fakten"-Kampagne.

Die seinerzeit von Microsoft in Auftrag gegebenen Studien sprachen davon, dass der gesamte finanzielle Aufwand von Wartung und Pflege von Linux und Open Office unvertretbar hoch werde. Nur leider gleicht die Windows-Kathedrale dem Kölner Dom hundert Jahre vor dessen Fertigstellung, mag man da gehässig antworten: Schön anzusehen, wenn man keinen Blick für die Baustellen und Unannehmlichkeiten hat. Auch am Dom Mac-OS X, wollen wir ihn einmal mit Dom zu Unserer Lieben Frau in München vergleichen, wird zwar noch ständig gebaut, doch handelt es sich zumindest beim letzten Update auf Mac-OS X 10.6 um Verbesserungen, Renovierungen und Verschönerungen, die im Keller und Fundament vorgenommen werden.

Die heutige Frage: Wie nennt Apple den Open-Source-Kern seines Betriebssystems Mac-OS X?

  1. Wallace

  2. Huxley

  3. Darwin

Die Antwort ist hinter einem der Links dieses Artikels versteckt. Am heutigen Gewinnspiel können Sie hier teilnehmen.

Heute gibt es zu gewinnem: Zwei Classic Leather Case for iPhone, gestiftet von Proporta.

Newsletter bestellen: Newsletter und Wochenchronik

Forum (0 Kommentare)

Ihr Kommentar

Thema/Betreff
Mein Kommentar

Bitte melden Sie sich mit Ihrem Benutzernamen und Passwort an, um das Forum nutzen zu können, oder registrieren Sie sich für das Benutzerforum.

* *
Drucken Verschicken Newsletter Bookmark Social

Das A(dvent)BC des Macintosh

wird Ihnen freundlich präsentiert von

Belkin

Booq

Built

Elgato

Emtec

Galileo Design

Gefen

Gravis

Lenco

Macland

Mandl-Schwarz

Markt + Technik

Microsoft

Proporta

Soular

Video2Brain

Das A(dvent)BC des Macintosh
XYZ wie XYZ

Am Ende des Alphabets gehen die Begriffe aus. Lexika und Wörterbücher haben ihre X, Y und Z gewidmeten Seiten recht knapp gehalten. Wesw ... mehr...

W wie WPA/WEP

Es soll tatsächlich noch WLAN-Ports geben, die unverschlüsselt unter Netzwerknamen wie "WLAN", "Fritzbox" oder "Netgear" geradezu zu mis ... mehr...

V wie Vorschau

Mangelnde Vorausschau kann man Apple selten vorwerfen, der Name für das Programm Preview oder Vorschau ist aber ein wenig unglücklich ge ... mehr...

U wie Unlock

Mehr Freiheit für das iPhone! In Großbritannien ist das Monopol bereits ausgelaufen, auch in Deutschland sind simlock freie iPhones erhä ... mehr...

T wie Terminal

Die grafische Oberfläche des Mac war 1984 revolutionär - seither blieb das erfolgreiche Grundprinzip unverändert, zahlreiche Erweiterung ... mehr...

S wie Spaces

Wem der Desktop zu klein geworden ist, hat eine Alternative zu externen Monitoren: Spaces nennt Apple seine Technik der virtualisierten ... mehr...

S wie Spaces

Wem der Desktop zu klein geworden ist, hat eine Alternative zu externen Monitoren: Spaces nennt Apple seine Technik der virtualisierten ... mehr...

R wie Raid

Ein eigenes Raid bietet Apple nicht mehr an, stellt mit Xsan aber eine Softwarelösung für redundante und sichere Speicher bereit. Raids ... mehr...

Q wie Quicktime X

Die Quicktime-Architektur versetzt den Mac in die Lage, Videos aufzunehmen und zu importieren, diese zu schneiden, mit Effekten zu verse ... mehr...

P wie Phishing

Nicht selten sitzt das Sicherheitsrisiko vor dem Bildschirm und nicht in den Tiefen des Systems: Passwort-Fisher oder kurz Phisher haben ... mehr...

N wie Netbook

Trotzt des boomenden Marktes hat Apple dem Netbook immer wieder eine klare Absage erteilt, für einen Preis um 400 Euro könne man nichts ... mehr...

M wie Magic Mouse

Apple und die Mäuse - Eine leidvolle Geschichte. Lange ließen sich an Macs nur Mäuse von Apple anschließen, dann wurden sie klein und un ... mehr...

L wie Lexikon

Es muss nicht immer der kleine Brockhaus sein: Mac-OS X hat ein taugliches Lexikon integriert, das weit über die Funktionen eines Wörter ... mehr...

K wie Kindersicherung

Weder machen einschlägige Computerspiele ihre Nutzer zwangsläufig zu Killern, noch macht Fernsehen doof - an einer sinnvollen Vermittlun ... mehr...

J wie Jailbreak

Das iPhone ist in Europa nun seit etwas mehr als zwei Jahren zu haben - die ersten Mobilfunkverträge sind ausgelaufen und der Wechsel zu ... mehr...

I wie iMac

Der iMac ist auch mehr als 11 Jahre nach seiner Premiere ein Renner, obwohl der Kunde immer mehr nach mobilen Rechnern verlangt. Das "i" ... mehr...

H wie Hilfe

Mac-OS X verfügt über eine umfangreiche Online-Hilfe, die durch eine interaktive Spotlight-Suche innerhalb von Programmen und Informatio ... mehr...

G wie Garageband

Gut, dass sich Apple Inc. Mit der Beatles-Plattenfirma Apple Corps nach einem jahrzehntelangen Rechtsstreit geeinigt hat. Denn der Mac i ... mehr...

F wie Firewire

Ach, wie hübsch klingen doch Produktbezeichnungen wie IBM DDRS-34560 UW-SCSI oder Seagate ST320410A U6. Glücklicherweise liest man solch ... mehr...

E wie Exposé

Für jedes Betriebssystemupdate macht sich Apple Gedanken, wie man den Zugriff des Anwenders auf Dokumente, Programme und Fenster weiter ... mehr...

D wie Dock

Mac-OS X vs. Windows - Die Schlacht geht in Runde 7. Nicht von ungefähr kommen die Vorwürfe, Microsoft würde von Apple abkupfern. Obwohl ... mehr...

C wie Chrome-OS

Google und Apple werden immer mehr zu Konkurrenten. Schon die Android-Plattform macht dem iPhone Konkurrenz, mit einem eigenen Betriebss ... mehr...

B wie Backup

Der Mac hat seit jeher den Ruf, zuverlässiger und stabiler zu sein als Windows-PCs. Hochwertige Komponenten sorgen für mehr Sicherheit v ... mehr...

A wie Airport

Apple hat seit jeher ein geschicktes Händchen für die Bezeichnung von Produkten. Klingt IEEE 802.11 recht dröge, vermittelt der Begriff ... mehr...

Beta