Das A(dvent)BC des Macintosh |
Mangelnde Vorausschau kann man Apple selten vorwerfen, der Name für das Programm Preview oder Vorschau ist aber ein wenig unglücklich gewählt - es besteht seit Mac-OS X 10.5 Verwechslungsgefahr mit Quicklook respektive Übersicht.
Von Peter Müller (22.12.2009)
Unter "Vorschau" würde ein Mac-Neuling bei der ersten Vorführung des Systems vielleicht die coole Ansicht im Finder verstehen, bei der Eindrücke der in einem Ordner abgelegten Dateien wie in iTunes oder auf dem iPod vorbeihuschen - das nennt Apple aber wie in iTunes Cover Flow. "Vorschau" könnte man auch eine Funktion bezeichnen, die es ermöglich, mal kurz einen Blick in ein Dokument zu werfen, ohne das dafür zuständige Programm öffnen zu müssen - das heißt aber seit Mac-OS X 10.5 Quicklook oder auf deutsch Übersicht.
Mit Quicklook verschafft man sich einen - so wörtlich - schnellen Überblick über den Inhalt einer Datei. Im Finder wählt man die Datei aus, drückt die Leertaste und sieht dann in einem Fenster den kompletten Inhalt der Datei. Selbst das Blättern in mehrseitigen Dokumenten ist möglich. Ab Werk wird Quicklook nur die üblichen Dateiarten unterstützen: Word- und Excel-Dokumente, PDF-Dateien, alle Bildformate, die sich mit Quicktime öffnen lassen und die HTML-Dokumente aus dem Internet.
Logisch, oder? Ein simlockfreies iPhone, wie es etwa in Italien, Belgien, Frankreich, Griechenland oder Tschechien zu haben ist, muss man nicht mehr entsperren. Apple wird wohl auch kaum Software im App Store anbieten, die das zumindest unerwünschte und manchmal auch illegale Unlock ermöglicht. Bleibt also der Jailbreak, der erst die Voraussetzungen dafür schafft, die für den Unlock notwendige Software zu installieren.
In Mac-OS X 10.6 hat Quicklook Erweiterungen erfahren: Musikdateien lassen sich beispielsweise direkt über einen entsprechenden Button auf dem Icon im Finder abspielen. Textdateien, die mehrere Seiten umfassen, kann Snow Leopard komplett über zusätzliche Buttons für einzelne Seiten, die der Finder einblendet, darstellen. Quicklook ist alles in allem also eine wunderbare Vorschau. Der Name ist aber schon seit Mac-OS X 10.0 besetzt.
Ursprünglich diente das im Lieferumfang von Mac-OS X enthaltene Programm Vorschau nur einem Zweck. Wollte man ein Dokument vor dem Drucken anschauen, wählte man die Vorschau. Das gleichnamige Programm stellte das Dokument dann als PDF so dar, wie es später aus dem Drucker kommt. Der Grund dafür ist die Basis der Darstellung von Text und Bildern am Mac - Postscript beziehungsweise PDF. So ließen sich alle Dokumente einer Druckvorschau immer auch als PDF speichern, ohne zusätzliche Programme.
Neben PDF versteht sich Vorschau inzwischen auf elf weitere Formate, alle gängigen aus dem Bereich Bildbearbeitung. Es kann die Formate nicht nur öffnen, sondern dient auch als Konverter, wenn man ein Bild in ein anderes Format exportieren will.
Vorschau beherrscht inzwischen auch rudimentäre Bildbearbeitung. So lassen sich Bilder in der Größe verändern, Ausschnitte wählen und ein Bild beschneiden. Mit der Unterstützung von Transparenzen ist ein weiteres Feature hinzugekommen.
Ein gescanntes und mit Vorschau nachbearbeitetes Bild lässt sich in über das Aktions-Menü einfach an Aperture oder iPhoto übergeben oder per Mail versenden.
In Mac-OS X 10.6 hat Vorschau weiter dazugelernt, erkennt Textspalten in PDF-Dokumenten und kann Textteile, richtig zusammenhängend, markieren. Außerdem kann die Software mehrere Dokumente in einem Fenster öffnen. Über die Seitenleiste lässt sich nun auch eine Rasterdarstellung wählen, die mit skalierbarer Vorschaugröße eine gute Übersicht bietet. So entsteht eine Art Kontaktabzug.
Die heutige Frage: Quicklook ist seit Leopard in Mac-OS X integriert, Vorschau von Anfang an dabei. Wie lautete der inoffizielle Codename von Mac-OS X 10.0?
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