Das war das Mac-Jahr 2009 |
Anders als ein Jahr zuvor hält Apple sich mit Neuvorstellungen im Februar zurück - stattdessen steigt nach elf Jahren die erste Aktionärsversammlung ohne Steve Jobs. In Deutschland taucht plötzlich ein neuer Mac-Clone auf, der zwar umständlich einzurichten ist, in der Leistung aber nur wenig zu wünschen übrig lässt.
Von Redaktion Macwelt (22.12.2009)
Mit "Pearc" taucht im Februar ein neuer Anbieter für Clone-Macs auf. Der deutsche Händler verkauft PCs mit vorinstalliertem OS X für 500 bis 2.900 Euro. Es gibt drei Produktkategorien, vom "Pearc Starter" ab 500 Euro bis hin zum "Pearc Professional" ab 1.500 Euro. Die Topversion wird sogar mit Intels neuen Core i7-Prozessoren betrieben, die laut Pearc ebenfalls mit Mac-OS X funktionieren sollen. Auf der Homepage schreibt die Firma, dass sie die Installation von OS X auf den PCs für legal hält.
Im Mai liefert PearC die Clone-Serie namens "Stylence" tatsächlich aus. Wir haben ein Exemplar im Testcenter und zeigen was der PC unter Mac-OS X leistet.
Pearc geht bei der Installation von Mac-OS X einen anderen Weg als beispielsweise die Firma Efi-X. Es kommt keine zusätzliche Hardware zum Einsatz, um Mac-OS X auf dem PC zu installieren. Der Trick besteht darin, eine EFI-Partition auf der Festplatte zu erzeugen (was Mac-OS X ja eigentlich selber schon macht) und dort die passenden Hardware-Treiber zu installieren.
Der Vorgang an sich ist sehr kompliziert, denn man muss den PC zunächst von der speziellen Boot-CD hochfahren, auf der ein rudimentäres Darwin-System installiert ist. Darwin kommt ohne Benutzeroberfläche und so muss man nach dem Start von der Boot-CD kryptische Kommandos eintippen, damit man anschließend von der Original-Leopard-Boot-DVD starten kann. Auch hier gibt es einen Fallstrick, denn der Boot-Vorgang funktioniert nur mit einer aktuellen Boot-DVD, auf der sich mindestens ein Mac-OS X 10.5.6 befindet. Ältere Versionen bleiben beim Booten hängen.
Klappt der Start von der Boot-CD kann man anschließend Mac-OS X auf der internen Festplatte installieren. Danach bootet das System von dieser. Nun muss man allerdings noch die EFI-Treiber einspielen, damit die Grafikkarte und weitere Hardware korrekt funktioniert. Dazu muss man wiederum Text-Befehle eintippen, diesmal in das Unix-Terminal von Mac-OS X.
Ist auch dies geschafft, bootet der Pearc fast genauso wie ein Mac. Die Grafikkarte wird erkannt und lässt sich mit voller 3D-Beschleunigung benutzen.
Abgesehen von der umständlichen Prozedur bei der Neuinstallation des Systems merkt man dem Pearc Advanced Stylence kaum einen Unterschied zu einem echten Mac an. Er fühlt sich an wie ein flotter Mac auch wenn das Design der Hardware nicht mit einem realen Mac von Apple konkurriert. Wer einen Mittelklasse-Mac mit vielen Anschlussmöglichkeiten braucht, für den ist dieser Clone durchaus eine Alternative. Die rechtliche Komponente ist jedoch weiterhin ungeklärt. Im November entscheidet ein US-Gericht im Streit Apples gegen den Cloner Psystar zugunsten des Mac-Herstellers: Psystar verletze dessen Urheberrechte. Psystar hat seine Mac-Clones gemäß einer Vergleichsvereinbarung mit Apple mittlerweile aus dem Angebot genommen.
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