Das war das Mac-Jahr 2009 |
Apple kommt nicht mehr zur Macworld Expo - im Januar 2009 nutzte der Mac-Hersteller letztmals die Gelegenheit, in San Francisco neue Produkte vorzustellen. Apple hält Messen nicht mehr für nötig und verweist auf seine weltweit mehr als 250 permanenten Ausstellungen in Form der Apple Stores.
Von Redaktion Macwelt (21.12.2009)
Der Januar 2009 markiert den endgültigen Strategiewechsel Apples in Sachen Messen: "We don’t believe in tradeshows" beharrt der Mac-Hersteller und gibt seinen Ausstieg aus der Macworld Expo bekannt. Die Keynote am 6. Januar 2009 wird die letzte eines Apple-Managers im Rahmen der Macworld Expo sein - Phil Schiller vertritt den kranken Steve Jobs, über dessen Gesundheitszustand weiß die Öffentlichkeit Anfang 2009 nicht, wie dramatisch dieser wirklich ist.
Apple sieht keinen Sinn mehr in der Macworld Expo: In der einen Woche erreiche man nur 80 bis 90.000 Besucher, während weltweit in jedem Quartal Millionen Interessierter die Apple Stores strömen. Auch den Termin sieht Apple kritisch: So früh im Jahr habe man selten die Produkte fertig, so dass man oft nur Prototypen präsentieren und erst Wochen danach in den Handel bringen könne. Die Macworld Expo will mit einem neuen Konzept 2010 ohne Apple weitermachen - Mitte Februar.
Die letzte Apple-Keynote zur Eröffnung der Macworld Expo brachte wenig Spektakuläres: Phil Schiller stellte in den 90 Minuten lediglich neue Versionen der Programmpakete iLife 09 und iWork 09 vor sowie das längst fällige Macbook Pro 17 Zoll. Einziges Highlight: iTunes kommt nun ohne DRM - aber mit Preisstaffelung.
Die Erwartungen der Szene hatten von spektakulären Neuigkeiten zu Macs, Macbooks und iPhones bis hin zu einer faden Veranstaltung, die nur ein kümmerlicher Abglanz früherer Keynotes werde, gereicht. Die Skeptiker lagen mit ihrer Einschätzung näher an der Wahrheit als die Optimisten, die von einem Quad-Core-iMac, einem iPhone Nano und einem Tablet-Mac träumten.
Die krankheitsbedingte Abwesenheit des Apple-Chefs Steve Jobs hatte bereits Auswirkungen in der Zuschauerresonanz: Marketingchef Schiller sprach in einem nur zu zwei Dritteln gefülltem Saal - die Begeisterung hielt sich in Grenzen hielt. An Hardware zeigte Schiller lediglich das längst erwartete Macbook Pro 17 Zoll, dessen Gehäuse nun wie die der im Oktober 2008 vorgestellten 13- und 15-Zoll-Macbooks (Pro) aus einem Stück gefertigt sind. Der neue 17-Zöller soll laut Schiller immerhin neue Maßstäbe in Sachen Akkulaufzeit setzen, die fest verlötete Batterie garantiere Laufzeiten bis zu acht Stunden und lasse sich bis zu 1000 Mal wieder aufladen, was für mindestens fünf Jahre reichen soll. Wie das 15-Zoll-Modell kommt der 17-Zöller mit Dual-Grafik und ist optional auch mit einem matten Display erhältlich. Dies kostet jedoch einen Aufpreis von 50 US-Dollar.
Die längste Zeit seiner Präsentation verbrachte Phil Schiller mit der Vorstellung von iLife 09 und iWork 09. Immerhin bringen die Komponenten der Programmpakete einige interessante Neuerungen. So erhält iPhoto 09 neben einer Gesichtserkennung auch die Möglichkeit des Geo-Taggings. Deutliche Verbesserungen versprechen die Entwickler in iMovie 09, dessen Vorgänger aufgrund seiner komplett neuen Architektur einigen Unmut auf sich gezogen hatte. Insbesondere beim Editieren von Clips hat Apple mehr Möglichkeiten bereit gestellt, Audiospuren lassen sich nun auch unabhängig vom Videosignal bearbeiten. Garageband schließlich richtet sich in seiner neuen Version an Anwender, die das Musizieren mit echten Instrumenten erlernen oder ihre Fähigkeiten verbessern wollen. In HD-Videos zeigt ein Lehrer, wie man Gitarre oder Klavier bedient, Künstler wie John Foggerty oder Norah Jones steuern Lehrvideos bei, in denen sie ihre Songs erklären.
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iWork 09 will Apple immer mehr zu einer Alternative zu Microsoft Office und nun auch zu Google Docs entwickeln. Das Präsentationstool Keynote erhält neben neuen Vorlagen und Übergängen auch die Funktion "Magic Move": Der Präsentator bestimmt den Anfangs- und Endpunkt eines animierten Objektes, die Software erledigt den Rest. Verbessert hat Apple nach eigenen Angaben auch die Zusammenarbeit der iWork-Komponenten. Erstellt man etwa in Numbers ein Diagramm und übergibt es an Keynote, ändert sich das derart eingebettete Grafikobjekt mit den zugrunde liegenden Daten. Der Onlinedienst iwork.com soll der Kollaboration dienen, übergibt man sein iWork-Dokument über das Internet an Kollegen, erhalten diese per Mail eine Benachrichtigung und können nun im Browser der Datei Kommentare hinzufügen oder sie als PDF, Office-Dokument oder eben iWork-Datei herunterladen und weiter bearbeiten.
Mit den großen vier Musikverlagen hat sich Apple nun endlich geeinigt, diese bieten ihre Songs ohne DRM als iTunes Plus an. Der Musikindustrie kommt Apple hingegen mit einer neuen Preisstruktur entgegen, Songs sind auch weiterhin für 99 Cent erhältlich, einige jedoch nur für 1,29 US-Dollar, dafür andere für 69 Cent.
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